Nach jahrelangem juristischem Tauziehen: Richter erlauben Neubau der Kampenwandbahn

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Por Von Matthias Köpf, Aschau im Chiemgau — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

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Die Betreiber dürfen die alte Seilbahn mit ihren nostalgischen Viererkabinen abreißen und durch eine neue Bahn mit doppelt so großen Gondeln ersetzen. Der Streit um die streng geschützten Birkhühner geht aber weiter.

Von Matthias Köpf, Aschau im Chiemgau

Nach einem jahrelangen juristischen Tauziehen zwischen Behörden, Betreibern und Naturschützern hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof den umstrittenen Neubau der Seilbahn auf die Kampenwand erlaubt. Gemäß einem am Freitag veröffentlichten Urteil dürfen die Betreiber die alte Seilbahn mit ihren nostalgischen Viererkabinen abreißen und durch eine neue Bahn mit doppelt so großen Gondeln und wesentlich höherer Besucherkapazität ersetzen.

Der Bund Naturschutz in Bayern hatte gegen das 2017 erstmals genehmigte Vorhaben geklagt. Aus seiner Sicht würde die empfindliche Natur auf dem schon jetzt vielfältig genutzten Ausflugsberg durch noch mehr Besucher zu sehr beeinträchtigt. So bedrohten die Neubau-Pläne unter anderem eine Population der seltenen und streng geschützten Birkhühner.

Speziell diese Gefahr sehen auch Bayerns oberste Verwaltungsrichter. Besonders während der Balz- und Brutzeit sowie im Winter dürften die Tiere so wenig wie möglich gestört werden. Der VGH hat dem zuständigen Landratsamt Rosenheim in seinem Urteil deswegen aufgetragen, sich noch einmal näher mit den nächtlichen Sonderfahrten zu befassen. Laut der bisherigen Genehmigung sollten bis zu 79 Mal pro Jahr Gäste geschlossener Veranstaltungen auch außerhalb der normalen Betriebszeiten auf den Berg und wieder zu Tal gefahren werden dürfen.

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Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) ist schon die zweite Instanz, die sich mit dem umstritten Vorhaben befassen musste. Das Verwaltungsgericht München hatte das Projekt vor drei Jahren in erster Instanz für unrechtmäßig erklärt, sich dabei aber vor allem auf formale Fragen bei zwei voneinander abweichenden Bescheiden des Landratsamts gestützt.

In der Berufungsverhandlung am VGH im vergangenen November ging es neben solchen formalen Fragen auch um den Schutz des Birkhuhns, des Alpensalamanders und des Waldes an den Hängen der Kampenwand. Dabei hatten die Richter schon eine klare Tendenz für eine Genehmigung erkennen lassen. Eine Entscheidung hatten sie allerdings nicht getroffen, um allen Seiten eine letzte Gelegenheit zu geben, sich doch noch ohne Urteil über den Schutz des Birkhuhns, über die maximale Zahl an Fahrgästen und über das Ausmaß der Nachtfahrten zu einigen. Dies ist dem BN und der Betreiberfamilie aus dem Talort Aschau im Chiemgau auch nach mehreren Monaten nicht geglückt, sodass nun doch die Richter sprechen mussten. Die Frage der Nachtfahrten zu klären, trugen sie dabei aber ausdrücklich dem Landratsamt auf.

Die Betreiber reagierten auf das Urteil mit  „enormer Erleichterung“ und betonten, dass das Gericht auch kein generelles Verbot von Sonder- und Nachtfahren verhängt habe. Der BN sieht in dem Urteil einen „Teilerfolg“ für den Artenschutz. Er hoffe sehr, dass die Nachtfahrten jetzt endgültig ein Ende hätten, sagte der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Rosenheim, Rainer Auer.

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