Prozess in München: „Love Island“-Star wegen Vergewaltigung vor Gericht

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Prozess in München „Love Island“-Star wegen Vergewaltigung vor Gericht

12. Oktober 2026, 16:22 Uhr |

Lesezeit: 2 Min.

Yasin Mohamed bei einer Premiere auf dem roten Teppich – aktuell muss er auf der Anklagebank Platz nehmen (Archivbild).
Yasin Mohamed bei einer Premiere auf dem roten Teppich – aktuell muss er auf der Anklagebank Platz nehmen (Archivbild). Foto: Christoph Reichwein/Imago

Influencer Yasin Mohamed soll sich 2024 nach den Dreharbeiten zu der RTL2-Dating-Show an einer Schauspielerin vergangen haben. Nun steht er vor Gericht – und die Stimmung ist gereizt.

Von Andreas Salch

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E s ist genau fünf Minuten vor 12 Uhr, als Sophie Imelmann schluchzend und mit tränenüberströmtem Gesicht in Begleitung ihrer Anwältin aus dem Sitzungssaal D1.103 hinaus auf einen Flur im Strafjustizzentrum an der Dachauer Straße eilt. Ihre Mandantin habe einen Nervenzusammenbruch erlitten, teilt die Anwältin der Vorsitzenden Richterin mit, als sie kurze Zeit später ohne die 30-Jährige wieder in den Sitzungssaal kommt.

Nicht nur bei Sophie Imelmann liegen an diesem Montagvormittag am Schöffengericht am Amtsgericht München die Nerven blank, sondern auch bei den übrigen Prozessbeteiligten. Die Stimmung ist mitunter gereizt. Manchmal wird es laut. Und der, der im Mittelpunkt des Prozesses steht, Influencer Yasin Mohamed, sitzt allem Anschein nach relativ entspannt auf der Anklagebank und schweigt.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den 34-Jährigen Anklage erhoben, weil er die Schauspielerin Sophie Imelmann vergewaltigt haben soll. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die beiden hatten sich im Juli 2024 als Kandidaten bei der Reality-Dating-Show „Love Island V.I.P.“ des Senders RTL2 kennengelernt. Yasin Mohamed hat den schwerwiegenden Vorwurf über seine Verteidiger bestreiten lassen. Sophie Imelmann tritt in dem Prozess als Nebenklägerin auf.

Der Influencer und die Schauspielerin waren sich laut Anklage bei der Kuppelshow nähergekommen. Dies war auch ausdrücklich erwünscht. Denn das Konzept von „Love Island V.I.P.“ sieht vor, dass jeweils ein Teilnehmer und eine Teilnehmerin ein sogenanntes Couple bilden, ein Paar also. Im Zuge dieser Zweisamkeit vor der Kamera kam es der Staatsanwaltschaft zufolge zwischen beiden „zu einvernehmlichen Küssen und gegenseitigen einvernehmlichen Berührungen“. Also ganz so, wie sich die Macher der Sendung das wünschen. Sophie Imelmann habe ihrem Partner, heißt es in der Anklage, jedoch unmissverständlich klargemacht, dass es damit sein Bewenden haben soll. Nach der Show, die in Griechenland abgedreht wurde, sollen beide das Set als „Couple“ verlassen haben. Eine echte Beziehung habe allerdings nicht bestanden.

Am Tag vor der Abreise übernachteten Yasin Mohamed und Imelmann laut den Ermittlungen in einem Hotel in Korinth auf dem Peloponnes. Auf der Fahrt dorthin war es demnach allerdings zu einem heftigen Streit gekommen. Folge: Das „Couple“ nahm wegen des Zwists laut den Ermittlungen getrennte Zimmer. Was der Grund für die verbale Auseinandersetzung war, ist nicht bekannt. In Sophie Imelmann rumorte es aber offenbar. Denn schon bald, nachdem sie ihr Zimmer bezogen hatte, sei sie in das Zimmer des 34-Jährigen gegangen, um den Streit zu klären.

Die Schauspielerin soll Yasin Mohamed gesagt haben, sie wolle nicht mit ihm schlafen – doch er soll das ignoriert haben

Der von Sophie Imelmann angestrebte Diskurs zu der Auseinandersetzung habe dann „auf dem Bett des Angeklagten“ stattgefunden, so die Ermittlungen. Der gegenseitige Groll scheint zu diesem Zeitpunkt nicht mehr allzu groß gewesen zu sein. Laut Anklage kam es bei der Unterredung nicht nur zu „einvernehmlichen Küssen“. Yasin Mohamed und Sophie Imelmann sollen sich im weiteren Verlauf ausgezogen haben und sich nähergekommen sein.

Gleichwohl soll die Schauspielerin Yasin Mohamed gesagt haben, dass sie nicht mit ihm schlafen wolle. Doch der soll dies ignoriert haben. Nachdem die 30-Jährige den Influencer zweimal von sich weggeschoben und ihm Vorhaltungen gemacht habe, soll dieser sich entschuldigt haben. Trotz der mutmaßlichen Vergewaltigung habe Sophie Imelmann das Zimmer von Yasin Mohamed in jener Nacht nicht verlassen. Laut Anklage sei sie mit der Situation derart überfordert gewesen, dass sie sich von dem Angeklagten habe besänftigen lassen und deshalb sogar die Nacht bei ihm verbracht habe.

Sophie Imelmann hatte sich wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung erst mehrere Monate später offenbart. Eine Mitarbeiterin der Produktionsfirma von „Love Island V.I.P.“ sagte bei ihrer Vernehmung am Montag, sie habe mit der Schauspielerin nach der Show vier- bis fünfmal telefoniert. Bei den Gesprächen habe die 30-Jährige unter anderem zu ihr gesagt, sie finde es nicht gut, dass Yasin Mohamed „zwei Gesichter“ habe und sich nach der Show anders verhalten habe als in der Show. Der Prozess wird fortgesetzt.

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