Haben & Sein: Der Herbst ist da!
Por Von Tanja Rest, Max Scharnigg und Silke Wichert — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport
Haben & Sein Der Herbst ist da!
9. Oktober 2026, 13:45 Uhr |
Lesezeit: 4 Min.

Wenn es draußen ungastlich wird, ist drinnen wieder Zeit für die gemütlichen Dinge: Backen, Hausschuhe anziehen und endlich selbst einen Vitamin-D-Test machen! Die Stilnews der Woche.
Von Tanja Rest, Max Scharnigg und Silke Wichert
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Besser backen
Wenn es draußen kühler wird, steigt drinnen bekanntlich auch wieder die Ofentemperatur: Der Herbst ist die Jahreszeit für Apfelkuchen, Zimtschnecken und Schmorbraten. Der US-Küchenausstatter HexClad liefert dazu jetzt neues Profi-Werkzeug. Die Marke war bislang vor allem für ihre Hybrid-Bratpfannen bekannt, bei denen sich die Vorteile von schweren Gusseisenpfannen mit innovativem Antihaftkomfort verbinden. Nun soll dieses „Beste aus beiden Welten“ auch bei Kuchenformen und Backblechen funktionieren. Dafür hat HexClad nach eigenen Angaben vier Jahre Entwicklungsarbeit investiert.
Schließlich soll ein feiner Tortenboden besonders gleichmäßig backen und sich anschließend möglichst unversehrt aus seiner Form lösen lassen. Die neue Kollektion kombiniert dafür einen Aluminiumkern zur gleichmäßigen Wärmeverteilung mit der charakteristischen Hybrid-Oberfläche im Wabenmuster. Dazu kommt eine speziell fürs Backen angepasste Terrabond-Keramik-Antihaftbeschichtung, die laut Hersteller PFAS-frei ist. Die Formen sollen sich im Ofen nicht verziehen, sind auch für die Traktierung mit Metallutensilien ausgelegt und dürfen natürlich in die Spülmaschine. Auch die angegebene Temperaturbeständigkeit bis 480 Grad liegt weit jenseits der Komfortzone gewöhnlicher Ofenformen. Eine Investition für alle, die diesen Winter ambitioniert backen wollen. Aber Vorsicht – damit gibt’s keine Ausrede mehr, wenn die Sachen nix werden …

Fröhliche Fellpuschen
Wirklich schön sind die meisten Hausschuhe nicht, sexy erst recht nicht. Zum Überleben des ersten Temperatureinbruchs reicht es, wenn sie die Füße warm halten und sich im besten Fall noch gemütlich anfühlen. Wer allerdings zur Fraktion „Wenn schon, dann wenigstens lustig“ gehört: Tom’s hat gerade den „Bear Hug Mystery Drop“ herausgebracht. „Bear Hug“ kapiert man noch, weil auf den puscheligen Alpargatas kleine Bären aufgestickt sind und sie sich mit Faux-Shearling und Fleece-Futter wahrscheinlich so flauschig wie ein Teddybär zum Reinschlüpfen anfühlen sollen. Aber warum „Mystery Drop“? Weil die „Tomtoffeln“ oder „Toffeln“, wie wir sie jetzt mal nennen, als Blindverkostung nach Hause kommen: Der Käufer weiß also nicht, welche der vier Designs er bestellt, ob Toffee, Sahara, Chocolate Brown oder die weiße Version namens Egret mit Seltenheitswert. Quasi die Wundertüte unter den Hausschuhen, nur leider ein bisschen teurer: 80 Euro.

