Fahrgeschäfte und Zelte auf der Wiesn: Neuer Nervenkitzel für das Oktoberfest

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Fahrgeschäfte und Zelte auf der Wiesn Neuer Nervenkitzel für das Oktoberfest

17. September 2026, 16:22 Uhr |

Lesezeit: 4 Min.

Wiesnchef Christian Scharpf (links) und Dominik Krause setzen sich zumindest für ein Foto in eine der Gondeln des neuen Fahrgeschäfts „Shake & Roll“.
Wiesnchef Christian Scharpf (links) und Dominik Krause setzen sich zumindest für ein Foto in eine der Gondeln des neuen Fahrgeschäfts „Shake & Roll“. Foto: Florian Peljak

Die Wiesn hat in diesem Jahr einige Zugänge: Fahrgeschäfte, Zelte, Wirte. Ein Rundgang über das Gelände mit OB Dominik Krause, der eine Attraktion nur mit „Mut-Mass intus“ fahren würde.

Von Jacqueline Lang

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S ein persönliches Lieblingsfahrgeschäft, sagt Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) beim traditionellen Presserundgang über die Wiesn, sei das Riesenrad. Am Freitagmorgen steht das zwar noch still, aber auch das verrät Krause: Wenn der Anstich am Samstag um zwölf Uhr im Schottenhamel-Festzelt einmal geschafft ist – zwei, nicht mehr als drei Schläge hat er sich vorgenommen – dann wird er eine Runde drehen und sich das bunte Treiben auf der Theresienwiese aus luftiger Höhe anschauen.

Hoffentlich dann einmal mehr bei allerbestem Wiesnwetter: sonnig, kein Regen, nicht zu warm. Krause jedenfalls kann es kaum erwarten und meint zu spüren: „Die ganze Stadt ist im absoluten Wiesnfieber.“ Das 191. Münchner Oktoberfest, es kann also losgehen. Zuvor machen sich Krause und Wiesnchef Christian Scharpf (SPD) aber noch daran, die diesjährigen Neuheiten vorzustellen.

Schützenlisl

Wirtetrio Michael Bietsch (re.), Florian Fendt und Manfred Kneifel (li.) mit Traudi Siferlinger vor ihrem Volkssängerzelt Schützenlisl auf der Oidn Wiesn.
Wirtetrio Michael Bietsch (re.), Florian Fendt und Manfred Kneifel (li.) mit Traudi Siferlinger vor ihrem Volkssängerzelt Schützenlisl auf der Oidn Wiesn. Foto: Florian Peljak

Los geht es in der „Schützenlisl“ auf der Oidn Wiesn, die das Wirte-Trio Michael Bietsch, Florian Fendt und Manfred Kneifel heuer von Lorenz und Christine Stiftl übernommen hat. Geblieben ist Traudi Siferlinger, die musikalische Leiterin des Volkssängerzelts. Die ist es dann auch, die verrät, dass es in diesem Jahr eine Gstanzlwerkstatt für Kinder geben wird, ebenso wie ein kostenloses Liederheft für alle Gäste zum Mitsingen. Was noch neu ist: das Bier. Das kommt zwar weiterhin vom Holzfass, aber nicht mehr von der Augustiner-Brauerei, sondern von Hacker-Pschorr. Warum der Wechsel? Wegen der „Brauereivielfalt“ auf der Oidn Wiesn, sagt Wirt Kneifel. Was seinem Kollegen Fendt zudem wichtig ist: viel Bio-Qualität bei den Speisen – und Regionalität.

Das Fleisch auf der Speisekarte kommt von vier Metzgern aus dem Schlachthofviertel, mit dem alle drei Wirte eng verbunden sind, sogar eine Box haben sie deshalb „Viehhofstubn“ benannt. Und weil Fendt und Kneifel sich von der Münchner Suppenküche kennen, dürfen auch ein paar Gerichte von dort nicht fehlen, Saures Lüngerl mit hausgemachten Semmelknödeln zum Beispiel.

