Sportpolitik: Berlin will seine Olympia-Bewerbung zurückziehen

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Wenige Tage vor dem Entscheid am Samstag zieht Berlin die Bewerbung um die Olympischen Spiele zurück. Damit bleiben noch die Kandidaten München und „KölnRheinRuhr“ übrig.

Berlin will seine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele nach dpa-Informationen wenige Tage vor der Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) über den nationalen Kandidaten zurückziehen. Zuerst hatte der rbb darüber berichtet. Der Senat bezog dazu zunächst keine Stellung, lud aber zu einer Pressekonferenz am Donnerstag (10 Uhr) ein.
Vorausgegangen war eine Sitzung mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) und Berlins Olympia-Beauftragtem Kaweh Niroomand.

Damit blieben für die Wahl in Baden-Baden nur noch zwei Kandidaten übrig: München und „KölnRheinRuhr“ hatten von der Evaluierungskommission unter der Führung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) deutlich mehr Punkte für ihre Konzepte erhalten als die Kampagne Berlin+, die mit Partnern aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen angetreten war.

Laut Bewertungsmatrix liegen Bayerns Landeshauptstadt und „KölnRheinRuhr“ im nationalen Olympiarennen nur zwei Punkte auseinander – Berlin ist abgeschlagen. Zwischen den Führenden dürfte es bei der Wahl am Samstag hochspannend werden.

Die Berliner Bewerbung stand schon länger unter Druck. Anders als in München und NRW fehlte ein Referendum, als Gegner formierte sich eine starke „NOlympia“-Bewegung, seit Sonntag war auch die Unterstützung der Politik fraglich. Elif Eralp, Spitzenkandidatin der Linken und Anwärterin auf das Amt der Regierenden Bürgermeisterin, hatte nach dem Wahlsieg ihrer Partei in Berlin ihre Ablehnung der Olympiapläne deutlich gemacht.

Im Kurhaus von Baden-Baden entscheiden am Samstag 42 olympische Sportverbände sowie das Präsidium und persönliche Mitglieder des DOSB, wer beim IOC ins Rennen geschickt wird. Die Verantwortung liegt dabei bei den Fachverbänden, die jeweils drei Stimmen besitzen und diese im Block abgeben müssen (insgesamt: 126). Jede Person aus dem DOSB-Präsidium (10) und alle anwesenden persönlichen Mitglieder (7) haben jeweils eine Stimme. Für den Sieg ist die absolute Mehrheit der maximal 143 Stimmen nötig.

Der deutsche Bewerber tritt beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in einen Wettstreit mit zahlreichen Kontrahenten ein. Die Spiele 2036 will das IOC in drei Jahren vergeben. Bislang hatten lediglich 1936 in Berlin und 1972 in München Olympische Sommerspiele auf deutschem Boden stattgefunden.

Vor der entscheidenden Abstimmung über den deutschen Olympiabewerber liegen München und „KölnRheinRuhr“ überraschend gleichauf. Einer der Gründe: Die „Strahlkraft“ soll in NRW größer sein.

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