Eklat auf dem Oktoberfest: Junge Linke provoziert mit israelfeindlichen Parolen – FDP-Stadtrat geohrfeigt

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Por Von Heiner Effern — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

Lesezeit: 2 Min.

Die Jugendorganisation der Linken fällt an Wiesn-Tischen des Münchner Rathauses auf. Ein FDP-Stadtrat schreitet ein, wird beschimpft und körperlich attackiert. Über einen Vorfall, der nun Konsequenzen hat.

Von Heiner Effern

Der Fraktionsvorsitzende der FDP im Stadtrat, Jörg Hoffmann, ist auf dem Oktoberfest beleidigt und ins Gesicht geschlagen worden. Die Liberalen saßen am Freitag, 25. September, an ihrem Tisch in der Ratsboxe im Schottenhamel-Festzelt. Direkt daneben hatte die Fraktion Die Linke ihren Tisch der eigenen Jugendorganisation überlassen. Als dort laut israelfeindliche Parolen geäußert und Liedtexte entsprechend umgedichtet worden seien, sei er eingeschritten, sagt Hoffmann. Als das keine Wirkung zeigte, habe er die Festleitung im Zelt informiert.

Die kam mit Security-Leuten und warf die gesamte Tischgesellschaft hinaus. Drei der weiblichen Gäste sind zu diesem Zeitpunkt wohl unterwegs gewesen und fanden bei ihrer Rückkehr nur noch die leeren Plätze vor. Wegen seiner Intervention vorher hätten sich die drei Frauen vor ihm aufgebaut und ihn als „Völkermörder und Genozidfreund“ beschimpft, erinnert sich Hoffmann. Dann habe ihm eine aus dem Trio „plötzlich eine Watschn verpasst“. Darüber hatte zuerst die tz berichtet.

Der zweitbekannteste Münchner Fußballverein kommt auf die Wiesn – mit zwei Promi-Söhnen. Und die Tochter von Veronica Ferres macht das Käferzelt unsicher. Die Wiesn-Promis in der Version „Next Generation“.

Der Fraktionsvorsitzende der Linken, Stefan Jagel, verurteilt diesen Ausfall aufs Schärfste. „Was mir geschildert wurde, ist ein No-Go. Ich bin auch persönlich sehr angefasst.“ Es ist kein Geheimnis, dass er und Hoffmann zwar politisch oft unterschiedlicher Meinung sind, sich aber menschlich sehr schätzen. „Ich habe mich sofort dafür bei Herrn Hoffmann entschuldigt.“

Jagel ist dem Vorfall nachgegangen. „Die Frau war eine Freundin eines Mitglieds und zufällig mit am Tisch. Sie ist kein Mitglied der Linken oder der Linksjugend.“ Das solle aber das Verhalten auf keinen Fall entschuldigen. „Das Ganze wird Konsequenzen haben. Die betreffenden Kollegen werden keinen Tisch mehr über unsere Fraktion bekommen. Der Vorfall wird auch auf unserer Kreisvorstandssitzung besprochen werden – und ich habe selbst noch ein Gespräch mit der Dame persönlich.“

In der Ratsboxe auf dem Balkon der Festhalle haben die Fraktionen auf einen oder je nach Größe mehrere Tische Zugriff, die sie auch an Mitglieder oder Sympathisanten weitergeben können. Damit ist aber nicht die Übernahme der Rechnung durch die Stadt verbunden, dafür sind die Gäste selbst verantwortlich. Dass die Linke ihre reservierten Plätze der eigenen Jugendorganisation überlässt, ist ein völlig normaler Vorgang.

Allerdings ist es damit für die Linke in diesem Jahr vorbei. Denn Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) zog am Mittwoch nach der Vollversammlung ebenfalls Konsequenzen. Krause habe in einem Gespräch mit Fraktionschef Jagel nach der Vollversammlung seiner Fraktion ihren Wiesn-Tisch für dieses Jahr entzogen, erklärte ein Sprecher. Hoffmann selbst verzichtet auf eine Strafanzeige, will jedoch den Vorfall im Ältestenrat der Stadt nochmals thematisieren.

In den Promi-Zelten winken sie mit 500-Euro-Scheinen, dann knien sie auf dem versifften Klo, um eine Line zu ziehen. Und die Fahnder? Lauschen, schlagen zu –  und blicken oft in menschliche Abgründe.

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