Astronauten trainieren für Mondmission: Vom Nördlinger Ries ins Weltall

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Por Von Florian FuchsTop – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

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Wieder einmal sind Raumfahrer in Nördlingen zu Gast. Schon 1970 studierten Astronauten der Nasa im Ries Gesteine – sie tranken aber auch Weißbier und trieben allerlei Unfug.

Von Florian Fuchs

Nördlingen und das Weltall pflegen seit etwa 14,8 Millionen Jahren einen intensiven Austausch, damals schlug ein gewaltiger Asteroid ein im Ries. Das mag im Miozän zunächst wenig ersprießlich gewesen sein, bis heute aber zehrt die Gegend von fruchtbaren Böden und besonderen Gesteinen. Der 25 Kilometer große Rieskrater zeugt noch heute von dem Unglück, was wiederum regelmäßig Astronauten diverser Länder nach Nördlingen und Umgebung lockt.

Während unklar bleibt, ob sich Markus Söder bereits für Bavaria One angemeldet hat, ist es aktuell mit Gästen aus Japan, Europa und den USA wieder so weit, das hat der Bayerische Rundfunk aus ganz geheimer Quelle erfahren: Drei Raumfahrer trainieren für mögliche Mondmissionen. Geheim ist das Training, weil die Astronauten in Ruhe die Gesteine kennenlernen sollen, die bei dem Einschlag eines Asteroiden entstehen und damit solchen auf dem Mond in ihren Strukturen ähneln. Kaum irgendwo auf der Welt ist dies so gut zu studieren wie im Nördlinger Ries, weshalb bereits 1970 vier Astronauten der späteren Missionen Apollo 14 und 17 die sogenannten Impaktgesteine begutachteten, um Proben auf dem Mond gezielter einsammeln zu können.

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Damals war die erste Mondlandung gerade ein paar Monate her, von Neil Armstrong übrigens auf einer Kamera dokumentiert, die mit einer von Varta nahe Nördlingen hergestellten Batterie betrieben wurde. Dafür interessierten sich die Astronauten 1970 weniger, die stattdessen in Steinbrüchen des heutigen Geoparks Gesteine studierten, sich es aber ansonsten offenbar gut gehen ließen in Nordschwaben.

Die Augsburger Allgemeine enthüllte damals, dass die Nasa-Astronauten sich bei einer abendlichen Bierprobe literweise „German Weizenbier“ hätten schmecken lassen, was der spätere Apollo-14-Kommandanten Alan Shepard mit der Bemerkung quittiert haben soll: „Mehr geht nicht, sonst pass’ ich nicht mehr in meinen maßgeschneiderten Raumanzug.“

Legendär ist die Geschichte, wie Eugene Cernan, im Dezember 1972 der bislang letzte Mensch auf dem Mond, eines Morgens am linken Ellbogen einen Verband trug. Offenbar hatte er am Abend zuvor mit einem Rad eine Runde auf der Nördlinger Stadtmauer gedreht und war dabei gestürzt. Es verwundert also nicht, dass Cernan bei seiner Mondmission ein Teil des rechten hinteren Kotflügels seines Mondrovers schrottete, der Mann war Spezialist für seltsame Unfälle. Gemeinsam mit seinem Kollegen Harrison Schmitt baute er aus vier Mondkarten, Klebeband und Klemmen einen Ersatzkotflügel – das Provisorium ist heute leider nicht im Rieskrater-Museum ausgestellt, sondern im National Air and Space Museum in Washington, D.C.

Das Stadtarchiv in Nördlingen gilt als eines der bedeutendsten im deutschsprachigen Raum. Nun wurde es mit dem Blue-Shield-Zeichen der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten gekennzeichnet.

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