Gestiegene Kosten: Autoversicherungen werden teurer

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Por Von Friederike Krieger und Patrick Hagen, Köln — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

Lesezeit: 2 Min.

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Die schlechte Nachricht zuerst: Autofahrer werden für ihre Kfz-Versicherungen 2027 mehr zahlen müssen. Und nun die gute: Die Zuschläge fallen weniger stark aus als im Vorjahr. Dafür gibt es Gründe.

Von Friederike Krieger und Patrick Hagen, Köln

Autofahrer werden für ihre Kfz-Versicherungen 2027 erneut mehr zahlen müssen – allerdings werden die Zuschläge weniger stark ausfallen als im vergangenen Jahr. Davon geht der Rückversicherer E+S Rück aus, eine Tochtergesellschaft der Hannover Rück. Sie deckt viele Kfz-Versicherer im deutschen Markt gegen Großschäden ab und hat einen guten Einblick in das Geschäft.

Die E+S Rück rechnet damit, dass sich der Durchschnittsbeitrag in der Kfz-Haftpflichtversicherung von momentan 316 Euro um vier Prozent erhöht. In der Kasko-Versicherung werden die Erhöhungen mit fünf Prozent (Teilkasko) und sieben Prozent (Vollkasko) etwas deutlicher ausfallen. In der Vollkasko-Versicherung liegt der Durchschnittsbeitrag momentan bei 460 Euro.

In der Regel können Autofahrer ihre Kfz-Policen bis zum 30. November kündigen, um zum Jahreswechsel zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Momentan bekommen viele von ihnen Briefe von ihren Versicherern, in denen sie Preiserhöhungen ankündigen. Vor einem Jahr sind die Zuschläge aber noch wesentlich heftiger ausgefallen. Damals hatten die Preise laut E+S Rück um zehn Prozent für Kfz-Haftpflichtversicherungen bis zu 16,4 Prozent für Vollkaskopolicen zugelegt.

Wegen stark steigender Kosten für Ersatzteile und Werkstattlöhne waren die Kfz-Versicherer vor einigen Jahren in die roten Zahlen gerutscht. 2023 und 2024 hatte die Branche nach Angaben des Versichererverbandes GDV zusammengenommen fünf Milliarden Euro Verlust gemacht. Danach schraubten die Anbieter die Preise stark in die Höhe.

Inzwischen hat sich die Lage wieder entspannt, viele Kfz-Versicherer sind wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Laut E+S Rück kommt die Branche in diesem Jahr auf ein positives Ergebnis von 500 Millionen Euro. Zwar steigen die Kosten für Ersatzteile und Werkstattlöhne immer noch stärker als die normale Inflation. Während diese zuletzt bei 2,5 bis drei Prozent lag, stiegen die Durchschnittsschäden um fünf bis sechs Prozent in der Kfz-Haftpflichtversicherung und um vier bis fünf Prozent in der Kaskoversicherung.

„Die Verteuerung schwächt sich aber ab“, sagte Stefan Schmuttermair, Bereichsleiter Kfz bei der E+S Rück, beim Rückversicherungstreffen in Baden-Baden. „Nächstes Jahr dürfte sie noch geringer ausfallen.“ In Baden-Baden treffen sich die Rückversicherer mit ihren Kunden, Versicherern wie Allianz und Ergo, um die Verträge für das kommende Jahr auszuhandeln.

Die Beiträge steigen erneut zweistellig für etwa die Hälfte der 8,4 Millionen Privatversicherten. Die Versicherer begründen das mit steigenden Ausgaben für Ärzte, Krankenhäuser und Arzneimittel.

Einen Grund sieht er in den Bestrebungen der Versicherer, die Kosten zu reduzieren, etwa durch den Einsatz von günstigen gebrauchten statt teuren neuen Ersatzteilen. Oder sie bauen Werkstattnetze auf, mit denen die Versicherer günstige Konditionen vereinbaren.

Die Verteuerung könne durch geopolitische Krisen, die Lieferketten in Mitleidenschaft ziehen, aber schnell wieder zunehmen, gab Schmuttermair zu Bedenken. Zudem steigen auch die Personenschäden im Haftpflichtbereich, etwa durch höhere Pflegekosten nach schweren Unfällen. Darauf haben die Versicherer kaum Einfluss.

Im kommenden Jahr werden sich die Zahlen der Kfz-Versicherer wieder verschlechtern, erwartet die E+S Rück. Sie rechnet mit einem Ergebnis von rund 200 Millionen Euro. Zwar steigen die Kosten für Ersatzteile und Werkstattlöhne nicht mehr ganz so stark. Allerdings rechnet der Rückversicherer wieder mit mehr Naturkatastrophenschäden wie Hagelstürmen, die zuletzt weitgehend ausgeblieben sind.

„Die Tarifmaßnahmen 2026 werden die Schadeninflation nur zum Teil kompensieren“, sagte Schmuttermair. Das heißt: Die Kfz-Versicherer werden die Preise nicht ganz so stark anheben, wie sie eigentlich müssten. Das liegt auch daran, dass es einigen Anbietern besser geht als anderen und sie Kunden bei den Preisen stärker entgegenkommen können. „Einige Versicherer haben nicht den gleichen Anpassungsdruck wie andere Häuser“, sagte E+S-Rück-Chef Thorsten Steinmann.

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