Premiere von „Der perfekte Urlaub“: „Man ist froh, dass man selbst nicht erleben muss, was wir auf der Leinwand erleben“

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Por Von Christian Mayer — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

Lesezeit: 3 Min.

Im Winter hat Erfolgsregisseur Bora Dagtekin auf Mallorca seinen neuen Film „Der perfekte Urlaub“ gedreht. Bei der Premiere in München lassen sich Stars wie Elyas M’Barek vom Scheinwerferlicht bestrahlen.

Von Christian Mayer

W enn man auf diese Insel reist mit dem Ziel, mal so richtig Spaß zu haben, dann ist man auch bereit, noch einen draufzulegen. Sich also berauschen zu lassen von der Mittelmeerbrise, den Drinks, den Bergen im Hintergrund, der Party am Hotelpool. Eine gewisse Enthemmung ist dafür unabdingbar, und dieses Gefühl des Loslassens soll nun auch am Montagabend bei der Premiere von „Der perfekte Urlaub“ generiert werden: Malle im Mathäser. Echte Sonne gibt es zwar nicht, aber immerhin einen roten Teppich und lauter Leute, die offenbar so wichtig sind, dass sie von Scheinwerfern bestrahlt werden müssen.

Als Erstes gerät Ilse Aigner (CSU), Präsidentin des Bayerischen Landtags, in die Fänge der TV-Teams und darf ein Bekenntnis loswerden: „Ich finde Florian David Fitz ganz toll, auf den freu ich mich am meisten heute Abend.“ Die Urlaubshelden aus dem neuen Film von Regisseur und Drehbuchautor Bora Dagtekin sind bereits voll im Animationsmodus, warm gequatscht vom langen Interviewtag. Nach Dagtekins Komödie „Das perfekte Geheimnis“, die 2019 mehr als fünf Millionen Besucher ins Kino lockte, soll nun der Nachfolgefilm noch einmal ein Publikumswunder vollbringen – und zugleich die deutlich höheren Produktionskosten einspielen.

Aber was sagen die Urlaubshelden selbst zu diesem Film, in dem es um die Belastbarkeit von Freundschaften geht und um die Explosivität von Gefühlen, wenn die menschlichen Schwächen und Charaktermängel schonungslos aufgedeckt werden? Frederick Lau muss man nicht anpiksen, der Mann ist sein eigener Springteufel, fast genauso aufgekratzt wie im Film, in dem er kein Fettnäpfchen und keine Dummheit auslässt. Was seine größte Schwäche ist am Set, fragt eine Reporterin. „Schlafen“, behauptet der Berliner Schauspieler mit einem schelmischen Grinsen. „Ich kann immer schlafen, sogar am Set.“

Elyas M’Barek, sein Kumpel im Film und im echten Leben, steht zwei Meter daneben und hat gleich eine Formel parat für den ganzen Film: „Man ist froh, dass man selbst nicht erleben muss, was wir auf der Leinwand erleben.“ Der ganz große Spaß waren die Dreharbeiten im Winter auf Mallorca bei nächtlichen Temperaturen von bis zu fünf Grad übrigens nicht immer, berichtet Wotan Wilke Möhring. Aber gerade als er ansetzt, das große Frösteln am Hotelpool zu beschreiben, springt schon Frederick Lau ins Bild: „Hör auf zu jammern, Wotan!“

M’Barek spielt in „Der perfekte Urlaub“ einen dieser bemühten, nicht mehr ganz jungen Männer, die gerne von allen geliebt werden wollen, in seinem Fall vor allem von seiner ewig misstrauischen Frau Carlotta. Karoline Herfurth zeigt in dieser Rolle ihr ganzes Können als eifersüchtige Drama-Queen, die ständig am Handy ihres Mannes herumnestelt – so was soll ja gelegentlich vorkommen. Herfurth kann wunderbar belustigt bis mitleidig gucken, als ihr ein TV-Reporter in seltsamer Ballermann-Kostümierung das Mikrofon unter die Nase hält. „Was machen Sie denn hier?“, fragt Herfurth erbarmungslos.

In der Komödie „Der perfekte Urlaub“ fährt die Clique aus dem Kinohit „Das perfekte Geheimnis“ ins Clubhotel. Klingt nach einer Pauschalreise-Fortsetzung, die niemand braucht. Ist aber ein ziemlich großer Spaß.

Als alle Gäste und Darsteller endlich im großen Mathäser-Saal sitzen, tritt Oliver Berben, Chef der Constantin, auf die Bühne. Berben gerät ja öfter mal ins Schwärmen, wenn es um die eigenen Produktionen geht, aber bei Dagtekin, dem Erfolgsregisseur im Dienste der Constantin („Fack ju Göhte“ 1-3, „Das perfekte Geheimnis“, „Chantal im Märchenland“) legt er noch eine Schippe drauf. „Bora hat sich die Seele aus dem Leib gepitcht für diesen Film“, sagt Berben und erzählt die Geschichte, wie er gemeinsam mit dem Regisseur und der Produzentin Lena Schömann nach Venedig flog, um den italienischen Rechteinhaber des Originals von „Das perfekte Geheimnis“ vom Vorhaben zu überzeugen, eine deutsche Fortsetzung zu drehen. Lange Zeit hatten sich die Italiener kategorisch geweigert, doch Boras energisches Vorsprechen war offenbar überzeugend, nach einer Stunde hatten die Münchner die Lizenz in der Tasche.

„Trotz wilder Stürme“ sei man dann mit diesem Film immer in die gleiche Richtung gefahren, sagt Oliver Berben noch, was auch eine Anspielung darauf ist, dass der Perfektionist Dagtekin sein eigenes Drehbuch „gefühlt tausendmal“ umgeschrieben hat. „Heute Abend verneige ich mich vor dir“, sagt Berben.

Das Premierenpublikum hat dann, gemessen an den Lachsalven, spürbar Spaß an dieser rasanten Komödie. Ja, dieser Regisseur liebt seine Figuren, die er wie ein Zirkusdirektor ins beste Licht zu setzen weiß, selbst wenn sie komplett abdriften. Und deshalb liebt ihn das Publikum zurück. Bora Dagtekin, der auf der Bühne immer etwas verloren wirkt, wird an diesem Abend gefeiert. Und irgendwie hat man das Gefühl: Diese Geschichte ist noch nicht ganz zu Ende erzählt.

Sarah Thonig hat nicht nur eine Leidenschaft für Star Wars. Die Schauspielerin aus der Serie „Rosenheim-Cops“ kann auch recht überzeugend erklären, was an Vorabendserien dran ist. Nun ist die 34-Jährige bald auch im Kino zu sehen.

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