Literatur: Verlag stoppt Verkauf von Sally Rooneys Büchern
Por Von Christiane Lutz — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport
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Die irische Bestsellerautorin unterstützt „Palestine Action“ – eine Gruppe, die in Großbritannien als Terrororganisation eingestuft ist. Das bringt ihren Verlag dort in eine juristische Zwangslage.
Von Christiane Lutz
Die Bücher der irischen Autorin Sally Rooney werden in Großbritannien künftig nicht mehr von ihrem Verlag Faber vertrieben. Darüber seien Verlag und Autorin übereingekommen, heißt es in einem Statement des Verlags vom 14. Oktober.
Grund für diese Entscheidung ist die Tatsache, dass sich Sally Rooney offen für „Palestine Action“ engagiert; eine propalästinensische Protestgruppe, die in Großbritannien seit 2025 als terroristische Organisation eingestuft und verboten ist. Rooney schrieb im August 2025 einen Artikel in der Irish Times, in dem sie bekräftigte, die Gruppe weiterhin unterstützen zu wollen: „Wenn mich das nach UK-Recht zu einer ‚Unterstützerin des Terrors‘ macht, dann sei es so.“
Rooney drückt in dem Text auch ihr Unverständnis darüber aus, dass die „Benennung von Genozid“ und der Protest gegen das Handeln der israelischen Regierung in Gaza schon einen terroristischen Akt darstelle. „Ich würde diesen Text gern in einer britischen Zeitung veröffentlichen“, schrieb Rooney, „aber das wäre illegal.“ Sie schrieb in dem Text auch, Tantiemen aus ihren Buchverkäufen und den Verfilmungen ihrer Werke an die Organisation weiterzugeben. In Irland, wo Rooney herkommt, ist Palestine Action nicht verboten.
Jetzt hat ihr britischer Verlag die Konsequenzen gezogen. In dem Statement bezieht man sich ausschließlich auf die juristischen Umstände: „Die derzeitige Rechtslage“ habe dazu geführt, dass „Faber die in Großbritannien erzielten Einnahmen aus Sally Rooneys Werk nicht an sie weiterleiten kann.“ Sprich: Geld an eine Autorin zu zahlen, die bereits die Absicht geäußert hat, damit eine Terrororganisation zu unterstützen, kann für den Verlag tatsächlich juristische Konsequenzen haben. Rooneys Bücher aber weiterhin zu vertreiben, ohne die Einnahmen an die Autorin weiterleiten zu können, sei „für einen Verlag eine unzumutbare Situation“.
„In voller Übereinstimmung mit Sally“ habe man daher entschieden, „dass wir ihre Werke in Großbritannien in keiner Form mehr anbieten können.“ Man sei aber stolz darauf, ihre Bücher zu verlegen, und verkaufe diese weiterhin in anderen Ländern.
Seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 ist Antisemitismus im Vereinigten Königreich kein Randphänomen mehr – er hat den kulturellen Mainstream erreicht, von Glastonbury bis zur Green Party.
Sally Rooney selbst lässt über ihre Agentur melden, dass die „Erfüllung von Verträgen zur Veröffentlichung meiner Werke im Vereinigten Königreich nun eine schwere Straftat darstellen“ könnte. Sie wolle ehrlich mit der Öffentlichkeit sein in Bezug auf ihre Überlegungen und Glaubenssätze, daher sei sie „voll und ganz bereit, die Konsequenzen zu tragen“.
Eine moralische Bewertung von Faber gegenüber Rooneys Handlungen findet sich nicht; der Verlag bleibt rein auf der juristischen Ebene einer Debatte, die auch in Großbritannien nach dem 7. Oktober 2023 tobt. Eine Autorin von der Qualität und der Reichweite von Sally Rooney gibt ein Verlag nun auch nicht ohne Weiteres auf. Sie zählt zu den renommiertesten Autorinnen Großbritanniens und Irlands. Ihre Bücher „Normale Menschen“, „Gespräche mit Freunden“ und 2024 „Intermezzo“ sind internationale Bestseller, „Normale Menschen“ wurde von der BBC erfolgreich verfilmt.
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