Landgericht München I: Domina soll Kunden wegen seines Erbes getötet haben

0

Por Von Susi Wimmer — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

  1. Home
  2. München
  3. Gerichtsprozesse in München
  4. Landgericht München: Erschlug eine Domina einen 62-Jährigen, um an sein Erbe zu kommen?

Landgericht München I Domina soll Kunden wegen seines Erbes getötet haben

28. September 2026, 15:10 Uhr |

Lesezeit: 2 Min.

Die angeklagte Domina soll einen 62-Jährigen getötet haben.
Die angeklagte Domina soll einen 62-Jährigen getötet haben. Foto: Susi Wimmer

Zusammenfassung

  • Vor dem Landgericht München I steht eine 59-jährige Domina unter Mordverdacht, weil sie vergangenen Sommer einen langjährigen Kunden erschlagen haben soll.
  • Das angebliche Motiv ist Habgier: Der 62-jährige Münchner hatte die Frau als Alleinerbin eingesetzt und soll angekündigt haben, sie aus dem Testament zu streichen.
  • Die Angeklagte will sich zur Sache nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit äußern; das Gericht gab diesem Antrag statt.

Von der Redaktion überprüft

Diese Zusammenfassung wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz
erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich? Ja Nein Mehr Feedback geben

Mit einem stumpfen Gegenstand schlug die Frau laut Anklage auf den 62-Jährigen ein. Beim Auftakt des Mordprozesses will sie sich nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit äußern.

Von Susi Wimmer

  • Anhören
  • Artikel anhören
  • Merken
  • Teilen
  • Feedback
  • Drucken

SZ bei Google bevorzugen

„Ich bin Sadistin“, erzählt Domina „Lady Susanna“ frei von der Leber weg in einem Podcast. Sie würde es mögen, Männern Schmerzen zuzufügen. Aktuell allerdings sitzt die 59-Jährige auf der Anklagebank vor dem Landgericht München I. Denn sie soll vergangenen Sommer einem Mann mehr als nur Schmerzen zugefügt haben: Laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft soll sie einen langjährigen Kunden mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen haben. Das angebliche Motiv: Geld. Der 62-jährige Münchner hatte die Domina als Alleinerbin eingesetzt.

Das Medieninteresse zum Prozessauftakt ist enorm, der Zuschauerraum überfüllt. Was zum einen daran liegen mag, dass Mordanklagen gegen Frauen eine Seltenheit darstellen; zum anderen wohl noch mehr daran, dass Marion W. eine „Sexarbeiterin“ ist, wie es in der Anklageschrift heißt. Eine Frau, bei der Männer ihre Macht abgeben und sich gegen Bezahlung quälen lassen. Im Gerichtssaal aber wirkt die Angeklagte alles andere als dominant. Die tätowierten Hände kneten die tätowierten Finger, sie sitzt nicht wie üblich alleine in der ersten Reihe der Anklagebänke, sondern neben zwei ihrer drei Verteidiger.

Am ersten Tag wird nur die Anklageschrift verlesen, Marion W. will sich zur Sache äußern, aber nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die 19. Strafkammer unter dem Vorsitz von Markus Koppenleitner berät lange, bis sie zu dem Schluss kommt, dass der intime Bereich der 59-Jährigen zu schützen sei, auch wenn sie selbst ihre Berufspraktiken und persönliche Dinge offenherzig in einem Podcast offenbart habe. Nach Auskunft der Pressestelle des Gerichts hat Marion W. in ihrer nicht-öffentlichen Aussage den Tatvorwurf bestritten.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft jedoch ist Marion W. eine Frau, die heimtückisch und aus Habgier ihren treuen Kunden Ulrich Z. in seinem Haus in Obermenzing ermordet haben soll. Laut der Anklageschrift gehörte dem Mann nicht nur das Grundstück mit Haus in der Keyserlingstraße, sondern zudem noch eine Wohnung in München sowie mindestens 1,5 Kilo Gold und Buchgeld in Höhe von 133 000 Euro.

Die Anklage spricht von einem „Vertrauensverhältnis“

Ulrich Z. soll sich bereits seit etwa 20 Jahren regelmäßig in die Hände der Domina begeben haben. Die Anklage spricht von einem „Vertrauensverhältnis“ und davon, dass der Mann keine anderen, näheren Kontakte pflegte. Deshalb soll er die Frau im Februar 2021 als Alleinerbin in seinem Testament vermerkt haben. Mitte Juni 2025, so steht es in der Anklage, soll Marion W. beschlossen haben, ihren Kunden zu töten, um „den Erbfall zu forcieren“.

Am 15. Juni 2025 soll es zu einem Streit zwischen den beiden gekommen sein, in dem Ulrich Z. ankündigte, die Domina aus dem Testament zu streichen. Um dies zu verhindern, soll die 59-Jährige zwei oder drei Tage später bei Ulrich Z. aufgetaucht sein und ihn zu einer „Session“ im Obergeschoss überredet haben. Wie üblich soll der 62-Jährige dazu zwei Bierflaschen aus dem Keller geholt haben. Beim Betreten des Zimmers dann soll die Frau ihn unmittelbar angegriffen und „mit einem stumpfen Werkzeug mit kleiner Schlagfläche etwa sechs bis zwölf Mal“ auf seinen Kopf eingeschlagen haben, bis er starb.

Niemand schien Ulrich Z. zu vermissen. Drei Wochen lang lag die Leiche im Haus, ehe Marion W. „aus Sorge“ eine Vermisstenanzeige bei der Polizei aufgab. Vier Monate später wurde sie verhaftet. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.

© SZ – Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.

Zur SZ-Startseite

Psychiatrie und Psychotherapie : „Ich schicke all meine Patienten zum Sport“

Der Psychiater Peter Falkai über Promis, die von ihren Depressionen sprechen, Risikofaktoren für eine psychische Erkrankung und die Frage, warum der tägliche Gang zum Kiosk heilsam sein kann.

Interview von Martina Scherf

Fonte: Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

Deixe um comentário

O seu endereço de email não será publicado. Campos obrigatórios marcados com *