Profil: Aliko Dangote hatte eine Idee – für sein Vermögen und für Afrika

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Profil Aliko Dangote hatte eine Idee – für sein Vermögen und für Afrika

21. September 2026, 16:20 Uhr |

Lesezeit: 2 Min.

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FILE PHOTO: Aliko Dangote, President and Chief Executive Officer of Dangote Group, waves during the signing ceremony for the Dangote Refinery initial public offering (IPO) in Lagos, Nigeria, September 7, 2026. REUTERS/Sodiq Adelakun//File Photo
FILE PHOTO: Aliko Dangote, President and Chief Executive Officer of Dangote Group, waves during the signing ceremony for the Dangote Refinery initial public offering (IPO) in Lagos, Nigeria, September 7, 2026. REUTERS/Sodiq Adelakun//File Photo Sodiq Adelakun/Reuters

Spätestens seit dem Iran-Krieg muss man sagen: Das Timing des nigerianischen Unternehmers hätte kaum besser sein können. Denn während die Straße von Hormus blockiert ist, kann der reichste Mann des Kontinents Öl liefern.

Von Paul Munzinger

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Als Aliko Dangote es geschafft hatte, reich zu werden – so richtig Rockefeller-reich –, da hatte er zwar eine Summe mit vielen Nullen auf dem Konto, aber kein Gefühl mehr für das ganze Geld. Also fuhr er, so erzählte er es einmal, zur Bank, schrieb einen Scheck und fuhr mit zehn Millionen US-Dollar in bar wieder nach Hause. Dort öffnete er seinen Kofferraum, betrachtete das Meer aus Scheinen und dachte: „Okay, ich habe wirklich Geld.“ Am nächsten Tag brachte er alles zurück zur Bank.

Womöglich wäre es mal wieder Zeit für ein solches Dagobert-Duck-Manöver. Denn aus den zwölf oder 13 Milliarden US-Dollar, die Dangote laut eigener Aussage damals besaß, sind heute noch unvorstellbarere 52 Milliarden geworden – zumindest dem US-Wirtschaftsmagazin Forbes zufolge. Auf der Liste der reichsten Menschen des Planeten belegt Dangote damit Platz 35. In Afrika ist der 69-jährige Unternehmer aus Nigeria die klare Nummer eins.

Dangote hat vor Jahren ein weiteres Geschäftsfeld für sich entdeckt: Öl

In der Rubrik Geschäftsfelder – dort also, wo bei Jeff Bezos „Amazon“ steht – nennt Forbes bei Dangote: Zement und Zucker. Das ist richtig, aber veraltet. Denn Dangote hat vor Jahren ein weiteres Geschäftsfeld für sich entdeckt: Öl. Vergangene Woche brachte er seine Dangote Petroleum Refinery, eine riesige Raffinerie, an die Börse. Beziehungsweise: einen kleinen Teil der Firma. Doch das reichte für den größten Börsengang der afrikanischen Geschichte – und einen Aktienhype in Nigeria.

Dangote wurde 1957 in Kano im Norden Nigerias geboren. Er entstammt einer wohlhabenden muslimischen Kaufmannsfamilie, schon sein Urgroßvater war einer der reichsten Männer Westafrikas. Ende der 1970er-Jahre begann er mit dem Import von Zucker und Zement, die er in Nigeria und Westafrika verkaufte. Dank stets guter – Kritiker sagen: verdächtig guter – Beziehungen in die nigerianische Politik errichtete er ein Firmenimperium, das über die Jahrzehnte immer mehr Sparten umfasste. Und irgendwann dazu überging, Waren nicht mehr nur einzuführen, sondern selbst herzustellen. Nach diesem Muster verfuhr Dangote auch, als er sich dem Öl zuwandte.

Eines der wirtschaftlichen Hauptprobleme Afrikas besteht darin, dass der Kontinent seine vielen Rohstoffe meist günstig und unverarbeitet ins Ausland verkauft, statt daraus selbst das große Geld zu machen. Geradezu absurd war das lange in Nigeria. Das Land hat riesige Erdölvorkommen, musste aber trotzdem sein Benzin im Ausland kaufen. Dangote beschloss, das zu ändern. In der Nähe der Metropole Lagos ließ er seine gigantische Raffinerie errichten, 2024 war sie fertig.

„Europa kann sich bei Nigeria bedanken, dass seine Flugzeuge noch in der Luft sind.“

Spätestens seit dem Iran-Krieg muss man sagen: Das Timing hätte kaum besser sein können. Denn während die Straße von Hormus blockiert ist, kann Dangote liefern. Mit einer Kapazität von 700 000 Barrel Rohöl pro Tag ist seine Raffinerie „auf dem Weg, die größte der Welt zu werden“, wie er unter der Woche aus Anlass des Börsengangs verkündete. Der größte Kerosin-Lieferant Europas sei sie schon jetzt: „Europa kann sich bei Nigeria bedanken“, sagte er, „dass seine Flugzeuge noch in der Luft sind.“

Es war ein typischer Dangote-Auftritt: Ruhig im Ton, selbstbewusst in der Sache. Und ohne Scheu vor Pathos: Den Börsengang seiner Raffinerie präsentiert er als Chance für afrikanische Kleinanleger, am „Aufstieg des neuen Afrika“ teilzuhaben. Ausgegeben wurden mehr als vier Milliarden Aktien zu umgerechnet je 34 Cent, die zusammen 3,3 Prozent des Unternehmens ausmachen. Der Einstieg war ab zehn Aktien möglich.

Ob die angestrebten Einnahmen von 1,4 Milliarden Euro, die unter anderem in den Bau einer weiteren Raffinerie in Kenia fließen sollen, bis Mitte Oktober erreicht werden, ist offen. Doch für Dangote sieht es gut aus. Der Run auf seine Aktien war so groß, dass mehrere Anlage-Apps in Nigeria vorübergehend zusammenbrachen.

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