Borussia Dortmund in der Champions League: Auch der BVB macht die leidvolle Bodø-Erfahrung

0

Por Von Ulrich Hartmann — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

  1. Home
  2. Sport
  3. Fußball
  4. Champions League: Borussia Dortmund verliert 0:1 bei FK Bodø/Glimt.

Borussia Dortmund in der Champions League Auch der BVB macht die leidvolle Bodø-Erfahrung

14. Oktober 2026, 23:26 Uhr |

Lesezeit: 2 Min.

| Kommentare

Fredrik Sjovold bejubelt das 1:0, Torwart Gregor Kobel ist unzufrieden.
Fredrik Sjovold bejubelt das 1:0, Torwart Gregor Kobel ist unzufrieden. Terje Pedersen/NTB via AP

Die erste Saisonniederlage: Wie manche Favoriten zuvor verliert Borussia Dortmund im Norden Norwegens auf dem Kunstrasen von FK Bodø/Glimt. Die Rotation von Trainer Niko Kovac geht schief.

Von Ulrich Hartmann

SZ bei Google bevorzugen

A uf dem 67. Breitengrad, 80 Kilometer nördlich des Polarkreises, kann es für Zugereiste im Oktober ganz schön ungemütlich werden. Erst recht, wenn sie dort droben im äußersten Norden Norwegens auch noch Fußball spielen müssen. Das haben in der Provinz Nordland auf dem gewöhnungsbedürftigen Kunstrasen des norwegischen Vizemeisters FK Bodø/Glimt in den vergangenen Jahren schon viele europäische Topklubs leidvoll erfahren.

Am Mittwochabend waren nun die Fußballer von Borussia Dortmund an der Reihe, sich der klirrend kalten Erfahrung des rauen Polarfußballs zu stellen. Das erste Spiel im Städtchen Bodø in der 117-jährigen Dortmunder Vereinsgeschichte ging 0:1 (0:0) verloren. Es war, abgesehen vom Supercup-Horsd‘oeuvre gegen Bayern München (1:2) im achten Pflichtspiel dieser Saison die erste Niederlage der Dortmunder. Das erste Spiel der Champions-League-Vorrunde hatte der BVB gegen den FC Villarreal 3:2 gewonnen.

Aber was war los: Kälte? Kunstrasen? Kraftlosigkeit? „Nein, wir suchen keine Ausreden“, sagte der Kapitän Waldemar Anton im Interview beim Sender Dazn. „Wir haben einfach in der ersten Halbzeit nicht gut gespielt, waren nicht griffig genug.“ Der Mannschaft habe letztlich die nötige Intensität gefehlt, das müsse man sich ankreiden.

Den 400 mitgereisten Dortmunder Fans, die nach Informationen der Bild am Vorabend vom BVB-Chef Carsten Cramer zu teurem norwegischem Bier eingeladen worden waren, wurde in der erfrischenden Polarluft ganz poetisch zumute. Sie hatten ein Banner hergerichtet, auf dem stand: „Am Polarkreis, im Schatten der Aurora, brennt mein Herz für Dich, Borussia!“

Einen Tag, nachdem der BVB den Vertrag mit seinem Trainer um zwei Jahre bis 2029 verlängert hatte, formierte Niko Kovac eine in mehrfacher Hinsicht den Umständen entsprechende Startelf. Er nominierte für den Angriff neu die Spieler Konstantinos Karetsas (1,71 Meter), Samuele Inacio (1,76 Meter) und Fabio Silva (1,85 Meter) aus einem Grund, den er so erklärte: „Kleinere Spieler finden sich auf Kunstrasen ein bisschen besser zurecht.“

Kovac brachte insgesamt sogar fünf Spieler neu in die Startelf (außerdem Ramy Bensebaini und Joey Veerman), weil der BVB innerhalb von sieben Tagen drei Auswärtsspiele hat, zu deren An- und Abreise (Bodø 3600 Kilometer, Berlin 840 Kilometer, Baku 6800 Kilometer) man insgesamt etwa 11 240 Kilometer Luftlinie zurücklegen muss. Kovac erklärte: „Wir haben rotiert, weil wir binnen einer Woche drei Spiele mit Reisestrapazen haben und darauf Rücksicht nehmen müssen.“

Erst nach der Einwechslung von Julian Ryerson, Felix Nmecha, Ethan Nwaneri und Serhou Guirassy wird der BVB gefährlich

Ohne den Abwehrchef Nico Schlotterbeck, der daheim geschont wurde, gerieten die Borussen in Bodø erwartungsgemäß sogleich unter Druck. Ihre drei vorangegangenen Champions-League-Heimspiele in dem kleinen 8000-Zuschauer-Stadion hatten die Norweger (noch in der vergangenen Saison) gegen Manchester City (3:1), Inter Mailand (3:1) und Sporting Lissabon (3:0) gewonnen. Bodø schied erst im Achtelfinale aus. Dortmund war bereits eine K.o.-Runde früher rausgeflogen.

Insofern war es kein Wunder, dass das kleine Bodø den großen BVB eine Stunde lang dominierte. „Entscheidend ist, Männer, wie wir diese Bedingungen annehmen“, hatte der Trainer Kovac vor dem Spiel gemahnt – aber so richtig wohl fühlten sich die Borussen in Bodø über weite Strecken nicht. Im Schatten der Aurora gerieten sie, gemessen am Spielverlauf, in der 52. Minute fast schon spät und geradezu überfällig mit 0:1 (Fredrik Sjövold) in Rückstand.

Erst jetzt (und nach En-bloc-Einwechslung der Spieler Julian Ryerson, Felix Nmecha, Ethan Nwaneri und Serhou Guirassy) übernahmen sie mal so etwas wie Initiative und kamen auch zu Chancen – ohne daraus allerdings Kapital schlagen zu können. Der Ausgleich wäre noch locker möglich gewesen, wollte aber nicht fallen. Und so wahrten die Norweger in der Champions League ihre heimatliche Kaltlufthoheit.

In der Qualifikation hatten sie sich im Sommer gegen den belgischen Meister Union Saint-Gilloise sowie den niederländischen Dritten der vergangenen Saison, NEC Nijmegen, durchgesetzt. Im ersten Vorrundenspiel beim FC Bayern hagelte es in München dann allerdings eine 0:5-Klatsche. Dafür revanchierten sich die Norweger nun mit ihrem Sieg gegen Dortmund.

© SZ – Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.

Zur SZ-Startseite

3:3 in Stavanger : Bayern, diesmal „überblöd“

Ein 3:3 in Norwegen, bei dem Michael Olise dem Gegner den Ball ins Gesicht wirft: Ist das schon eine Bayern-Krise? Trainer Vincent Kompany ist alarmiert – und kritisiert seine Spieler hart wie nie.

Von Claudio Catuogno

Fonte: Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

Deixe um comentário

O seu endereço de email não será publicado. Campos obrigatórios marcados com *