Shake & Roll

Das Shake & Roll ist neu auf der Wiesn dabei.
Das Shake & Roll ist neu auf der Wiesn dabei. Foto: Florian Peljak

Für Elisabeth Schäfer ist es das erste Jahr auf der Wiesn. Ihr Fahrgeschäft, das Shake & Roll, ist eine Weiterentwicklung des klassischen Breakdance. Das Besondere: Die Gondeln sind nicht starr montiert, sondern bewegen sich frei. Das Fahrgeschäft ist nicht motorgesteuert, sondern folgt der Physik der Bewegung – Überschläge sind theoretisch jederzeit möglich. Krause gibt zu, dass ihm das „ein bisschen zu wild“ ist – zumindest für ein Foto setzt er sich dann aber doch in eine der Gondeln.

Fisherman’s Place

Ebenfalls neu auf dem Oktoberfest: das Belustigungsgeschäft „Fisherman‘s Place“.
Ebenfalls neu auf dem Oktoberfest: das Belustigungsgeschäft „Fisherman‘s Place“. Foto: Florian Peljak

Noch ein Neuzugang unter den Fahrgeschäften ist „Fisherman’s Place“, das nach eigenen Angaben „etwas andere Fischerdorf“ und eine Erfindung von Schaustellerin Nadine Kollmann. Das sogenannte Belustigungsgeschäft hat erst vor wenigen Wochen auf dem Straubinger Gäuboden seine Premiere gefeiert. Auf drei Etagen erwarten die Besucherinnen und Besucher nun kleine und größere Hindernisse wie Wackelböden, rollende Tonnen und ein Wasserparcours.

Chaos Pendel

Nichts für schwache Nerven: das neue Chaos Pendel.
Nichts für schwache Nerven: das neue Chaos Pendel. Foto: Florian Peljak

Das Chaos Pendel von Willi Ottens junior feiert in diesem Jahr ebenfalls seine Premiere auf dem Oktoberfest: mit bis zu 90 Kilometern pro Stunde geht es in bis zu 47 Metern Höhe durch die Luft, die zwei Gondeln drehen sich an dem rotierenden Arm, der selbst an einem schwenkbaren Propeller hängt, um die eigene Achse. Nichts für schwache Nerven also – und definitiv nichts für OB Krause. Der lässt bei diesem Fahrgeschäft lieber anderen den Vortritt, will aber mit einer „Mut-Mass intus“ in den kommenden 16 Tagen Oktoberfest vielleicht noch mal vorbeikommen.

Bodo’s Cafézelt

Wirt Otto Lindinger (Mitte) präsentiert OB Dominik Krause und Wiesn-Chef Christian Scharpf sein neues Zelt in Holzbauweise.
Wirt Otto Lindinger (Mitte) präsentiert OB Dominik Krause und Wiesn-Chef Christian Scharpf sein neues Zelt in Holzbauweise. Foto: Florian Peljak

Schon seit 1993 steht Bodo’s Cafézelt auf der Wiesn. Seit jeher gibt es dort tagsüber Kaffee und Kuchen, abends Champagner und Party. Nach mehr als drei Jahrzehnten ist das alte Aluminiumzelt allerdings einem neuen Festzelt in nachhaltiger Holzbauweise gewichen. Die Bar befindet sich nun im ersten Stock, ebenso wie ein zusätzlicher Balkon, für alle Raucher und jene, die mal kurz frische Luft schnappen wollen. Neu hinzugekommen ist auch ein überdachter Straßenverkauf mit Sitzplätzen, die man laut Wirt Otto Lindinger nicht reservieren muss. Damit wolle man einer Überfüllung entgegenwirken.

