Trump verkündet Einigung: Neues, altes Abkommen mit Grönland
Por Von Michael Neudecker, Oslo/Kopenhagen — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport
Trump verkündet Einigung Neues, altes Abkommen mit Grönland
20. September 2026, 14:53 Uhr |
Lesezeit: 3 Min.
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Zusammenfassung
- Trump verkündet ein Abkommen mit Dänemark zu Grönland, das sich kaum vom bereits bestehenden Vertrag von 1951 unterscheidet.
- Das Abkommen erlaubt den USA weiterhin freien Zugang zu Verteidigungszonen in Grönland und soll Investitionen von "Feinden" wie China verhindern.
- In Grönland herrscht zwischen Erleichterung und Misstrauen gemischte Stimmung, da der offizielle Abkommensinhalt noch nicht veröffentlicht wurde.
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Donald Trump feiert ein Abkommen mit Dänemark, das sich von der bereits existierenden Vereinbarung kaum unterscheidet. Grönland schwankt zwischen Erleichterung und Misstrauen.
Von Michael Neudecker, Oslo/Kopenhagen
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Das seien „wirklich, wirklich gute Neuigkeiten“, so zitierte das grönländische Medium Sermitsiaq am Wochenende die grönländische Abgeordnete Naaja Nathanielsen. Ähnliches sagte die Gesundheits- und Inklusionsministerin Anna Wangenheim, und natürlich lobte auch der US-Botschafter in Kopenhagen, Kenneth A. Howery, das Abkommen, das „ein großer Sieg für die Vereinigten Staaten, Dänemark, Grönland und alle unsere NATO-Partner“ sei. Ein großer Sieg?
Die dänische Zeitung Politiken zitierte den ehemaligen Präsidenten des „Inuit Circumpolar Council“ und früheren grönländischen Minister Aqqaluk Lynge: „All das Getue darum, nur um wieder da zu sein, wo wir vorher waren.“ Sermitsiaq veröffentlichte ein Foto eines Plakats in Nuuk, der Hauptstadt von Grönland, auf dem steht: „Wacht auf, Jens und Mette!“ Gemeint sind Jens-Frederik Nielsen und Mette Frederiksen, die Regierungschefs von Grönland und Dänemark. Der grönländische Oppositionschef Pele Broberg sagte: „Wir haben schon einige Monate gewartet, jetzt warten wir doch einfach auf den offiziellen Inhalt.“
Die USA dürfen bereits seit 1951 auf Grönland Stützpunkte errichten
So weit die Stimmungslage in Grönland an diesem Wochenende, das, wenn es nach US-Präsident Donald Trump geht, die Geschichte der größten Insel der Welt für immer verändern solle, in Trumps Social-Media-Worten: „FOREVER“.
Die USA und Dänemark hätten sich auf ein Abkommen zu Grönland geeinigt, schrieb Trump in seinem Netzwerk. Das gebe den USA uneingeschränkte Kontrolle über Grönlands Sicherheit und Verteidigung, das heißt: Die USA dürfen auf Grönland Stützpunkte errichten und Soldaten entsenden, wie sie es für richtig halten. Überdies haben die USA die Garantie, dass „unsere Feinde“ auf Grönland nicht investieren dürfen, gemeint ist damit offensichtlich vor allem China. Und das alles sei für die USA gratis, „NO COST“, schrieb Trump.
Den Inhalt des Abkommens veröffentlichten bislang weder Dänemark noch Grönland oder die USA, von Trumps Social-Media-Post abgesehen. Bekannt ist bisher nur dieser Abkommenstext: Die USA hätten in Grönland „freien Zugang zu und freie Bewegung zwischen den Verteidigungszonen in ganz Grönland, einschließlich der Hoheitsgewässer, zu Lande, zu Wasser und in der Luft“. Das heißt nichts anderes als: Die USA dürfen auf Grönland Stützpunkte errichten und Soldaten entsenden, wie sie es für richtig halten. Das Abkommen, das zwischen den USA und Dänemark geschlossen wurde und unbegrenzt gilt, wurde im Jahr 1951 unterzeichnet.
„Dänemark und Grönland werden sich erst zum Inhalt äußern, wenn die Unterschrift von Trump auf dem Dokument ist“
Aber Donald Trump wollte ja immer mehr, im Januar sagte er, die USA müssten Grönland „besitzen“. Er begann damit einen Streit, in dem er zwischenzeitlich gar drohte, sich eben mit Militärgewalt zu holen, was den USA zustünde. Dass also die Nato, Grönland und Dänemark jetzt aufatmen, weil Trump einen Konflikt zu beenden scheint, den er selbst angefangen hat, das dürfte nicht ganz falsch sein.
Der Politologe Ulrik Pram Gad vom Dänischen Institut für Internationale Studien (DIIS) sagt am Samstagnachmittag via Videocall: Man dürfe annehmen, dass sich die Regierungen in Dänemark und Grönland darauf verständigt hätten, Trump den PR-Sieg für seine Klientel zu überlassen, „um später der eigenen Bevölkerung zu erklären, was das Abkommen tatsächlich bedeutet“. Dass der Inhalt bisher nicht veröffentlicht wurde, das sei keine Überraschung: „Dänemark und Grönland werden sich erst zum Inhalt äußern, wenn die Unterschrift von Trump auf dem Dokument ist.“ Abkommen mit Trump seien ja schon dann nicht unbedingt verlässlich, wenn er sie unterzeichnet habe.
Die Souveränität Grönlands und Dänemarks haben sie in Nuuk und Kopenhagen stets als rote Linie bezeichnet, und nichts deute darauf hin, dass sich das geändert habe, sagt Gad. Auch Trump betont, die Souveränität Grönlands und Dänemarks blieben unangetastet. Der einzige Unterschied, den das neue Abkommen zum alten von 1951 damit offenbar aufweist, wäre ein Passus zur Genehmigung von Investitionen. Die Arktis ist eine zunehmend umkämpfte Region, China versucht schon länger, seinen Einfluss zu steigern, Russland sowieso, und auch die EU hat erkannt, dass sie in der Arktis präsenter sein müsste. Vor zwei Wochen verkündete Ursula von der Leyen ein 200 Millionen Euro schweres Investitionspaket der EU in Grönland. Grönland könne sich auf die EU verlassen, sagte von der Leyen.
Dass für Länder wie China der Weg zu Investitionen erschwert, wenn nicht ganz versperrt werden soll, das also stand zwar nicht im Abkommen von 1951. Ulrik Pram Gad aber erinnert daran, dass die grönländische Regierung gerade dabei war, einen Gesetzesentwurf zu verabschieden, in dem es genau darum ging. Der aber sei zurückgezogen worden, als Trump mit seinen Drohungen begann.
Und was Trumps Begeisterung darüber angeht, das alles sei umsonst für die USA: Die Kosten für das Reaktivieren alter Stützpunkte oder das Errichten neuer sowie für die Entsendung von Soldaten, die tragen, natürlich, die USA.
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Kommentar von Hubert Wetzel 
Fonte: Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport