Frauen-Bundesliga: DFB stimmt der Ausgliederung zu

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Der Deutsche Fußball-Bund macht den Weg frei für die Eigenständigkeit der Frauen-Bundesliga ab der Saison 2027/28. DFB-Präsident Neuendorf sieht darin eine „bedeutende Richtungsentscheidung“.

Im deutschen Frauenfußball beginnt mit der Ausgliederung der Bundesliga eine neue Zeitrechnung. 26 Jahre nach den Männern haben sich auch die Fußballerinnen vom Deutschen Fußball-Bund verabschiedet. Auf einem eigens einberufenen Außerordentlichen Bundestag des DFB wurde die Ausgliederung der Frauen-Bundesliga einstimmig beschlossen.

„Der internationale Wettbewerb ist intensiver geworden, andere investieren erheblich. Unser gemeinsamer Anspruch muss es sein, den Frauenfußball dauerhaft in der Spitze zu verankern“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf bei der virtuellen Zusammenkunft der 233 teilnehmenden Delegierten am Freitagnachmittag: „Es ist eine bedeutende Richtungsentscheidung und wichtige Weichenstellung. Die Zukunft des Fußballs wird weiblicher sein.“

Der Bundestag hat die notwendigen Satzungsänderungen für die Ausgliederung beschlossen und die vertraglichen Grundlagen für die Übertragung der Liga auf den Ligaverband FBL e.V. gebilligt. Der Grundlagen- und Pachtvertrag tritt am 1. Juli des kommenden Jahres in Kraft. Er regelt die Eckpunkte der Zusammenarbeit in der dann zweigleisigen Verbandsstruktur, unter anderem die Geldflüsse. Der Ligaverband kümmert sich künftig um die Durchführung und Vermarktung der Bundesliga. Die Verantwortung für die Nationalteams, den Jugendbereich und untere Spielklassen bleibt beim DFB.

Der FBL e.V. wird ordentliches Mitglied im DFB, die Ligaverbands-Präsidentin Katharina Kiel nimmt einen Platz im DFB-Präsidium ein. „Die Grundlage wurde geschaffen, dass wir die Frauen-Bundesliga sportlich und ökonomisch weiterentwickeln dürfen“, sagte Kiel: „Die Verantwortung liegt nun in unserer Hand.“

Analog zur Männer-Bundesliga (früher Deutsche Fußball Liga) wird die FBL eine GmbH als Tochtergesellschaft gründen. Sie soll als operative Ligagesellschaft zentrale Aufgaben wie die Organisation, Vermarktung und Weiterentwicklung verantworten. Eine externe Personalberatung sucht nach einer hauptamtlichen Geschäftsführung. Der Sitz soll in der ehemaligen DFB-Zentrale in Frankfurt/Main sein.

Der Vorlauf der Ausgliederung hatte sich schwierig gestaltet. Ursprünglich wollten der DFB und die FBL ein Joint Venture gründen. So sollte die Professionalisierung der Bundesliga vorangetrieben werden, um international nicht den Anschluss zu verpassen. Doch ausgerechnet am Tag nach der Vergabe der EM-Endrunde 2029 an Deutschland eskalierte der Streit um Entscheidungsbefugnisse. Der FBL wich nach ihrer Gründung im Dezember 2025 vom gemeinsamen Weg ab. Ende Juni stimmten die 14 Klubs dem im Mai ausgehandelten Grundlagenvertrag mit dem DFB zu.

Die Bundesligisten wollen ihre neue Eigenständigkeit nutzen, um nicht weiter von der europäischen Konkurrenz abgehängt zu werden. War die deutsche Eliteklasse vor wenigen Jahren noch das Maß der Dinge, ist es damit längst vorbei. Zahlreiche Top-Spielerinnen sind bereits abgewandert, die internationale Bilanz sieht schlecht aus. Um das zu ändern, wollen die Vereine in den nächsten Jahren 700 bis 800 Millionen Euro investieren. Auch der DFB will investieren.

Viel Zeit kann sich die FBL bei wichtigen Entscheidungen nicht lassen. Die TV-Verträge laufen aus, noch in diesem Jahr sollen die Medienrechte für die kommenden beiden Spielzeiten vergeben werden. „Wir sind froh, wenn wir das Erlöspotenzial erhalten. Die Reichweite steht im Vordergrund“, sagte Kiel. Bislang fließen pro Jahr 5,17 Millionen Euro, alle Partien laufen bei MagentaTV und DAZN, die Montagsspiele zudem bei Sport1, ARD und ZDF übertragen ausgewählte Spiele.

Für Zündstoff sorgen FBL-Planspiele mit einem Playoff-Format gegen die Monotonie im Titelkampf. Dagegen haben sich der FC Bayern und der VfL Wolfsburg ausgesprochen, die Meister der vergangenen 14 Jahre. Entscheiden darüber soll eine Versammlung der Vereine am 30. November.

Die besten Spielerinnen wechseln nach England, in die Champions League schafft es nur noch der FC Bayern. Deutschland erlebt schwere Zeiten für Profi-Fußballerinnen – die Bundesliga erwägt eine Revolution.

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