Ungewöhnlicher Fund: Im Flussbett der Isar wachsen plötzlich Tomaten

0

Por Von Pauline Böwing — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

  1. Home
  2. München
  3. Leben und Gesellschaft in München
  4. München: Im Flussbett der Isar wachsen plötzlich Tomaten – wie sind die dorthin gekommen?

Ungewöhnlicher Fund Im Flussbett der Isar wachsen plötzlich Tomaten

21. Oktober 2026, 10:56 Uhr |

Lesezeit: 2 Min.

Da die Isar als besonders sauberer Fluss bekannt ist, hält Tomaten-Experte Thorsten Thron es für unbedenklich, die Früchte zu essen.
Da die Isar als besonders sauberer Fluss bekannt ist, hält Tomaten-Experte Thorsten Thron es für unbedenklich, die Früchte zu essen. Foto: privat

Zusammenfassung

  • Im Flussbett der Isar wachsen auf einer durch Niedrigwasser freigelegten Steininsel Tomatenpflanzen, die sogar Früchte tragen.
  • Tomaten-Experte Thorsten Thron vermutet, dass jemand beim Picknick im vergangenen Jahr Samen hinterlassen hat, die die Isar dann verteilte.
  • Die Samen können überwintern, weshalb auch nächstes Jahr wieder Tomaten im Isarbett zu erwarten sind.

Von der Redaktion überprüft

Diese Zusammenfassung wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz
erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich? Ja Nein Mehr Feedback geben

Trotz der niedrigen Temperaturen haben sich die Pflanzen auf dem steinigen Untergrund ausgebreitet – und tragen sogar Früchte. Aber wie sind sie dorthin gekommen? Ein Tomaten-Experte hat einen Verdacht.

Von Pauline Böwing

  • Anhören
  • Artikel anhören
  • Merken
  • Teilen
  • Feedback
  • Drucken

SZ bei Google bevorzugen

I n kräftigem Grün heben sich die Pflanzen an mehreren Stellen vom grauen Flussbett ab. Gelbe Blüten sind zwischen den Blättern zu sehen, und wer genauer hinschaut, erkennt Früchte, die an den Sträuchern hängen: runde, nicht ganz reife Tomaten.

Das Gewächs erstreckt sich über die gesamte Flussinsel, die durch das Niedrigwasser der Isar zum Vorschein gekommen ist. Trotzdem sind die Tomaten alles andere als leicht zu finden. Die wenigen Spaziergänger, die bei den kalten Oktober-Temperaturen in den Maximiliansanlagen unterwegs sind, nehmen keine Notiz von ihnen – bis auf eine.

Tanja Owusu ist am vergangenen Wochenende mit ihrem Freund an der Isar in ihrer früheren Nachbarschaft unterwegs. Sie kennt sich dort aus und weiß, wo ein schmaler Weg die Böschung hinunter zum Wasser führt und an welcher Stelle man trockenen Fußes auf die Steininsel gelangt. Dass dort Tomaten wachsen, ist aber auch für sie neu.

Tanja Owusu hat die Tomaten zufällig bei einem Spaziergang an der Isar gefunden.
Tanja Owusu hat die Tomaten zufällig bei einem Spaziergang an der Isar gefunden. Foto: Pauline Böwing

Der Untergrund, die Temperatur – auf den ersten Blick keine idealen Bedingungen für die Pflanzen. Trotzdem sind sie an mehreren Stellen im Flussbett zu finden. Tatsächlich handelt es sich aber um keine Laune der Natur, sondern wohl um die Überreste eines Picknicks im vergangenen Jahr. Das vermutet zumindest Thorsten Thron. Er ist eigentlich gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann, aber mit einer Sammlung von mehr als 1000 Tomatensorten in München und Umgebung der Experte, wenn es um die roten Früchte geht.

Einen natürlichen Ursprung der Tomatenpflanzen im Isarbett schließt er aus, denn das Gemüse ist bei uns nicht heimisch, sondern stammt aus Südamerika. „Jemand wird dort etwas liegen oder fallen gelassen haben, und die Isar hat die Samen dann verteilt“, sagt Thron. Im vergangenen Winter dürften die Samen dann fermentiert haben und verwittert sein. Danach reichten Sonne und Wärme für das isareigene Tomatenbeet.

Die Samen stammen somit nicht von einer Wildtomate, sondern von einer klassischen Kulturtomate, wie man sie aus dem Supermarkt kennt. Da die Isar als besonders sauberer Fluss bekannt ist, hält Thron es für unbedenklich, die Früchte zu essen.

Auf der Flussinsel sind zahlreiche Pflanzen zu sehen.
Auf der Flussinsel sind zahlreiche Pflanzen zu sehen. Foto: Pauline Böwing

Der Steinuntergrund ist für die Tomatenpflanzen dabei keineswegs ungewöhnlich, erklärt der Experte. Steinhänge, wenig Nährstoffe, dafür Sonne – das sei das natürliche Habitat der Tomate.

Nun weiß jeder Münchner, dass der Wasserstand der Isar stark schwanken kann. Wo an einem Tag eine Steininsel aus dem Wasser ragt, kann am nächsten Tag schon ein reißender Strom herrschen. Wer einen Blick auf die Isartomaten werfen will, muss sich jedoch nicht beeilen, um dem nächsten Regenguss zuvorzukommen. Kurze Überschwemmungen können die Tomaten überdauern.

Die Samen der Pflanzen sind ebenfalls widerstandsfähig und können trotz niedriger Temperaturen überwintern. Nur ein richtiges Hochwasser mit Schlamm und Geröll würde es schaffen, sie wegzuspülen, erklärt Thron. Nächstes Jahr werden daher vermutlich wieder Tomaten im Isarbett zu finden sein und die grauen Steine ein wenig grüner machen.

© SZ – Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.

Zur SZ-Startseite

Rekordsommer 2026 : Tomaten im Hitzestress

Der Rekordsommer hat auch den Tomaten zugesetzt. Experte Thorsten Thron erklärt, warum manche Früchte blass bleiben, andere süßer schmecken und wie sie doch noch rot werden. Ein Besuch im Umweltgarten Neubiberg.

Von Sabine Wejsada

Fonte: Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

Deixe um comentário

O seu endereço de email não será publicado. Campos obrigatórios marcados com *