Paulaner-Zelt auf dem Oktoberfest: Gesegneter Aufstieg in den Wirte-Olymp
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Paulaner-Zelt auf dem Oktoberfest Gesegneter Aufstieg in den Wirte-Olymp
20. September 2026, 15:51 Uhr |
Lesezeit: 3 Min.

Zusammenfassung
- Christine und Lorenz Stiftl haben das Paulaner-Zelt mit 6433 Sitzplätzen übernommen und sind damit im "Wirte-Olymp" angekommen.
- Die Ludwig Thoma Musikanten kehren nach sechs Jahren Pause auf das Oktoberfest zurück und feiern ihr 50. Bühnenjubiläum.
- Das Zelt wurde als "Ausgezeichnetes Festzelt 2026" gewürdigt und setzt auf Bio-Produkte aus der Region sowie schnelle Küche.
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Sie sind keine Neulinge auf der Wiesn und betreiben mehrere Wirtshäuser: Christine und Lorenz Stiftl haben jetzt das Paulaner-Zelt übernommen. Worauf sie bei der Musik und beim Essen setzen.
Von Sarah Maderer
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„A Hund bist scho!“, sagte Wiesn-Chef und Wirtschaftsreferent Christian Scharpf (SPD) beim alljährlichen Presserundgang über die Wiesn zu Lorenz Stiftl. Nicht nur deshalb, weil der neue Paulaner-Wirt und seine Ehefrau Christine Stiftl jetzt eins der größten Zelte auf dem Oktoberfest führen, sondern weil es ihnen noch dazu gelungen ist, jenes Zelt zwei Tage vor Anstich von Kardinal Reinhard Marx höchstpersönlich segnen zu lassen. Damit seien Stiftls im Olymp angekommen, findet Scharpf.
Der Segen von oben schadet sicher nicht, angesichts der Mammutaufgabe, deren sich Lorenz und Christine Stiftl angenommen haben. Neulinge auf der Wiesn sind sie aber nicht. Zuvor betrieben sie vier Jahre lang das Volkssängerzelt Schützenlisl auf der Oidn Wiesn und auch auf dem Hauptgelände waren sie – genau gegenüber dem Paulaner-Zelt – von 2002 bis 2022 mit dem Wienerwald-Zelt vertreten, das später in „Zum Stiftl“ umbenannt wurde.

Trotzdem ist das Paulaner Festzelt am südlichen Ende der Wirtsbudenstraße mit 6433 Sitzplätzen drinnen und 1830 weiteren im Biergarten eine neue Größenordnung für das Wirtepaar. Bei der Innengestaltung hätten sie nur Kleinigkeiten verändert, sagen sie im Gespräch, die Tischdeckchen etwa. Alles andere richte sich nach bestehenden baulichen Vorgaben.
Es ist kein verspieltes Zelt, vielmehr eine große Bierhalle mit Balkonen an beiden Stirnseiten. Im Kontrast zum dunklen Holz der Tischgruppen und Zeltstützen leuchten goldgelbe Stoffbanner hell unterm Dach, vor allem dann, wenn tagsüber die Sonne durch sie hindurch scheint. Für ein paar grüne Akzente sorgen große beleuchtete Deckenkränze sowie Hopfen-Girlanden über den Boxen und Balkonen.
Im Mittelschiff erhebt sich vor dem Westbalkon das Bühnenrondell mit dem drei Meter hohen Bierkrug auf dem Dach. Auf dieser Bühne treten täglich drei verschiedene Bands auf: Die Abendreservierung teilen sich die Partybands Tetrapack und Nachtstark; für die richtige Mischung am Tag aus traditioneller Blasmusik und Stimmungsmacher zum Mitsingen haben Stiftls die Ludwig Thoma Musikanten verpflichtet.

Damit kehrt das Dachauer Blasorchester in diesem Jahr nach sechs Jahren Pause auf das Oktoberfest zurück und feiert zugleich sein 50. Bühnenjubiläum auf der Wiesn. Bis zur Corona-Pandemie bespielte nämlich das Ensemble 49 Jahre lang die Bühne der Bräurosl. „Mit einer Band mit so viel Erfahrung kann man nichts falsch machen“, findet Christine Stiftl.
Wie früh die Band in den Party-Modus übergehe, hänge auch von der Stimmung im Zelt ab, erklärt die Festwirtin. Unter der Woche etwa könne der Blasmusik-Teil etwas länger ausfallen. Am ersten Wiesnsamstag stand dagegen keine Stunde nach Anstich das ganze Zelt zu „Skandal im Sperrbezirk“ auf den Bänken.
Englischsprachige Welthits kommen beim internationalen Paulaner-Publikum noch besser an. Im Mittelschiff sitzt vor allem junges Partyvolk aus München und aller Welt an den Tischen, in den Boxen und auf den Balkonen geht es dagegen etwas gediegener zu. Abends wird es in den Gängen eng und unüberschaubar, die Stimmung ist aber friedlich. Ab diesem Jahr ist das Paulaner-Zelt außerdem eine Safe-Now-Zone. Sollte man sich bedrängt oder unwohl fühlen, kann man über die App mit einem Knopfdruck Hilfe vom Sicherheitspersonal anfordern.
Die Speisekarte wollten Lorenz und Christine Stiftl, wo möglich, zu einem Großteil mit Bio-Produkten aus der Region bestücken und wurden dafür noch vor Wiesnstart vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium und vom Dehoga Bayern als „Ausgezeichnetes Festzelt 2026“ gewürdigt. Das sei deshalb vorab möglich gewesen, erklärt die Festwirtin, weil der Einkauf anhand ihrer anderen Betriebe beurteilt werden könne.

Zur Stiftl-Gastronomie gehören neben dem Paulaner-Zelt die Wirtshäuser Spöckmeier, Zum Stiftl und das Hackerhaus sowie der Stehausschank Zum Stiftl in der Innenstadt. Dazu kommen eine hauseigene Metzgerei und Produktionsküche sowie ein eigener Zeltverleih und Festzeltbetrieb auf kleineren Volksfesten.
Aufgrund der Größe des Paulaner-Zelts sei die Speisekarte hier vor allem auf Schnelligkeit ausgelegt, erklärt Lorenz Stiftl. Überschaubar müsse das Angebot sein und die Gerichte dürften nicht zu lange dauern, damit rund 8260 Gäste gleichzeitig verköstigt werden könnten. Neben bayerischen Klassikern wie Schweinsbraten (22,80 Euro) und Schweinshaxe (24,80 Euro) gibt es Wildragout mit Spätzle (27,90 Euro) und Boeuf à la Mode mit Serviettenknödeln (29,90 Euro).

Aus der hauseigenen Metzgerei kommen unter anderem die Weißwürste (4,10 Euro pro Stück), die täglich bis 12 Uhr serviert werden, sowie das Saure Kalbslüngerl (21,80 Euro). Vegetarier können zwischen Käsespätzle (19,90 Euro), Nudeltaschen (22,90 Euro), Bergkäse-Serviettenknödel mit Schwammerl-Rahmsoße (18,20 Euro) und einer veganen Currywurst (18,90 Euro) wählen. Auf seine Hendl (19,90 Euro) ist Lorenz Stiftl besonders stolz. Am Fuß des Paulaner-Turms hat er deshalb erstmals drei zusätzliche Geflügelgrills aufstellen lassen, die nicht nur die Wartezeit aufs Essen verkürzen sollen, sondern es nun auch draußen im Biergarten nach Hendl duften lassen.
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