Ein Pieks für Klarheit
Traditionell beginnt jetzt die Jahreszeit, in der man sich und seine Familie gegen anrollenden Grippe-, Erkältungs- und allgemeinen Dunkelblues wappnen möchte. Vitamin D ist dabei in den vergangenen Jahren als wichtiger Helfer in den Fokus gerückt. Aber wie ist es um den eigenen Wert eigentlich bestellt? Das junge Münchner Unternehmen MoleQlar bietet dafür jetzt einen Heimtest an, der eine vernünftige Reihenfolge nahelegt: erst messen, dann über die passende Ergänzung nachdenken. Das von drei Medizinern gegründete Unternehmen verbindet generell Nahrungsergänzung mit Diagnostik. Im Sortiment stehen dort neben vertrauten Vitaminen und Nährstoffen auch speziellere Substanzen wie Carnosin, Lithium oder Magnesium L-Threonat – für Biohacker sind diese Supplement-Exoten vermutlich ebenso interessant wie der Podcast der Gründer, der medizinisch profund um das Thema Longevity kreist.
Die Vitamin-D-Bestimmung für daheim funktioniert so: Nach der Online-Registrierung entnimmt man mit einer beiliegenden Lanzette ein klitzebisschen Blut aus der Fingerkuppe, füllt damit die vier markierten Kreise einer Testkarte und lässt sie drei Stunden trocknen. Anschließend geht die Probe per Rückumschlag ins Labor. Zwei bis drei Wochen später lässt sich das Ergebnis im persönlichen Onlineportal abrufen und man hat eine Orientierung zum Stand der eigenen Vitamin-D-Versorgung – auffällige Werte und die passende Dosierung bespricht man dann am besten ärztlich. Auch Heimtests für den Omega3-Wert, NAD+ und das biologische Alter sind verfügbar. Übrigens: Nach Unternehmensangaben wird jede Charge von MoleQlar-Produkten geprüft, je nach Produkt auf Reinheit, Schwermetalle, ausgewählte Pestizide und mikrobiologische Belastungen, die Analysezertifikate sind öffentlich einsehbar. Das ist eine erfreulich konkrete Form der Transparenz in einem Markt, der sonst gern mit ziemlich großen Versprechen, aber wenig prüfbaren Angaben arbeitet.
Glossip fürs Sofa

Trügt der Eindruck, dass die herbstlichen Abende nicht nur früher anfangen, sondern auch ereignisloser sind als noch vor ein paar Wochen? Macht aber nichts: Dies ist die Zeit, in der man sich mit dem ereignisreichen Leben anderer, bedeutenderer Menschen schön hinwegtrösten kann über das eigene Rumgehänge auf dem Sofa. Die frühere Chanel-Designerin Virginie Viard hat soeben ein Buch veröffentlicht über ihre Zeit mit und nach Karl Lagerfeld. Das ist aus zweierlei Gründen bemerkenswert: zum einen, weil aus dem Schatzkästchen des Hauses Chanel fast nie etwas nach außen dringt; zum anderen, weil Virginie Viard als Chefdesignerin fast unsichtbar blieb und so gut wie keine Interviews gab. „Un Regard: Une vie dans la mode“ (Eine Betrachtung: ein Leben in der Mode) heißt ihre Autobiografie. Das klingt erst mal nicht besonders aufregend, aber das Buch hat es stellenweise in sich.
Viard, das muss man sich bewusst machen, war 32 Jahre lang Karl Lagerfelds rechte Hand bei Chanel und schließlich – von Februar 2019 bis Juni 2024 – seine Nachfolgerin, mit exzellenten Umsätzen. Dann, am 5. Juni 2024, sei sie von einem der Chanel-Eigentümer zum Mittagessen in die Rue Cambon bestellt worden. Alain Wertheimer habe zwei Sätze gesagt: „Ça ne va pas être facile“ (Das wird nicht einfach) und „On va s’arrêter là“ (Wir werden es hier beenden) – und damit war Virginie Viard, die gerade in den Vorbereitungen der Couture-Kollektion steckte, schlagartig arbeitslos. Eine Begründung habe es nicht gegeben, schreibt sie.
Sollte es sich wirklich so zugetragen haben, wäre das im Stil unterste Schublade. In der Sache aber nachvollziehbar, der Erfolg ihres Nachfolgers Matthieu Blazy beweist es (und nein, das hat in diesem Fall nichts damit zu tun, dass er ein Mann ist). Chanel sah unter Viard wie eine alte Tante aus, über deren Erscheinungsbild schon lange keiner mehr nachgedacht hatte. Seit einem Jahr ist die Tante wieder ein ziemlicher Feger, und das ist für alle außer Virginie Viard: eine Erleichterung. „Un Regard: Une vie dans la mode“, bisher nur auf Französisch, 19,16 Euro bei Amazon
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Von Tanja Rest
Fonte: Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport