Fußball spielender Pfarrer: Der Elfmeterheld mit Verbindung nach ganz oben

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Fußball spielender Pfarrer Der Elfmeterheld mit Verbindung nach ganz oben

21. September 2026, 14:46 Uhr |

Lesezeit: 2 Min.

Auf dem Fußballplatz fühlt sich Pfarrer Johann Wurzer genauso heimisch wie in seiner Kirche.
Auf dem Fußballplatz fühlt sich Pfarrer Johann Wurzer genauso heimisch wie in seiner Kirche. Foto: Johann Wurzer

Im österreichischen Opponitz springt der Pfarrer für den verletzten Torwart des lokalen Fußballvereins ein – und hält einen Elfmeter. War das göttliche Fügung?

Interview von Florian Ullmann

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J ohann Wurzer ist Pfarrer in der österreichischen Gemeinde Opponitz – und spielt in seiner Freizeit leidenschaftlich Fußball. Als kürzlich der Torhüter beim SV Opponitz ausgefallen ist, half der 64 Jahre alte Wurzer aus. Ein echter Glücksfall für den Verein, denn er hielt einen Elfmeter und verhalf der Reserve des SV Opponitz zum Auswärtssieg gegen den des FCU Strengberg in der Liga. Ein Anruf bei einem Priester, der von Berufs wegen auch bei internationalen Turnieren antritt.

SZ: Herr Wurzer, wann haben Sie erfahren, dass Sie von der Kirche ins Fußballtor wechseln sollen?

Johann Wurzer: Der Trainer hat mich am Abend vor dem Spiel gefragt. Beim Training. Ich bin ja kein Stammspieler beim SV Opponitz, trainiere aber regelmäßig mit der Mannschaft.

Was war Ihre erste Reaktion?

Innere Freude darüber, dass ich in meinem Alter überhaupt bei Spielen mitwirken kann.

Mit ihren 64 Jahren sind sie wohl sehr fit.

Zur Fußball-Weltmeisterschaft haben wir eine Messe veranstaltet. Das ist für mich als Fußballer Pflicht. Im Anschluss durften die Gottesdienstteilnehmer ins Elfmeterschießen gegen mich. 67 Leute sind angetreten, da bin ich ungefähr 140 Mal auf den Boden geflogen.

Den Körpereinsatz haben Sie auch beim Spiel gegen den SV Strengberg gezeigt. Zwischenzeitlich führte Ihre Mannschaft mit 3:1. Als der Schiedsrichter einen Elfmeter für die Gegner gepfiffen hat, haben Sie da gebetet?

Nein, ich habe den Elfmeterschützen genau beobachtet. Er hat ins linke Eck geschaut und die rechte Hand beim Ablegen vorn gehabt. Das hieß für mich, er möchte in diese Ecke schießen. Zweimal hat er dieses ziemlich eindeutige Zeichen gemacht. Ich hatte recht.

War Ihnen dabei auch Ihre innere Verbindung nach ganz oben hilfreich?

Ich würde eher sagen, das ist die Routine, wenn man über 50 Jahre Torwart ist.

Sie haben den Elfer gehalten, sodass Ihre Mannschaft am Ende das Spiel gewonnen hat.

Eine Sensation! Wir haben eineinhalb Jahre nicht mehr mit der Reserve gewonnen. Das haben wir auch gefeiert und da habe ich auch wohl einen guten Teil von dem gesponserten Bier mitgetrunken.

Aber hoffentlich nicht zu viel, Sie mussten ja am Wochenende noch arbeiten.

Ich musste am folgenden Tag erst am Abend die Samstagsmesse halten. Da hatte ich noch ein bisschen Zeit, mich von der Siegesfeier zu erholen.

Nebenbei spielen Sie auch für die Priesternationalmannschaft in Österreich.

Ja, es gibt jedes Jahr Europameisterschaften, da nehmen meistens 18 Mannschaften teil. Die nächste ist in Priština, in Kosovo. Und jeder muss halt schauen, dass er sich bis dahin fit hält.

Wie schlagen sich denn die österreichischen Pfarrer dabei?

Ich sage immer, wir sind ziemlich die Besten vom letzten Drittel. Polen, Kroatien und Portugal machen seit Jahren den Sieg unter sich aus.

Woran liegt das, weniger Sünden?

In Polen finden zum Beispiel in einem Jahr so viele Priesterweihen statt wie in Österreich in zehn Jahren. Die könnten wahrscheinlich jedes Jahr eine neue Mannschaft aufstellen.

Spielen Priester eigentlich fairer als andere Fußballer?

Nein, sie werden von genau so viel Ehrgeiz und der Fanatismus angetrieben wie andere Sportler. Da wird ebenso psychologisch gearbeitet und optimiert.

Was ist für Sie eigentlich schwieriger: Einen Elfmeter zu halten oder genügend Besucher in die Kirche zu locken?

Eine volle Kirche. Ich betreue drei Pfarreien. In einer davon kommen sehr viele junge Familien und Jugendliche in die Kirche. In den anderen beiden eher nicht. Woran das liegt, weiß ich leider auch nicht.

Jetzt, wo Sie so bekannt sind, kommen vielleicht wieder mehr Menschen?

Vielleicht. Das wäre schön.

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