Mobilitätswende: Jedes dritte neu zugelassene Auto ist ein Elektro-Modell
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Mobilitätswende Jedes dritte neu zugelassene Auto ist ein Elektro-Modell
5. Oktober 2026, 14:30 Uhr |
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Seit Jahresbeginn sind 600 000 E-Autos auf deutschen Straßen neu hinzugekommen. Deutsche Hersteller profitieren von dem Boom allerdings deutlich weniger als ausländische Produzenten.
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Hohe Spritpreise und staatliche Förderung lassen Autokäufer in Deutschland verstärkt zu Elektrofahrzeugen greifen. Allein im September wurden etwa 88 600 Elektroautos neu zugelassen, das sind fast doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt am Montag mit. Der Marktanteil der elektrischen Fahrzeuge stieg auf 34,5 Prozent der Neuzulassungen und lag damit nur noch knapp unter dem Marktanteil der Hybridautos. Nur noch jedes dritte in Deutschland neu zugelassene Auto war ein Dieselfahrzeug oder Benziner.
Nach Angaben des Importeursverbands VDIK summieren sich die Neuzulassungen von Elektroautos seit Jahresbeginn auf gut 600 000 Fahrzeuge, das sind gut 58 Prozent mehr als im Jahr 2025. VDIK-Präsidentin Imelda Labbe sagte, die Elektromobilität habe beim Marktanteil einen Höchststand erreicht. „Besonders erfreulich ist, dass diese Entwicklung zunehmend von Privatkunden getragen wird.“
Insgesamt legte der Autoabsatz in Deutschland im September um neun Prozent zu, seit Jahresbeginn sind es 5,3 Prozent mehr verkaufte Neuwagen. Haupttreiber für die Belebung ist eine deutlich stärkere Nachfrage von Privatkäufern: Die privaten Zulassungen kommen inzwischen auf einen Anteil von gut 40 Prozent an den gesamten Neuzulassungen.
„Die Elektro-Prämie wirkt, und zwar kräftig“
Als ein wichtiger Treiber für die steigende Nachfrage nach Elektroautos gilt die staatliche Kaufprämie, bei der Autokäufer abhängig vom Einkommen bis zu 6000 Euro für einen Neuwagen erhalten können. Bis Anfang Oktober seien 100 000 Anträge auf diese Prämie bewilligt worden, teilte das Umweltministerium mit. Umweltminister Carsten Schneider sagte, das Förderprogramm habe die Erwartungen weit übertroffen. „Jedes zusätzliche Elektroauto macht unser Land unabhängiger von teuren Ölimporten und internationalen Konflikten.“
„Die Elektro-Prämie wirkt, und zwar kräftig“, sagte der Autoexperte Constantin Gall von der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY einer Mitteilung zufolge. Allerdings sei der Boom mit Steuergeld teuer erkauft. Nach Einschätzung des Experten stehe dieser auf wackligen Beinen. Laufe die Förderung aus, drohe erneut ein Einbruch der Zulassungszahlen.
Nach Angaben des VDIK profitierten vor allem ausländische Autobauer von der höheren Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. Sie kommen dem Verband zufolge hier auf einen Marktanteil von 46 Prozent und schafften zudem ein stärkeres Wachstum als die deutschen Hersteller. So erreichte Tesla ein Absatzplus von fast 270 Prozent, der chinesische Hersteller BYD verkaufte 86 Prozent mehr Autos und der zum chinesischen SAIC-Konzern gehörende Hersteller MG gut 60 Prozent mehr. Volkswagen setzte dagegen etwa sechs Prozent weniger Neuwagen ab als vor Jahresfrist, auch BMW und der US-Autobauer Ford verzeichneten Verluste.
© SZ/Reuters/dpa/ghe – Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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