Untersuchungsbericht: Warum ein Dreamliner-Flug in München fast in einer Katastrophe endete

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Por Von Martin Mühlfenzl — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

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Untersuchungsbericht Warum ein Dreamliner-Flug in München fast in einer Katastrophe endete

29. September 2026, 13:15 Uhr |

Lesezeit: 2 Min.

Knapp an der Katastrophe vorbei: Im August schoss ein Dreamliner der Vietnam Airlines am Münchner Flughafen über die Startbahn hinaus, konnte gerade noch abheben – und musste dann schwer beschädigt  wieder im Erdinger Moos landen.
Knapp an der Katastrophe vorbei: Im August schoss ein Dreamliner der Vietnam Airlines am Münchner Flughafen über die Startbahn hinaus, konnte gerade noch abheben – und musste dann schwer beschädigt  wieder im Erdinger Moos landen. Foto: Uwe Lorz/dpa

Nach dem Unfall einer Boeing 787 der Vietnam Airlines vom 15. August legt die zuständige Bundesbehörde ihren ersten Zwischenbericht vor. Demnach spielten Bremsvorgänge eine wesentliche Rolle.

Von Martin Mühlfenzl

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Der Bericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen zum Unfall auf dem Münchner Flughafen in diesem Sommer ist in seiner Nüchternheit sehr klar. Bei der Identifikation von Personenschaden lautet der Befund: „Keiner“. Bei der Beurteilung im Falle eines Sachschadens kommt der Bericht zu der Erkenntnis: „Luftfahrzeug schwer beschädigt“. Dies ist die erste Bilanz des Vorfalls vom 15. August am Münchner Flughafen, als eine Boeing 787 der Fluglinie Vietnam Airlines über die Startbahn hinausschoss, erst etwa 200 Meter nach der Asphaltpiste abhob und dabei – wie die Analyse besagt – schwer beschädigt wurde.

In ihrem ersten Zwischenbericht kommt die für Unfälle und Störungen in der zivilen Luftfahrt zuständige Bundesbehörde zu der Erkenntnis, dass während des Startvorgangs des als Dreamliner bekannten Modells des US-Herstellers mehrmals die Bremsen aktiviert wurden. Allerdings bleibt weiterhin die Frage offen, ob die Piloten diese aktiv betätigt hatten oder ob ein technischer Defekt vorlag.

Als gesichert gilt, dass an diesem Samstag der Flughafen München und insbesondere die Fluggäste und die Besatzung nur knapp einer Katastrophe entgangen sind. Gegen 12 Uhr rollt die Maschine von Terminal 1 aus auf die Piste 26L, erhält die Startfreigabe und beschleunigt auf der Startbahn. Videos von sogenannten Planespottern zeigen schließlich, wie die Maschine über die etwa vier Kilometer lange Startbahn hinausschießt, dabei Staub aufwirbelt, ehe sie gerade noch von der grünen Wiese aus abheben kann.

Aus dem Bericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen geht hervor, dass während des Startvorgangs mehrfach die Bremsen des Flugzeugs betätigt wurden; unter anderem „während des weiteren Startlaufs“. Dokumentiert sind auch Reifenspuren „auf etwa der Höhe der Einmündung des Rollweges B4“, die zuvor entstanden waren. Warum die Bremsvorgänge ausgelöst worden waren, geht aus der vorläufigen Untersuchung nicht hervor.

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Beim verspäteten Startvorgang, „etwa 240 Meter hinter der Pistenschwelle 08 R im Grasbereich“, kollidierten das Heck und die Reifen beider Hauptfahrwerke des Dreamliners mit der sogenannten Anflugbefeuerung, dem optischen Leuchtfeuersystem vor Start- und Landebahnen. Dabei wurde das Flugzeug schwer beschädigt.

Ein Weiterflug nach Vietnam war dementsprechend nicht mehr möglich. Das Cockpit sendete gegen 12.16 Uhr einen Funkspruch: „…is a technical problem, we expect to dump fuel…“. Es gebe ein technisches Problem, und Treibstoff müsse vermutlich abgelassen werden, so die Botschaft.

In der Folge begannen die Piloten einen nahezu zweistündigen Flug über den Großraum München, dabei wurden in mehreren Schleifen unter anderem Eggenfelden, Wasserburg am Inn, Herrsching und die Landeshauptstadt überflogen. Währenddessen begann die Crew damit, etwa 62 Tonnen Kerosin abzulassen, um den Flieger für eine Landung leichter zu machen. Nach zwei Überflügen des Airports konnte der Dreamliner schließlich wieder in München landen.

Nach der Landung wurde festgestellt, dass der Rumpf des Dreamliners während des Abhebens erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde. Zudem wurden auch vier Reifen beschädigt. Passagiere oder Mitglieder der Crew kamen nicht zu Schaden.

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