Hühnerbraterei Poschner

Die Hühnerbraterei Poschner feiert heuer ihr 100-jähriges Bestehen.
Die Hühnerbraterei Poschner feiert heuer ihr 100-jähriges Bestehen. Foto: Stephan Rumpf

Ein rundes Jubiläum hat heuer die Hühnerbraterei Poschner zu feiern: Dort drehen sich seit nunmehr 100 Jahren Hendl und Enten auf dem Grill. Das Zelt wurde 2018 außerdem als erstes auf dem Oktoberfest mit dem Signet „Bayern barrierefrei“ ausgezeichnet. Christian Luff und Neffe Thomas Luff führen die Hühnerbraterei bereits in vierter beziehungsweise fünfter Generation und für ihr Jubiläumsjahr haben sie sich einiges überlegt: Es gibt nun ein eigenes Maskottchen namens Poschi, das, na klar, ein Huhn ist. Passend dazu gibt es einen Poschi-Song, an der Fassade eine Fotowand, beliebte Gerichte wie Entenpflanzerl und, darauf sind die Luffs besonders stolz: Märzenbier, speziell für sie von Hacker-Pschorr gebraut.

Bartl’s Flößerstadl

Bartl's Flößerstadl erinnert optisch an eine Alm.
Bartl’s Flößerstadl erinnert optisch an eine Alm. Foto: Florian Peljak

„Respekt, wie schnell ihr das auf die Beine gestellt habt“, sagt Krause, als er neben Klaus Bartl vor dessen neuem Zelt steht. Und tatsächlich hatten Bartl, Sohn Luis sowie Geschäftspartner Christian Erhardt und dessen Sohn Julius wenig Vorlauf: Als bekannt wurde, dass Alexander Egger seinen Vertrag für die Münchner Stubn nicht unterschreiben würde, ging der Platz an Bartl’s Flößerstadl – das war allerdings erst im Juli. Mit ihrem neuen Zelt, das optisch an eine Alm erinnert, wollten sie, betont Bartl, die Tradition der Flößer auf dem Oktoberfest verankern.

Wie das Vorgängerzelt hat auch das Flößerstadl knapp 400 Plätze, ausgeschenkt wird Augustiner vom Holzfass – das erste will Bartl selbst am Samstag anzapfen. Auf der Karte stehen für eine Hühner- und Entenbraterei erwartbare Gerichte wie ein halbes Hendl oder eine halbe Ente, aber auch dünn geschnittenes Carpaccio von der geräucherten Ente, Gans und Poularde oder Entenrillettes.

Paulaner-Festzelt

Christine und Lorenz Stiftl sind die neuen Wirte vom Paulaner-Festzelt.
Christine und Lorenz Stiftl sind die neuen Wirte vom Paulaner-Festzelt. Foto: Florian Peljak

Der letzte Stopp des Presserundgangs ist das Paulaner-Festzelt. Auch das ist freilich nicht neu, sehr wohl aber das Wirtspaar: Das heißt in diesem Jahr Lorenz und Christine Stiftl. Die beiden hatten zuvor die Schützenlisl auf der Oidn Wiesn betrieben, mit dem großen Paulaner-Festzelt sind sie, wie Wiesnchef Scharpf es formuliert, nun im „Olymp“ angekommen: statt etwa 1800 Plätze hat ihr neues Zelt nun mehr als 8000.

Wie auch die Wirte vom angrenzenden Schottenhamel-Festzelt hatten die Stiftls zwischenzeitlich zittern müssen, weil Egger gegen die Vergabe des Paulaner-Festzelts geklagt hatte – nun aber kann es für sie am Samstag endlich losgehen: mit einer neuen Hendlgrillstation im Biergarten, drei statt bislang zwei Kapellen täglich, aber eben auch in guter Tradition mit dem ersten Braumeister von Paulaner, Christian Dahncke, der pünktlich um zwölf Uhr das erste Fass anzapfen wird. Außerdem gut zu wissen: In dem Zelt kann man seit diesem Jahr die Safe-now-App nutzen. Mit nur einem Klick werden in einer Notlage Security-Mitarbeiter alarmiert – für eine sichere und friedliche Wiesn.

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Von Jacqueline Lang

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