iPhone Duo: Wie Apples Klapphandy die Fehler der Konkurrenz vermeiden will
Por Von Helmut Martin-Jung — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport
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iPhone Duo Wie Apples Klapphandy die Fehler der Konkurrenz vermeiden will
9. September 2026, 21:31 Uhr |
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Wandlungsfähigstes iPhone oder teuerster Wecker für den Nachttisch? Am iPhone Duo werden sich wohl die Geister scheiden. Der neue Chef John Ternus jedenfalls ist mächtig stolz darauf.
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John Ternus konnte es sich nicht verkneifen. Als der neue Apple-Chef am Ende von Apples allherbstlicher Produktpräsentation am Mittwochabend deutscher Zeit das Highlight der Veranstaltung ankündigte, sagte er jenen Satz, auf den die Fans des kalifornischen Tech-Konzerns stets warten, seit ihn Firmengründer und Übervater Steve Jobs einmal verwendete: „There is one more thing“, frei übersetzt: Eins hätten wir noch.
Eine wirkliche Überraschung war es natürlich nicht mehr, was dann folgte. Längst hatten die zahlreichen Apple-Auguren herausgefunden, dass es dieses Mal ernst werden würde mit einem faltbaren Handy. Was manche allerdings überraschen dürfte, ist die Form. Denn anders als die Modelle der Konkurrenz, die damit seit Jahren auf dem Markt ist, ähnelt das iPhone Duo dem Format eines Reisepasses. Sieht also nicht aus wie zwei zusammengeklebte normale Smartphones, wie ein Apple-Manager abfällig kommentierte. Die linke Seite des iPhone Duo ist von vorn betrachtet gerade, die rechte ist an den Ecken leicht abgerundet.
Klappt man es auf, wird der vordere Bildschirm unscharf, der Inhalt scheint auf den inneren, großen Bildschirm zu wandern und erscheint dort auch zuerst unscharf und dann exakt so wie vorne. Es sind wie immer die kleinen Dinge, die eine Firma wie Apple anders löst als die Konkurrenz und damit ihre Fans entzückt. Technisch gesehen liegt man mit den Mitbewerbern oft gleichauf, mal ist Apple bei einem Feature vorn, mal ein anderer. Aber viele Kunden schätzen eben auch die Liebe zum Detail.
Apple ist vorgegangen wie schon so oft: Man lässt erst einmal die anderen machen, schaut, ob eine Produktkategorie überhaupt funktioniert. Lässt die Konkurrenz dann mit den Kinderkrankheiten kämpfen – die fehleranfälligen Scharniere von Samsungs erstem Falthandy sind da ein anschauliches Beispiel. Auch mit dem Knick zwischen den beiden Bildschirmhälften hatten die asiatischen Hersteller anfangs durchaus zu kämpfen.

Ziemlich durchdacht wirken auch Features wie dass das Klapphandy erkennt, in welcher Position es auf dem Tisch liegt, etwa L-förmig aufgeklappt oder wie ein Satteldach platziert. In letzterer Position kann das iPhone Duo als Wecker auf dem Nachttisch dienen und dürfte einer der teuersten überhaupt sein. Das Einstiegsmodell kostet 2300 Euro und wird von 23. Oktober an verfügbar sein.
Um alle Möglichkeiten zu nutzen, die der 7,6-Zoll-Bildschirm bietet, das sind 19,3 Zentimeter, hat Apple auch die eigenen Apps angepasst, auch einige von Fremdanbietern sind dabei, etwa die Produktivitäts-App Slack. Apple will außerdem ermöglichen, dass sich auch der Stift am iPhone Duo verwenden lässt, der eigentlich für das iPad entwickelt wurde.
In dem Smartphone sind zwei Akkus eingebaut, das Gerät soll damit einen Tag lang durchhalten. Angetrieben wird es vom selben Chip, der auch im ebenfalls vorgestellten iPhone 18 Pro und in dessen größerer Version iPhone Pro Max steckt. Durch ein verfeinertes Fertigungsverfahren ist der Chip schneller, hat mehr KI- und Grafik-Recheneinheiten an Bord, ist dabei aber Apples Angaben nach sparsamer beim Energieverbrauch.
Der neue Chef führt unaufgeregt durchs Programm
Gewöhnlich präsentiert Apple neben den Pro-iPhones auch die eher bezahlbaren Varianten. Diesmal verzichtete der Konzern darauf. Möglicherweise kommen sie noch vor Weihnachten oder aber im Frühjahr sowie die iPhone-SE-Modelle. Kein Update gab es auch für das besonders flache iPhone Air. Beim iPhone 18 Pro ging Apple vor allem auf die Kameras des Handys ein und betete fast etwas ermüdend deren Vorzüge herunter. Andererseits ist die Kamera für viele Nutzer einer der wichtigsten Aspekte.
Der neue Chef John Ternus machte seine Sache sehr unaufgeregt, wenn auch eine Spur angespannter als sein Vorgänger Tim Cook. Der hatte es ihm auch nicht schwer gemacht, ihn sogar mit einem minutiös vorbereiteten Gag den Weg geebnet. Die wie seit der Corona-Pandemie üblich als Videoaufzeichnung abgespielte Präsentation begann mit einer ganzen Reihe von möglichen Anfängen eines Films – bis plötzlich Cook im Bild war. Der aber gleich abwinkte und sagte: „Nicht ich, der da ist euer Mann“. Worauf die Kamera hinfuhr zum neuen Chef.
Der, bis vor Kurzem noch Chef der Hardware-Entwicklung, hat ganz sicher einen großen Anteil an den neuen Produkten, darunter auch neue AirPods-Ohrhörer und neue Versionen der Apple Watch mit besonderem Fokus auf Gesundheitsfunktionen. Die Generallinie aber bestimmte Cook, und es wird spannend zu sehen sein, ob der Neue das Dilemma des wirtschaftlich so überaus erfolgreichen Konzerns lösen kann oder will: Wirkliche Neuheiten gab es seit dem iPhone nicht mehr von Apple. Auch beim iPhone Duo haben die Konkurrenten ja vor Jahren vorgelegt.
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