Champions League der Frauen: Die Bayern-Frauen verlieren zwei Punkte im Pyro-Nebel
Por Von Anna Dreher, Unterhaching — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport
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Bayern Münchens Fußballerinnen erleben zum Champions-League-Auftakt ein kurioses 2:2-Remis gegen Manchester City – und schimpfen nach dem umstrittenen Anschlusstreffer der Engländerinnen auf die Schiedsrichterin.
Von Anna Dreher, Unterhaching
B is zur Pause fehlte nicht mehr viel, als dieser Abend im Sportpark Unterhaching noch Szenen bereithielt, die man so im Fußball der Frauen bisher sehr selten gesehen hat: Auf dem Rasen im Eck vor Süd- und Westtribüne landeten ein dunkelblauer und ein roter Bengalo. Woher oder gar von wem diese Nebelkerzen genau geworfen worden waren, war nicht auszumachen. Dass es die Farben jenes Vereins waren, von dem der FC Bayern vor ein paar Monaten das Stadion für seine Fußballerinnen gekauft hat, war sicher kein Zufall. Aus dem Zuschauerblock, hieß es, sei niemand beim Werfen beobachtet worden. Später war von Sicherheitspersonal zu hören, dass jemand die Bengalos von außen ins Stadion geworfen hatte.
Wie auch immer sie dort gelandet waren: Nun lagen sie da und die dichten Rauchschwaden waberten am Spielfeldrand. Nicht zu übersehen, aber die spanische Schiedsrichterin Olatz Rivera Olmedo ließ die Partie trotzdem weiterlaufen. Sehr zum Ärger der Gastgeberinnen.
Die besten Spielerinnen wechseln nach England, in die Champions League schafft es nur noch der FC Bayern. Deutschland erlebt schwere Zeiten für Profi-Fußballerinnen – die Bundesliga erwägt eine Revolution.
Denn das erste Tor beim Auftakt in diese Champions-League-Saison gelang Manchester City in einer Nebelaktion. Kerstin Casparij rannte die rechte Seite entlang, Franziska Kett kam ihr nicht hinterher. Als sie auf Höhe der blauen Wolke angekommen war, spielte Casparij in den Strafraum. Aus dem ersten Abwehrversuch von Glódís Viggósdóttir und Vanessa Gilles wurde eine Vorlage für Khadija Shaw, der zweite Abwehrversuch prallte so unglücklich ab, dass er von der Münchner Innenverteidigung abgefälscht bei Beth Mead landete, der aus kurzer Distanz das 1:2 gelang. Bayern-Torhüterin Ena Mahmutovic breitete ihre Arme aus, völlig verdutzt, wie dieser Treffer zustande kommen und dann auch noch zählen konnte. Aber Schiedsrichterin Rivera Olmedo lief ganz in Ruhe zur blauen Rauchbombe, die wenige Meter rechts von der Strafraumgrenze lag, und trug sie vom Platz. Dann kümmerten sich Feuerwehr und Polizei.
„Für mich muss das Spiel unterbrochen werden. Die Pyro liegt schon mehrere Sekunden auf dem Platz. Spielerinnen registrieren das und haben vielleicht in dem Moment eben schon abgeschaltet, weil das Spiel unterbrochen werden muss“, sagte Frauen-Direktorin Bianca Rech im ZDF. „Also irgendwie sehr kurios.“ Kurioserweise hatte es vor ein paar Tagen in der Bundesliga eine ähnliche Szene gegeben. Im Spiel des VfB Stuttgart gegen den VfL Wolfsburg hatten Unbekannte ebenfalls Rauchbomben aufs Feld geworfen, hier war die Partie unterbrochen worden. Auch hier lag der Verdacht nahe, dass die Adressaten der Rauchbomben Fans jenes Vereins waren, in dessen Zuhause gespielt wurde: Hellblau ist die Farbe der Stuttgarter Kickers.
Das zweite Tor gelang Manchester City dann ohne jegliche Irritation von außen. In der 86. Minute hatten die Münchnerinnen Carlotta Wamser, die erst im Sommer von Bayer Leverkusen zum englischen Doublesieger gewechselt war, auf der linken Strafraumseite sträflich unbeaufsichtigt gelassen – obwohl sie an diesem Abend schon auffällig geworden war. Und so konnte die deutsche Nationalspielerin ganz in Ruhe und unhaltbar für Mahmutovic knapp vorbei am linken Pfosten auf 2:2 ausgleichen.
Dabei hatte dieser Abend lange gewirkt, als würde das erste Pflichtspiel der Bayern-Frauen im Unterhachinger Sportpark zu einer erfolgreichen Premiere werden. Von der ersten Minute an waren es die Münchnerinnen, die dynamisch und mutig spielten. Klara Bühl kam in der dritten Minute zum ersten Abschluss nach einem Zuspiel von Giulia Gwinn – die es kurz danach selbst versuchte. Linda Dallmann hatte den Ball im Mittelfeld erobert und spielte in den Lauf der DFB-Kapitänin, die ins linke Eck zur Führung traf. Jovana Damnjanovic war einem Treffer dann nah, aber es war dann City-Spielerin Casparij, die für die Gastgeberinnen traf. Die Niederländerin hätte eine Flanke von Pernille Harder in der 28. Minute eigentlich recht entspannt entschärfen können. Stattdessen machte sie den Schuss erst richtig gefährlich und lenkte ihn unhaltbar für ihre Keeperin Ayaka Yamashita zum 2:0 ins Tor.
Nachdem auf der anderen Seite Mahmutovic in der 61. Minute noch einen Elfmeter von Shaw parierte, den sie zuvor selbst verursacht hatte, wirkte es erst, als hätten die Münchnerinnen das Momentum wieder auf ihre Seite gezogen. Aber dann drehte Manchester City nochmal auf – und Wamser bewies, dass sie in ihrer neuen Fußballheimat offensichtlich schon bestens angekommen ist.
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