DFB-Stürmer Younes Ebnoutalib: Verbandsliga, Regionalliga, Nationalmannschaft
Por Von Philipp Selldorf, Augsburg — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport
- Home
- Sport
- Deutsche Nationalmannschaft
- Younes Ebnoutalib: Verbandsliga, Regionalliga, Nationalmannschaft
DFB-Stürmer Younes Ebnoutalib Verbandsliga, Regionalliga, Nationalmannschaft
27. September 2026, 16:28 Uhr |
Lesezeit: 2 Min.
| Kommentare

Younes Ebnoutalib hat es in Rekordzeit aus den Niederungen des deutschen Fußballs in die Elf von Jürgen Klopp geschafft. Beim Debüt in Amsterdam überzeugte er nach seiner Einwechslung – gegen Griechenland könnte er starten.
Von Philipp Selldorf, Augsburg
- Anhören
- Artikel anhören
- Merken
- Teilen
- Feedback
Z um deutschen Bildungskanon gehört neuerdings auch die Kenntnis, dass Younes Ebnoutalib, 23, vor kurzem noch in der Regionalliga Südwest beim FC Gießen gespielt hat, bevor ihn die SV Elversberg für eine Handvoll Euro übernommen und ein Jahr darauf für acht Millionen an Eintracht Frankfurt weitergereicht hat. Sollte jeder wissen. Tiefere Quellenkunde ergibt zudem, dass der in Frankfurt geborene Angreifer vor vier Jahren für den lokalen Verein SG Rot-Weiß ein Spiel in der Verbandsliga Hessen-Süd bestritten hat. Und das ist zufällig derselbe Klub, in dem auch der Bundestrainer zeitweilig gekickt hat, als er noch Student der Sportwissenschaften an der Goethe-Universität war.
Die verwandte fußballerische Abstammung ist sicher nicht der Grund, warum Jürgen Klopp neulich Younes Ebnoutalib angerufen und ihm einen Platz im Aufgebot für die nächste Länderspielreihe avisiert hat – und damit gleich ein Drama hervorrief. „Ich sage ehrlich“, berichtete der Erwählte in der vorigen Woche, „als er mich angerufen hat, da kamen mir die Tränen“. Inzwischen sollte sich der Eintracht-Stürmer schon fast an sein Glück gewöhnt haben. Denn sein Debüt kam schneller als erwartet – am Donnerstag beim Spiel in Amsterdam als Ersatz für den frühzeitig verletzten Kai Havertz, und der nächste Einsatz steht wohl gleich bevor, wenn Klopps Nationalelf am Sonntagabend in Augsburg Griechenland empfängt. Anstelle von Havertz ist zwar Jonny Burkardt zum Nationalteam nach Herzogenaurach gereist, doch seine Verwendung war erst für den zweiten Teil der Länderspielrunde vorgesehen, weshalb er erst mal auf der Bank Platz nehmen dürfte.
Zumal da Ebnoutalib in seiner ersten Stunde im Deutschlandtrikot nicht nur dem wohlwollenden Trainer gefallen hatte, sondern auch jenen Beobachtern, die seinen rapiden Aufstieg immer noch etwas skeptisch betrachtet hatten. 25 Ballkontakte sind für eine Sturmspitze keine schlechte Ausbeute in einem Spiel, in dem sein Team meistens in der Defensive beschäftigt war. Einige Szenen mit ihm sahen vielversprechend aus, und hätte Karim Adeyemi den Ball ins Tor statt in den Nachthimmel geschossen – was kein Kunststück gewesen wäre –, dann hätte Ebnoutalib Verdienste am 2:0 erworben, als er den Konter mit einer starken Vorlage auf Chris Führich entscheidend beschleunigt hatte.
Er habe als Profifußballer „keinen normalen Weg“ hinter sich, hatte Ebnoutalib dem Anrufer vom DFB gestanden. Jürgen Klopp erwiderte, dass ihm gerade dies gefalle. Der neue Bundestrainer gehört nicht zu jenen Vorgesetzten, die von ihren Spielern unbedingt einen lückenlosen Lebenslauf und Vorzeige-Zeugnisse erwarten. Er machte sich immer schon ein eigenes Bild und orientiert sich lieber am aktuellen Stand der Dinge als an wohlklingenden Referenzen. Und da kann Ebnoutalib seit Saisonbeginn auf fünf Tore und zwei Vorlagen in fünf Pokal- und Punktspielen für die Eintracht verweisen.
Ebnoutalibs Karriere als unkonventionell zu bezeichnen, wäre Understatement. Auch deshalb fällt es schwer, die Aussichten dieser Laufbahn seriös zu bewerten. In seinem Spiel sind noch unübersehbare Spuren der Verbandsliga Hessen Süd und der Regionalliga Südwest enthalten, zugleich finden sich Elemente, die auch auf hohem Niveau bestehen können. Aber es gab schon mal eine Nationalspieler-Karriere, die an einem lautmalerisch klingenden Ort ungewöhnlich begonnen hat, und aus Blaubach-Diedelkopf ist Miroslav Klose damals geradewegs bis nach Rio de Janeiro gelangt.
© SZ – Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
- Teilen
- Feedback
DFB-Debütant Philipp Treu : Die Entdeckung aus dem gar nicht so fernen Baden
Hat Deutschland womöglich gar kein Problem auf der rechten Abwehrseite? Der Freiburger Philipp Treu überzeugt in seinem ersten DFB-Einsatz als furchtloser Außenbahnspieler – und zählt selbst noch Alternativen auf.
Von Philipp Selldorf
Fonte: Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport