Vereinte Nationen: USA und Iran greifen einander an – diesmal mit Worten
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- UN-Generalversammlung: Irans harte Antwort auf Trumps Rede. Gespräche hinter den Kulissen
Vereinte Nationen USA und Iran greifen einander an – diesmal mit Worten
23. September 2026, 20:22 Uhr |
Lesezeit: 3 Min.
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Zusammenfassung
- Trump droht vor der UN-Generalversammlung mit der Auslöschung Irans, während Irans Präsident Peseschkian die USA als Terroristen bezeichnet.
- Iran blockiert die Straße von Hormus und fordert als Bedingung für eine Öffnung die Aufhebung der US-Seeblockade und Freigabe eingefrorener Gelder.
- Hinter den Kulissen fanden am Dienstag dreistündige Verhandlungen zwischen beiden Ländern statt, die Trump als "sehr gut" bewertete.
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US-Präsident Trump spricht während der UN-Generaldebatte von der Auslöschung Irans. In seiner Antwort fordert Teheran ein Ende der US-Seeblockade und die Freigabe eingefrorener Gelder. Hinter den Kulissen wird verhandelt.
Von Sina-Maria Schweikle, New York
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Das Gesicht des iranischen Diplomaten ist versteinert, während Donald Trump von der Auslöschung seines Landes spricht. „Soll ich sie zur Hölle schicken?“, fragt der US-Präsident die UN-Generalversammlung. Der Mann aus Teheran sitzt am Dienstag als Einziger seiner Delegation im Saal und zeigt keine Regung. Warum auch? Trump hat schon öfter gedroht, Iran dem Erdboden gleichzumachen, und am Ende doch zurückhaltend reagiert.
Einen Tag später steht Irans Präsident Massud Peseschkian selber am Rednerpult. Seine Rede ist eine direkte Antwort auf Trump. Der habe das iranische Regime als Terroristen bezeichnet, „dabei sind wir die Opfer von Terrorismus“, sagt Peseschkian. In seiner Hand hält er mehrere Bilder. Das Erste, das er in die Kameras hält, zeigt den getöteten Revolutionsführer Ali Chamenei. Nach Peseschkians Ansicht wurde er „ohne einen rechtlichen Rahmen oder Grund“ von den USA und Israel ermordet. Dann zeigte er ein Bild von Kindern, die bei einem US-Angriff auf Minab ihr Leben verloren haben. „Diese Kinder sind unter Bomben verstorben“, sagt er. Kurz darauf verlässt die US-Delegation den ohnehin spärlich besetzten Saal.
Iran geht regelmäßig gegen die eigene Bevölkerung vor
„Wir sind keine Terroristen“, betont Peseschkian. Iran verteidige sich lediglich. Wen er für die eigentlichen Terroristen hält, lässt die Rede nicht offen: die USA und Israel. Iran müsse stark sein, um Bedrohungen für seine Zukunft abzuwehren. Eine Hegemonie strebe das Land aber nicht an. Dass sein Land sowohl Israel als auch seine Nachbarländer angegriffen hat, lässt er unerwähnt.
Auch das eigene Volk führt der iranische Präsident ins Feld. Die Menschen würden regelmäßig ihre Unterstützung zeigen, sagt er. Sie hätten verhindert, „dass von den USA und Israel ausgerüstete, ausgebildete und bewaffnete Personen“ in Iran für „Unruhe“ sorgten. „Die Menschen sind Tag und Nacht auf der Straße, sie sind die Quelle unserer Stärke“, sagt er.
Doch gerade gegen diese Quelle der Stärke geht das Regime immer wieder mit Gewalt und Unterdrückung vor. Erst vor wenigen Tagen hat Amnesty International einen Bericht zu den „Frau-Leben-Freiheit“-Protesten vorgelegt. Vor drei Jahren kam es nach dem Tod der 22 Jahre alten iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini in Polizeigewahrsam zu Massenprotesten in ganz Iran. Die Sittenpolizei hatte sie festgenommen, weil sie ihr Kopftuch angeblich nicht vorschriftsgemäß trug. Iran reagierte hart. Die Menschenrechtsorganisation dokumentiert in ihrem Bericht Verbrechen gegen die Menschlichkeit, bei denen es 377 Tote gab, darunter 56 Kinder. Zudem benennen sie mutmaßliche Verantwortliche und fordern eine internationale Strafverfolgung.
Im Zentrum des Streits steht die Straße von Hormus – und wer sie kontrolliert
Sowohl Trumps Rede am Dienstag als auch die Rede des iranischen Präsidenten zeigen: Von einem Ende des fast siebenmonatigen Konflikts sind Teheran und Washington weit entfernt. Der Krieg zwischen Iran und den USA war zuletzt festgefahren, die letzten Gespräche gab es im Juli. Der zentrale Streitpunkt ist weiter ungelöst: die Kontrolle über die Straße von Hormus, die für den weltweiten Öl- und Flüssiggashandel so wichtig ist. In Bezug auf die Meerenge erklärte der iranische Präsident, sein Land werde die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus nicht zulassen, solange er durch Sanktionen behindert werde.
Am Dienstag wurde hinter den Kulissen dennoch verhandelt. Nach seiner Rede vor der Generalversammlung, in der er von der Auslöschung Irans gesprochen hatte, erklärte Trump, dass ein dreistündiger Austausch der beiden Länder am Rande der Generalversammlung „sehr gut“ gelaufen sei. Daran sollen auch sein Sondergesandter Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner teilgenommen haben. Nach Darstellung iranischer Staatsmedien kam das Treffen auf Witkoffs Bitte zustande.
Laut dem Staatssender Irib hat der iranische Außenminister Abbas Araghtschi dabei die Bedingungen für eine Öffnung der Straße von Hormus übermittelt. Dazu gehören die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade vor der iranischen Küste, die Freigabe aller eingefrorenen iranischen Vermögenswerte und ein Ende des Krieges an allen Fronten.
Bundesaußenminister Wadephul fordert von Iran ein Ende der Blockade
Auch der deutsche Außenminister hat sich am Rande der UN-Generaldebatte mit seinem Kollegen Araghtschi getroffen. Dabei hat Wadephul Iran zum Ende der Blockade der Straße von Hormus aufgerufen. „Es ist an Iran, sich konstruktiv an Verhandlungen zu beteiligen und den Würgegriff zu lösen“, sagte er noch vor dem Gespräch in New York. Aus Kreisen der deutschen Delegation hieß es nach dem Treffen, der Außenminister habe seinen iranischen Kollegen aufgefordert, sich ernsthaft und glaubhaft an nachhaltigen Verhandlungen mit den USA und den Nachbarstaaten in der Region zu beteiligen. „Es muss jetzt insgesamt Kompromissbereitschaft geben, um eine Lösung für den verfahrenen Konflikt in der Region herbeizuführen“.
Berlin, Paris und Großbritannien, das sogenannte E-3-Format, stünden demnach bereit, Vermittlungsbemühungen zu unterstützen. Demnach betonte Wadephul in dem Gespräch, sowohl Iran als auch verbündete Milizen, wie etwa die Huthi-Miliz in Jemen, müssten Angriffe auf zivile Schiffe einstellen.
Doch dass der Konflikt damit nicht beendet ist, macht der iranische Präsident Peseschkian deutlich. Zum Schluss wendet er sich direkt an Trump: „Er muss wissen, dass der Widerstand des iranischen Volkes gegen mehr Sanktionen, mehr Mobbing und mehr Druck nur stärker werden wird.“ Iran werde sich niemals beugen.
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Fonte: Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport