Oktoberfest: Chefökonom hat nachgerechnet, wie viel teurer Bier auf der Wiesn wirklich geworden ist
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Es gilt schon fast als Naturgesetz, dass der Preis für die Mass in jedem Jahr steigt. Nun belegt ein langjähriger Vergleich, wie krass diese „Wiesnflation“ ausfällt.
Die Mass Bier auf dem Münchner Oktoberfest wird in diesem Jahr nur mäßig teurer. Täuscht also der Eindruck vieler Menschen, dass die Bierpreise auf der Wiesn sich unverhältnismäßig nach oben entwickeln? Das ist nicht der Fall, wie Berechnungen des Chefökonoms der Unicredit in Deutschland, Andreas Rees, zeigen.
Denn danach ist der Preis der Wiesnmass im Langfristvergleich seit 1985 um das Fünffache gestiegen. Damit übersteigt die „Wiesnflation“ die allgemeine Teuerungsrate in Deutschland massiv. Das schreibt Rees in der neuen Ausgabe eines Newsletters kurz vor der Eröffnung des Oktoberfests. Am Samstag wird der Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) dort das erste Fass anzapfen.
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Die Bierpreise auf dem Oktoberfest und der Ärger darüber sind in München seit Jahrzehnten Thema. Dieses Jahr kostet die Mass Bier zwischen 14,80 und 15,90 Euro – und damit im Schnitt 15,61 Euro. Damit ist die Mass im Schnitt 2,38 Prozent teurer als im vergangenen Jahr und die Bierpreisinflation auf der Wiesn liegt unter der allgemeinen Teuerung, die voraussichtlich bei an die drei Prozent liegen wird. Quelle für die Wiesnbierpreise sind die Daten des Münchner Statistikamts.
Trotzdem täuscht der Eindruck vieler Besucher nicht, dass die Wiesnwirte ihre Preise im Laufe der Jahre immens erhöht haben, wie die Berechnungen des Unicredit-Ökonoms zeigen: Demnach kostete die Mass 1985 – in Euro umgerechnet – im Schnitt nur 3,20 Euro, ein Fünftel des diesjährigen Preises. Das entspricht einer Inflationsrate von 400 Prozent. Die Verbraucherpreise insgesamt sind seit 1985 jedoch nur um 120 Prozent gestiegen, wie Rees schreibt.
Der Ökonom wirft angesichts der mäßigen Preissteigerung in diesem Jahr die Frage auf, ob auch das Oktoberfest die Nachfragekurve entdeckt hat, also die volkswirtschaftliche Grundregel, dass hohe Preise mit niedrigerer Nachfrage einhergehen. Die „Wiesnflation“ habe möglicherweise ihren Höhepunkt überschritten. „Würden wir die nächste Mass darauf wetten? Wahrscheinlich nicht“, schreibt Rees.
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