DFB-Team: Klopps kleine Verteidigungsrede
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DFB-Team Klopps kleine Verteidigungsrede
30. September 2026, 19:45 Uhr |
Lesezeit: 2 Min.
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Vor dem Länderspiel gegen Serbien plädiert Bundestrainer Jürgen Klopp für Geduld mit dem neuen Kurs der Nationalmannschaft. In Abwesenheit von Joshua Kimmich findet er bei der Kapitänsfrage eine pragmatische Lösung.
Von Martin Schneider
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A ls Jürgen Klopp im Pressesaal der Münchner Arena Platz nahm, schwebte über seinem Kopf auf einem großen Schwarz-Weiß-Bild des Stadions der Slogan „Mia san Mia“. Ein ganz lustiger Moment war das, weil der Erfinder dieses Spruchs gleichzeitig in der ersten Reihe in einem der bequemen Kinosessel Platz nahm. Marc Kosicke, Klopps Berater, entwickelte den Spruch einst im Auftrag des FC Bayern, wie er mal in einem Podcast ausführlich erzählte. Inklusive der schönen Anekdote, dass Uli Hoeneß auf die Frage, ob man das bairische „Wir“ nicht mit einem „R“ am Ende schreibe, entgegnete: „Nein, das ist die russische Raumstation.“
Die Raumstation Mir ist längst Geschichte, abgestürzt in den Pazifischen Ozean, das „Mia san Mia“ so aktuell wie immer. Und auch wenn Jürgen Klopp als eine der wenigen hoch einflussreichen Figuren des deutschen Fußballs nie in München gearbeitet hat, verströmte sein Auftritt vor seinem dritten Spiel als Bundestrainer gegen Serbien am Donnerstag (20.45 Uhr, ZDF) ein bisschen „Ich bin ich“. Er setzte jedenfalls zu einer kleinen Verteidigungsrede seines bisherigen Kurses an.
„Wenn man ein Ballett zusammenstellt – nicht, dass wir ein Ballett wären –, aber wenn man von denen verlangt, nach vier Tagen sollen die auftreten, dann rennen die sich über den Haufen“, sagte Klopp. „Aber wenn man sich das dann in einem halben Jahr anguckt, dann denkt man: Das ist ja wundervoll. Und das ist unser Ziel.“ Er sagte voraus, dass auch die Serben eingespielter sein werden als seine Mannschaft. Er sei aber bereit, diesen Nachteil im Sinne der Entwicklung in Kauf zu nehmen. „Es gibt ein paar Dinge, die jeder Spieler auf der Festplatte haben muss, um eine glückliche Zukunft in dieser Mannschaft zu haben“, sagte Klopp. Von dieser Zukunft sei man aber noch „ganz weit entfernt“. Auf dem Weg dorthin ist er aber offensichtlich bereit, die harten Realitäten des Fußballs so gut es geht zu ignorieren. „Die Ergebnisse stören – aber das ist nur ein Moment“, sagte er.
Fehlen wird Nico Schlotterbeck, der im Training umknickte. Fehlen wird auch der Kapitän Joshua Kimmich, den Klopp trotz dessen Hoffnung auf einen Sinneswandel ausgerechnet in München in sein gar nicht so weit entferntes Zuhause schickte. Was die Frage aufwirft, wer Spielführer sein wird. Klopp sagte: der mit den meisten Länderspielen. Da er bis auf den Torhüter Jonas Urbig, der sein Debüt im Nationalteam geben wird, seine Startaufstellung nicht verriet, wären das absteigend Serge Gnabry mit 61 DFB-Einsätzen, Florian Wirtz (46 Länderspiele) oder David Raum (39).
Nach dem Unentschieden gegen die Niederlande und der Niederlage gegen Griechenland braucht Klopp gegen Serbien ein Erfolgserlebnis, um nicht Gefahr zu laufen, als neuer Bundestrainer erstmal in der Nations League abzusteigen. Nur die ersten beiden Teams qualifizieren sich für die Endrunde, es wäre vor der Europameisterschaft 2028 die einzige Möglichkeit, gegen Topteams unter Wettkampfbedingungen anzutreten. Nach dem Ausfall von Schlotterbeck sind von den bisherigen Spielern nur noch Gnabry, Philipp Treu, Yannick Engelhardt, Finn Dahmen und Bambasé Conté dabei. Wahrscheinlich wird also eine im Vergleich zum Griechenland-Spiel auf elf Positionen veränderte Startaufstellung beginnen.
Sicher ist, dass auch am Ende dieses Spiels ein Ergebnis stehen wird. Die Frage ist nur, wie sehr es dann stört.
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