Satire: Ein Ja zu Menschen, die sich als Tiere identifizieren
Por Von Andrian Kreye — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport
Satire Ein Ja zu Menschen, die sich als Tiere identifizieren
21. Oktober 2026, 12:19 Uhr |
Lesezeit: 2 Min.

Der Komiker Larry David provoziert das linke Amerika mit einem satirischen Essay über die Democratic Socialists of America.
Von Andrian Kreye
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Humor war noch nie die Stärke der politischen Linken. Deswegen reagiert die amerikanische Basis auch verschnupft auf einen satirischen Essay des 79-jährigen Komikers Larry David („Seinfeld“, „Curb Your Enthusiasm“) für das Magazin Air Mail, in dem er so tut, als sei er jetzt Mitglied der Democratic Socialists of America (DSA) und habe da ein paar Grundsatzvorschläge. Auch wenn sich sein Stammpublikum eigentlich aus genau diesem linksliberalen Milieu an den Küsten rekrutiert. Die DSA sind der linke Flügel der Demokraten, zu dem unter anderem New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani und die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez gehören. Ihr Fokus liegt vor allem auf ökonomischer Gerechtigkeit, einem Thema, das in den USA angesichts horrender Wohn- und Lebenshaltungskosten eine zunehmend große Zahl an Menschen anspricht. Die DSA stehen aber auch für einen nachhaltigen Lebensstil, bei dem persönliches Glück und kollektives Umweltbewusstsein zentral sind.
Larry David postuliert nun zum Beispiel: „In unserem sozialistischen Amerika werden wir spirituell und finanziell so erfüllt sein, dass die Polizei dramatisch auf die Lösung häuslicher Streitigkeiten reduziert wird. Dazu werden auf Bauernmärkten auch Stände errichtet, wo solche Eheprobleme in einer bodenständigen „Farm to table“-Weise gelöst werden.“
Freie Tage für Menschen, die ein Haustier verloren haben
Außerdem fordert er freie Tage für Menschen, die ein Haustier verloren haben. „Menschen, die sich als Tiere identifizieren“ und Fellanzüge tragen, soll es erlaubt sein, sich immer und überall zu entleeren. Außerdem sollen Weiße Schwarzen als Sklaven dienen. Das liest sich im Original sehr viel lustiger als in der deutschen Nacherzählung, aber sehr lustig ist es wirklich.
Etwas heikel wird es bei der Nahost-Frage. Die DSA gelten als notorisch israelkritisch, in Teilen als israelfeindlich, in Teilen auch als antisemitisch. Die Juden, so David (selbst Jude, der sich in seinen Shows oft über seinen Glauben ebenso lustig macht wie über Antisemiten), sollten sich fortan nicht mehr „the chosen people“ nennen dürfen, also das auserwählte Volk, sondern „the bagel people“, nach dem traditionellen Gebäck New Yorker Juden. Außerdem sei eine Zweistaatenlösung anzustreben: „Dahin gehend schlagen wir vor, dass den Palästinensern alles Land gegeben wird, das derzeit von Israel besetzt ist, und Israel soll die Pitcairninseln im Südpazifik erhalten, wo das Wetter schön ist und Grapefruits in rauen Mengen wachsen. Wir glauben, dass das Bagel-Volk dort sehr glücklich sein wird.“
Online teilen sich die Reaktionen auf Larry Davids Text nun recht genau an der Altersgrenze von 35. Jüngere Linke finden das alles gar nicht lustig. Dabei bekam er aus genau der Ecke für einen anderen satirischen Essay in der New York Times viel Applaus. Nachdem der Late-Night-Moderator Bill Maher sich auf ein Abendessen mit Donald Trump eingelassen hatte, schrieb David einen Text mit dem Titel „Mein Dinner mit Adolf Hitler“.
David ist sich der Schärfe seiner Satire und der Humorlosigkeit der Linken bewusst. Im letzten Absatz fordert er, dass jeder Comedian, der Gefühle anderer verletzt, in ein Umerziehungsprogramm müsse. Und wenn nicht einmal das helfe, sollten diese Komiker „auf die Pitcairninseln geschickt werden, wo sie mit dem Bagel-Volk leben müssen“.
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