Fundsache der besonderen Art: Warum Halfing 10 000 Euro für einen Kater ausgibt

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Por Glosse von Greta Templin — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

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Kater Mucki ist wohl eine der kostenintensiveren „Fundsachen“ der Gemeinde Halfing. 10 000 Euro kostet das Tier den Ort im oberbayerischen Landkreis Rosenheim. In Blaichach im Allgäu können sie darüber nur müde lächeln.

Glosse von Greta Templin

10 000 Euro könnten einer Gemeinde neue Schaukeln für einen Spielplatz bescheren, neue Parkbänke beschaffen oder auch Flächen mit frischen Pflanzen begrünen – aber sie können auch in einen einzelnen Kater investiert werden.

So ist es jetzt in Halfing im Landkreis Rosenheim passiert, das berichten mehrere örtliche Medien. Kater Mucki hing demnach in einem gekippten Fenster fest – und wird erst nach Stunden gefunden. Mucki wird ins Tierheim Ostermünchen gebracht und von dort in eine Tierklinik eingeliefert. Der Kater braucht mehrere Behandlungen, die Ärzte diagnostizieren Epilepsie. Die Kosten dafür trägt die Gemeinde Halfing. Muckis Besitzer bleibt bislang unbekannt. Mucki ist also, wie andere Fundtiere, eine „Fundsache“. Und für die sind die jeweiligen Gemeinden zuständig.

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Einschläfern könne man Fundtiere nicht ohne weiteres, da sich der Besitzer jederzeit noch melden könnte, hat Tilmann Rieger, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Mensch und Tier, dem BR verraten. Und so geht die teure Rechnung eben an die Gemeinde. Ganz nach dem Motto: Einer für alle und alle für Mucki.

Damit hätte sich bestimmt auch die Gemeinde Blaichach im Allgäu identifizieren können. Aber erstens haben sie da keinen Kater gefunden, sondern Giftschlangen: Lanzenottern, Klapperschlangen und Mangroven-Nachtbaumnattern – die gehören traditionell eher weniger zu den Publikumslieblingen in der Zoohandlung. Und zweitens können sie über 10 000 Euro Kosten in Blaichach nicht einmal mehr müde lächeln. Vor wenigen Monaten hat ein Gericht entschieden, dass die Gemeinde auf Kosten von mehr als 100 000 Euro sitzen bleiben wird, die der Reptilienauffangstation in München für die Unterbringung und Pflege der Schlangen entstanden sind.

Immerhin sind die Schlangen genauso wie Mucki wohlauf. Der Kater hat sich von seinem Fenstervorfall sichtlich erholt. Mucki ist jetzt im Tierheim Ostermünchen. Er muss zwar lebenslang Medikamente einnehmen, ist aber gesundheitlich auf einem guten Weg. Halfing hat nun also keine neuen Bänke oder Spielplätze, dafür aber einen glücklichen Kater – und wahrscheinlich bessere Chancen als die Mangroven-Nachtbaumnattern, ein neues Zuhause zu finden.

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