München setzt sich bei der Nominierung durch: Die Olympiapläne sind ein Boost für OB Krause – aber es muss schnell gehen

0

Por Kommentar von Joachim Mölter — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

  1. Home
  2. München
  3. Sport in München
  4. Was der Olympia-Zuschlag für München bedeutet – ein Kommentar

Meinung München setzt sich bei der Nominierung durch Die Olympiapläne sind ein Boost für OB Krause – aber es muss schnell gehen

Portrait undefined Joachim Mölter

Kommentar von Joachim Mölter

26. September 2026, 16:54 Uhr |

Lesezeit: 2 Min.

München hat den Zuschlag in Deutschland bekommen - jetzt geht das internationale Rennen erst los.
München hat den Zuschlag in Deutschland bekommen – jetzt geht das internationale Rennen erst los. Florian Peljak

Sollte München die Spiele bekommen, könnten sie der Stadt einen kräftigen Schub geben – für Verkehr, Wohnungsbau und Sport. Doch bei vielen Vorhaben muss es jetzt schnell gehen.

  • Anhören
  • Artikel anhören
  • Merken
  • Teilen
  • Feedback
  • Drucken

SZ bei Google bevorzugen

E s war nicht unbedingt zu erwarten gewesen, dass München als deutscher Kandidat in die internationale Bewerbungsphase für olympische und paralympische Sommerspiele geschickt wird. Zwar hat Bayerns Landeshauptstadt das beste Bewerbungskonzept abgeliefert, aber so etwas hat die Delegierten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in der Vergangenheit nicht davon abgehalten, einen anderen Kandidaten auszuwählen. Die Sportfunktionäre lassen sich da nur ungern an 2003 erinnern, als sie Leipzigs Bewerbung der besser bewerteten von Hamburg vorgezogen haben – und damit die Chancen beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) grandios vergeigten, wie sich schon ein Jahr später zeigte.

Auch Münchens Kür zum Kandidaten bedeutet nicht, dass die Stadt einen Zuschlag für Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 schon sicher hätte. Das IOC will frühestens in drei Jahren entscheiden, wohin es die Spiele 2036 vergibt. Für die nachfolgenden Spiele gibt es noch überhaupt keinen Zeitplan. Derzeit erscheint es unwahrscheinlich, dass Deutschland die Veranstaltung in zehn Jahren ausrichten soll, trotzdem gilt: München hat sich für 2036 zur Verfügung gestellt, also muss die Stadt dann auch bereit sein.

Das heißt, sie muss schon jetzt ihre größten Olympia-Projekte angehen und beschleunigen: den Bau eines Olympischen Dorfes mit Wohnungen für mehr als 10 000 Athleten und Betreuer, eine entsprechende Verkehrsanbindung mit Straßen, U- und Trambahn, die Finalisierung der zweiten S-Bahn-Stammstrecke (die bislang noch für das Ende der Dreißigerjahre vorgesehen ist). Nicht zu vergessen den Bau von temporären Sportstätten.

Insofern ist die Wahl Münchens sicher ein Boost für die Pläne des neuen Oberbürgermeisters Dominik Krause von den Grünen: Die Olympia-Kandidatur sollte der Aufbruchstimmung weiteren Schwung geben, die er bei seinem Amtsantritt im Mai erzeugt hat. So wie es einst dem SPD-OB Hans-Jochen Vogel gelungen ist, als dieser Mitte der Sechzigerjahre Olympia zum ersten Mal nach München geholt und im Zuge dessen die Stadt für die Moderne fit gemacht hat.

Olympia ist freilich auch ein Projekt des Freistaats Bayern und seines Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). Dadurch kann Münchens OB Krause in den nächsten Jahren sicher schon Gelder für die Förderung von Infrastrukturmaßnahmen locker machen, auch wenn die Stadt die Spiele dann letztlich doch nicht bekommen sollte.

Dass der CSU-Mann Söder und der Grüne Krause in Sachen Olympiabewerbung gemeinsame Sache gemacht haben und bislang erstaunlich gut miteinander klarkommen, könnte sich auch über Olympia hinaus auf die Politik im Freistaat auswirken. Das Gespenst der Grünen, das Söder in der Vergangenheit oft und gern heraufbeschworen hat, verliert womöglich seinen Schrecken, wenn er merkt, dass man auch mit Grünen-Politikern verlässlich zusammenarbeiten kann – sofern man ein gemeinsames Ziel hat. Und das haben sie ja jetzt in den nächsten Jahren.

© SZ – Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.

Zur SZ-Startseite

Kandidatenkür des DOSB : „München kann Olympia“ – das Alte Rathaus im Jubelrausch

Die Entscheidung fällt in Baden-Baden, gefeiert wird im Alten Rathaus: München geht als deutscher Kandidat ins Olympia-Rennen 2036, 2040 oder 2044. Und nun geht die Arbeit erst richtig los.

Von Catherine Hoffmann

Fonte: Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

Deixe um comentário

O seu endereço de email não será publicado. Campos obrigatórios marcados com *