Register für Defibrillatoren: Wie Helfer künftig schneller einen Notfallschocker finden sollen

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Por Von Nina von Hardenberg — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

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Register für Defibrillatoren Wie Helfer künftig schneller einen Notfallschocker finden sollen

23. September 2026, 15:42 Uhr |

Lesezeit: 3 Min.

Lebensrettende Technik: Mit einem Defibrillator unterstützen auch Laien bei einer Rettungsaktion.
Lebensrettende Technik: Mit einem Defibrillator unterstützen auch Laien bei einer Rettungsaktion. Foto: Günther Reger

Zusammenfassung

  • In Bayern startet ein Register, das Standorte von Defibrillatoren sammelt und Kartenanbietern sowie Rettungsleitstellen zur Verfügung stellt.
  • Obwohl es Tausende Defibrillatoren in Bayern gibt, werden sie im Notfall oft nicht gefunden und daher zu selten eingesetzt.
  • Der Freistaat fördert das Projekt der Björn-Steiger-Stiftung mit 340 000 Euro, um mehr der jährlich 65 000 Herz-Kreislauf-Stillstände zu überleben.

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In Bayern gibt es an unzähligen Orten Defibrillatoren – in Rathäusern, Schulen, neben dem Bankautomat. Allerdings: Kaum jemand weiß das. Ein Projekt soll nun Abhilfe schaffen.

Von Nina von Hardenberg

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Wer in einer unbekannten Stadt einen Arzt sucht, findet über die Kartendienste auf dem Handy schnell Adresse und Öffnungszeiten raus. Auch Apotheken, Eisdielen oder etwa Bankautomaten sind dort verzeichnet. Eine andere, mitunter lebensrettende Information aber ist nicht so einfach verfügbar: Wo findet sich der nächstgelegene Defibrillator? Selbst Anbieter wie Google Maps helfen hier häufig nicht weiter.

Dabei gibt es inzwischen Tausende solcher Geräte in Bayern. Sie hängen in Rathäusern, Vorräumen von Banken, in Schulen oder Schwimmbädern. Wer sie nutzt, kann die Überlebenschancen für Menschen mit Herz-Kreislauf-Stillstand deutlich verbessern. Nur: „Sie werden viel zu selten eingesetzt, weil sie im entscheidenden Moment nicht gefunden werden“, sagt Pierre-Enric Steiger. Diese Lücke aber werde man jetzt schließen.

Der Präsident der Björn-Steiger-Stiftung, die sich für Notfallhilfe und lebensrettende Projekte in Deutschland einsetzt, steht am Mittwoch zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Bernhard Seidenath bei der Klausurtagung der CSU in Kloster Banz vor der Presse. Gemeinsam verkünden sie eine frohe Botschaft:  Von sofort an werde man ein Register aufbauen, das die Informationen über Standorte von Defibrillatoren sammelt und sie bekannten Kartenanbietern aber auch den Leitstellen des Rettungsdienstes zur Verfügung stellt. Die Testphase sei jetzt offiziell gestartet.

Man strenge sich seit Jahren an, um die Zahl der jährlich etwa 2700 Verkehrstoten in Deutschland zu senken, sagt Seidenath. Gleichzeitig erlitten aber jährlich etwa 65 000 Menschen einen außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstand – mehr als 10 000 Menschenleben könnten gerettet werden, wenn sofort mit der Wiederbelebung begonnen würde. „Jedes Menschenleben zählt. Wir wollen das tun.“ Der Freistaat fördert das Projekt, für das sich der CSU-Gesundheitsexperte Seidenath seit Langem starkmacht, mit 340 000 Euro.

„Ein plötzlicher Herzstillstand fragt nicht nach Zuständigkeiten“, sagte Pierre-Enric Steiger. Er passiere im Alltag und die Menschen, die dann als Erstes helfen, seien fast nie Profis. Es seien Angehörige oder Passanten. Sie müssen handeln, denn ohne Hilfe gilt laut Steiger: „Mit jeder Minute sinkt die Überlebenschance um zehn Prozent“. Wie man als Laie richtig reagiert, erklärt die Stiftung auf ihrer Internetseite und in Seminaren: Zunächst gilt es zu prüfen, ob die Person wirklich keine Lebenszeichen mehr zeigt und nicht mehr atmet. Ist dies der Fall, muss sofort unter 112 die Rettung alarmiert werden und man beginnt mit einer Herzdruckmassage. Falls aber eine zweite Person anwesend ist, sollte diese parallel nach einem Defi suchen.

Denn die automatisierten, externen Defibrillatoren (AED) sind so konzipiert, dass sie Laien bei der Rettungsaktion unterstützen und damit die Überlebenschancen verbessern. Bilder auf dem Gerät zeigen, wie die Elektroden auf den nackten Oberkörper geklebt werden müssen. Das Gerät misst dann die Herzfrequenz und weist die Helfer per Sprachansage an, was zu tun ist. Entweder bittet es, die Herzmassage fortzusetzen und gibt dafür per Piepton den Rhythmus vor. Bei gefährlichen Rhythmusproblemen kann es zudem auch einen Schock auslösen.

All das aber hilft nur, wenn die Geräte auch gefunden werden. Genau das ist das Ziel der von der Björn-Steiger-Stiftung und der Deutschen Herzstiftung gemeinsam getragenen Initiative „Herzsicher“. „Jeder kann Leben retten“, heißt es auf der Homepage. Dass jeder auch das nötige Werkzeug dafür findet, dafür will die Initiative nun mit einem landesweiten, einheitlichen Verzeichnis aller Standorte von AEDs sorgen. Das Register könnte damit auch als Modell für ganz Deutschland dienen.

Versuche, die Standorte von Defibrillatoren sichtbar zu machen, gibt es indes bereits. So findet man auf der Seite OpenAEDMap eine weltweite Übersichtskarte. Die Informationen zu den jeweiligen Standorten sind allerdings oft unvollständig. Ziel des Registers ist es, diese Daten für Bayern zu vervollständigen und dann den bereits existierenden Plattformen zur Verfügung zu stellen. Kartenanbieter will man die exakten Daten zum Standort übermitteln. Die Leitstellen sollen auch noch weitere Informationen, etwa hinterlegte Codes für Türschlösser, erhalten, falls sich der Defi in einem abgeschlossenen Innenraum befindet. Das ganze Projekt ist als Mitmachprojekt geplant, betonte Steiger: „Unsere Bitte an alle, die einen Defibrillator betreiben: Melden Sie Ihr Gerät. Jeder Eintrag kann Leben retten.“

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