Münchner Philharmoniker: Ein humanistisches Statement
Por Von Rita Argauer — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport
Münchner Philharmoniker Ein humanistisches Statement
18. September 2026, 14:25 Uhr |
Lesezeit: 3 Min.

Mit 37 ist Lahav Shani der jüngste Philharmoniker-Chef seit 100 Jahren. Bei seinem virtuosen Antrittskonzert in München vereint er Leonard Bernstein und den Tölzer Knabenchor – und macht aus Strawinsky beinahe Techno.
Von Rita Argauer
- Anhören
- Artikel anhören
- Merken
- Teilen
- Feedback
U nd dann wird es eben doch politisch. Zumindest ein bisschen. Am Ende der „Chichester Psalms“ von Leonard Bernstein bleibt nur der Philharmonische Chor München stehen, a cappella, ohne instrumentale Begleitung. Leise und sanft verfließen die vielen Stimmen zu einer, singen den Psalm 133, Vers 1, auf Hebräisch. „Siehe, wie fein / Und lieblich es ist, / Wenn Brüder einträchtig / Beieinander wohnen. / Amen.“ Die deutsche und englische Übersetzung gibt es als Übertitel, sehr ungewöhnlich für Konzerte, das hat man eigentlich eher in der Oper, in der das Publikum einer Handlung folgen können soll. Aber hier in der Isarphilharmonie, beim Antrittskonzert von Lahav Shani als neuem Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker, soll der Text offensichtlich auch verstanden werden. Denn dieser Satz ist, wenn nicht ganz klar politisch, zumindest als großes humanistisches Statement zu lesen. Den Nahost-Konflikt da nicht mitzudenken, ist kaum möglich.
- Teilen
- Feedback
Theater : Der Reiz des Anrüchigen
„Es ist keine Pornografie, es ist Menschlichkeit“, sagt Marina Abramović über ihre Performance „Balkan Erotic Epic“, die bei der Ruhrtriennale Premiere feierte. Wirklich? Eine Erkundung zwischen Nacktheit, Riten und Sexualität.
Von Christine Dössel
Fonte: Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport