Literatur: Shida Bazyar erhält den Deutschen Buchpreis
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Mit dem Preis wird der beste deutschsprachige Roman des Jahres ausgezeichnet. Sechs Werke standen in der Finalrunde zur Auswahl.
Der Deutsche Buchpreis geht in diesem Jahr an Shida Bazyar für ihren Roman „Die Lücken“. Das hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Montagabend in Frankfurt bekanntgegeben. Der Roman reflektiere anhand einzelner Figurenschicksale fast hundert Jahre ambivalenten deutschen Lebens, heißt es in der Begründung der Jury. Die Autorin wähle dabei überzeugende literarische Strategien. Und: Es sei ein „Roman gegen Gleichgültigkeit“.
Im Finale der Auszeichnung für den besten deutschsprachigen Roman standen neben Bazyar auch Franziska Gänsler mit „Orca“, Valeria Gordeev mit „Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“, Elias Hirschl mit „Schleifen“, Peggy Mädler mit „Selbstregulierung des Herzens“ und Dana Vowinckel mit „Anton und Alma“.
Ein Buch, von dem man wünscht, dass es einen nie wieder ausspuckt: Shida Bazyars neuer Roman „Die Lücken“ ist ein fein recherchiertes und orchestriertes Heimatepos aus dem Hunsrück. Und bereits für den Deutschen Buchpreis nominiert.
Die 1988 in Rheinland-Pfalz geborene Bazyar hat „Die Lücken“ in einem fiktiven Ort namens Heimesbach im Hunsrück angesiedelt, der an den Heimatort der Autorin angelehnt ist. Die Ich-Erzählerin ist tot. Sie starb bei einem Verkehrsunfall. Seither gelangte sie an Wissen über den Ort aus der Nazi-Zeit. Sie wird von „Göttern“ wieder dorthin geschickt, wohin sie als zehn Jahre altes Mädchen mit ihrer älteren Schwester und Eltern kam – als Flüchtlingsfamilie.
Erzählt wird von jüdischen Familien, von NS-Profiteuren sowie von kurdischen und iranischen Menschen, die in Deutschland Schutz und Zuflucht suchen. Es werden verschwiegene Kapitel deutscher Vergangenheit zur Sprache gebracht. So dreht sich der rund 500 Seiten lange Roman um Lügen, Rassismus und Verdrängung. Nie habe jemand zugegeben, „noch immer das Bild des Führers in seiner Schublade liegen zu haben“, heißt es etwa.
Der Deutsche Buchpreis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der Branche. Insgesamt hatte die Jury 205 Titel gesichtet, die zwischen Herbst 2025 und Anfang September 2026 erschienen sind. Zunächst wurden 20 Bücher für die Longlist ausgewählt, diese wurde dann auf die sechs Titel umfassende Shortlist gekürzt – und die war in diesem Jahr eine Zusammenstellung gewichtiger Epen, oft mit Bezug zur (deutschen) Geschichte und politischen Gegenwart.
Der Deutsche Buchpreis wird seit 2005 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels verliehen und ist mit insgesamt 37 500 Euro dotiert: Der Preisträger oder die Preisträgerin erhält 25 000 Euro, die übrigen fünf Nominierten auf der Shortlist erhalten jeweils 2 500 Euro. Im Vorjahr war Dorothee Elmiger für ihren Roman „Die Holländerinnen“ ausgezeichnet worden. Am Mittwoch beginnt in Frankfurt die Buchmesse.
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