USA: Trump trennt sich von Katie Zacharia
Por Von Charlotte Walser, Washington — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport
USA Trump trennt sich von Katie Zacharia
16. Oktober 2026, 21:12 Uhr |
Lesezeit: 3 Min.
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Zusammenfassung
- Katie Zacharia muss das Amt der Weißen-Haus-Pressesprecherin bereits nach einer Woche wieder aufgeben.
- Zacharia hatte bei ihrer ersten Pressekonferenz einen holprigen Auftritt und bezeichnete sich fälschlicherweise als Rechtsanwältin, obwohl sie die Anwaltsprüfung nicht bestanden hatte.
- Eine NGO reichte wegen der falschen Berufsbezeichnung Beschwerde bei der Anwaltskammer von Kalifornien ein und forderte eine Untersuchung.
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Nach nur einer Woche ist die neue Pressesprecherin von Donald Trump ihren Job bereits wieder los. Sie hatte einen holprigen Start hingelegt.
Von Charlotte Walser, Washington
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„Ein Scaramucci“ war eine Weile gebräuchlich als Synonym für eine kurze Zeitperiode. Nur elf Tage lang war Anthony Scaramucci Kommunikationschef im Weißen Haus, bevor Donald Trump ihn am 31. Juli 2017 wieder feuerte. Katie Zacharia hat Scaramucci nun unterboten: Nur eine Woche nach ihrer Ernennung zur Pressesprecherin des Weissen Hauses muss sie Posten bereits wieder verlassen.
Donald Trump sagte am Freitag zu Reportern, er habe Zacharia dazu ermutigt, ihre Stelle „noch einmal zu überdenken“. „Ehrlich gesagt, wenn ich du wäre, würde ich es mir noch einmal überlegen“, habe er zu ihr gesagt. „Brauchst du das wirklich? Ich glaube nicht, dass du das brauchst.“ Er wolle nur, dass sie glücklich sei, fügte er an.
Ob Zacharia nach dem Gespräch freiwillig die Konsequenzen zog, ist unklar. Die New York Times berichtete unter Berufung auf informierte Personen, Zacharia sei entlassen worden.
Sie verwechselte den Präsidenten mit ihrem Ehemann
Am Dienstag hatte Katie Zacharia ihre erste Pressekonferenz im Weissen Haus abgehalten – und einen holprigen Start hingelegt. Sie sprach zögerlich, verwechselte den Präsidenten mit ihrem Ehemann, geriet bei den Fragen der Medien ins Schleudern. Seit dem Auftritt machte sich das Internet lustig über sie: Ihren Auftritt zu imitieren, wurde in den sozialen Medien zu einer neuen Disziplin.
Das war aber nicht alles. Dem Auftritt folgte eine Flut von Schlagzeilen, weil Trump sie als Rechtsanwältin bezeichnet hatte. Als ein Reporter Trump fragte, wann sie ihre Anwaltsprüfung abgelegt habe, wandte sich der Präsident an Zacharia. Sie antwortete: „Als ich nach China ging.“ Inzwischen ist bekannt, dass Zacharia zwar tatsächlich in Kalifornien zur Prüfung antrat, diese aber nicht bestand. Sie habe das als „unbedeutend“ erachtet, sagte Zacharia.
Ich habe das Gefühl, dass ich mich trotz der sehr kurzen Vorbereitungszeit wirklich der Herausforderung gestellt habe.
Katie Zacharia
Schliesslich wurde Zacharia auch noch von Fox-News-Moderator Sean Hannity in die Mangel genommen. Er fragte sie, was bei ihrer ersten, 14-minütigen Pressekonferenz passiert sei. Zacharia sagte, sie habe wenig Zeit gehabt, sich vorzubereiten. Die Unterlagen habe sie erst kurz vor Beginn erhalten.
„Ich habe das Gefühl, dass ich mich trotz der sehr kurzen Vorbereitungszeit wirklich der Herausforderung gestellt habe“, sagte Zacharia. Sie habe ihr Bestes gegeben. Aber sie hätte wahrscheinlich keine Fragen beantworten sollen. Zacharia behauptete außerdem, sie habe sich nie als Anwältin („attorney“) bezeichnet. Doch Hannity wies auf einen Beitrag von CNN hin, wonach sie sich in 15 Posts als Anwältin bezeichnet hatte.
Sie bezeichnete sich fälschlich als Rechtsanwältin
Zacharia versuchte sich damit herauszureden, dass sie das nicht geschrieben, sondern bloß weiterverbreitet habe, was keine Zustimmung bedeute. Sie beteuerte außerdem, Donald Trump habe sie nicht danach gefragt, ob sie die Anwaltsprüfung bestanden habe, als er sie eingestellt habe. Sie sei eingestellt worden, um den Präsidenten gegenüber der Presse zu vertreten.
Dieser Auftritt machte alles noch schlimmer. Zwar muss eine Pressesprecherin im Weißen Haus nicht Rechtsanwältin sein. Sich fälschlicherweise als solche zu bezeichnen, könnte aber gesetzeswidrig sein. Eine NGO reichte Beschwerde bei der Anwaltskammer von Kalifornien ein und forderte eine Untersuchung.

Donald Trump hatte am Freitag vor einer Woche mitgeteilt, dass Katie Zacharia die Nachfolge von Karoline Leavitt als Pressesprecherin im Weißen Haus antrete. In seiner Mitteilung stand ebenfalls, sie sei Anwältin. Der Präsident hob aber vor allem ihre Loyalität zu ihm hervor. „Sie kann auf eine makellose Bilanz als Unterstützerin zurückblicken“, schrieb er. Außerdem sei sie eine begeisterte MAGA-Anhängerin.
Die 42-Jährige hatte bislang nicht zum engen Zirkel des Präsidenten gehört, sich aber für ihn stark gemacht. Seit dem Sommer war sie als Kommunikationsberaterin beim Medienunternehmen tätig gewesen, das seine Plattform Truth Social unterhält. Zacharia war auch Kommentatorin beim rechten Sender Newsmax und bei Fox News.
Im Februar veröffentlichte die konservativen Zeitung New York Post einen Gastbeitrag von Zacharia mit dem Titel „Warum mein Fitnesstudio den Anti-MAGA-Tyrannen nachgegeben hat – und wie ich mich gewehrt habe“. Sie schildert darin, was sie in einem Gym im liberalen Kalifornien erdulden musste, weil sie eine Mütze mit der Aufschrift „Trump Force Captain“ trug.
Als Pressesprecherin hatte sie wenig Erfahrung. Nur für kurze Zeit war Zacharia im Frühjahr stellvertretende Leiterin des Kommunikationsteams von Homeland Security, dem Ministerium für innere Sicherheit, damals unter Kristi Noem.
Katie Zacharia ist 1984 in Los Angeles geboren worden, an der Pepperdine Universität erwarb sie einen Bachelor in Politikwissenschaft, bevor sie Jura studierte. Zu Beginn ihrer Karriere war sie für ein Unternehmen in China tätig. Später arbeitete Zacharia als Rechtsberaterin für die konservative Organisation „Fix California“.
Das Weiße Haus hatte sie als Praktikantin während der Amtszeit von George W. Bush kennengelernt. Bei ihrer ersten Pressekonferenz sagte sie, für Donald Trump habe sie schon lange arbeiten wollen. Als Pressesprecherin konnte sie das nun nicht sehr lange tun.
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Fonte: Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport