Borussia Mönchengladbach: „Bei wieder vier Gegentoren fällt es schwer, etwas schönzureden“
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Borussia Mönchengladbach „Bei wieder vier Gegentoren fällt es schwer, etwas schönzureden“
19. September 2026, 19:07 Uhr |
Lesezeit: 3 Min.
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Gladbachs Interimstrainer Jan-Moritz Lichte reaktiviert gegen Mainz den längst vergessenen Florian Neuhaus, der prompt trifft. Doch beim 3:4 zeigen sich alte Probleme der Elf – und die Trainersuche läuft.
Von Ulrich Hartmann, Mönchengladbach
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N ach der vierten Niederlage im vierten Spiel und dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz mit nunmehr 16 Gegentoren gab es trotzdem noch Trost beim trauernden Traditionsklub Borussia Mönchengladbach. „Das einzig Positive ist“, sagte mit fahlem Gesicht der Sportchef Rouven Schröder, „dass die Saison noch nicht vorbei ist.“
Ein Co-Trainer, der keine Aussicht auf den Chefposten hat, und ein Spieler, den der Klub eigentlich längst hätte verkaufen wollen, haben in Gladbach im ersten Spiel nach dem Rauswurf des Trainers Eugen Polanski nicht für die erhoffte Wende sorgen können.
Unter der einmaligen Führung des Assistenztrainers Jan-Moritz Lichte stand der umstrittene Mittelfeldspieler Florian Neuhaus in der Partie gegen den 1. FSV Mainz 05 zwar erstmals seit acht Monaten wieder in der Startelf und erzielte sogar die Gladbacher 1:0-Führung – doch für den nötigen Turnaround konnte dies in der verunsicherten Mannschaft nicht sorgen. Nicht zuletzt wegen eines in der zweiten Halbzeit verschossenen Handelfmeters verlor die Borussia mit 3:4 (1:2) und damit auch die vierte Partie der Saison. Es war nach dem 3:4 gegen die SV Elversberg das zweite Heimspiel nacheinander mit diesem vielsagenden Ergebnis. „Mit vier Gegentoren ist es schwierig zu gewinnen“, klagte der Torschütze Isac Lindberg.
Nach vier Spieltagen ist Gladbach punktloser Tabellenletzter. Für diese Mannschaft sucht der Sportchef Schröder gerade einen neuen Trainer.
Gladbach ist jetzt Tabellenletzter, es muss sich schnell etwas ändern
Neuhaus, als einer der Topverdiener der Mannschaft seit Langem nur noch Ergänzungsspieler, hatte die Gladbacher in der 11. Minute nach vorne gebracht. Doch statt daraus Mut zu schöpfen, zeigten sich die Borussen anschließend wieder fehleranfällig. Die Mainzer Phillip Tietz (18.) und Sheraldo Becker (45.+1) drehten das Spiel mit ihren Treffern noch vor der Pause.
In der 57. Minute drosch Kevin Diks für die Gastgeber einen Handelfmeter an den Pfosten. Zwei Minuten später war dem aus Darmstadt gekommenen Schweden Lindberg der 2:2-Ausgleich vergönnt. Doch auch in der Folge dieses Treffers zogen sich die Borussen eher wieder zurück, als mutig auf den Sieg zu gehen. Und so erzielte Eric Martel in der 78. Minute das 3:2 für Mainz, ehe Danny da Costa in der 89. Minute das 4:2 markierte. Shuto Machino konnte für Gladbach per Handelfmeter nur noch auf 3:4 (90.+5) verkürzen. Da war das Stadion schon halb leer.
Dabei war schon vorher klar gewesen, dass dies das einzige Spiel von Lichte als Interims-Chefcoach sein würde. In der nun dreiwöchigen Länderspielpause will Schröder einen neuen Cheftrainer finden. Er sei mit „zwei bis drei“ Kandidaten im Austausch, hatte er unter der Woche gesagt. Am Samstag verriet er, dass der in Hannover entlassene Christian Titz sowie der zuletzt in Bremen tätige Horst Steffen nicht Trainer in Gladbach werden. Der zuletzt in Karlsruhe tätige Christian Eichner bliebe damit ein Kandidat.
Von ihrem Trainer Polanski hatten sich die Borussen vor einer Woche nach der dritten Niederlage getrennt. Lichte änderte die letzte Startelf von Polanski auf vier Positionen. Der Übergangscoach war von der sportlichen Führung explizit dazu aufgefordert worden, Dinge neu auszuprobieren, um die Elf aufzurütteln – aber Neuhaus wieder zum Hoffnungsträger zu erklären, war letztlich offenkundig zu wenig. Schröder kommentierte es so: „Flo Neuhaus hat sich nie hängen lassen, insofern war das von uns keine Rolle rückwärts.“
„Es hat sich heute nicht so verkehrt angefühlt“, sagte nach dem Spiel Gladbachs Mittelfeldmann Philipp Sander, „aber in vielen kleinen Dingen müssen wir besser werden.“ Interimstrainer Lichte befand: „Bei wieder vier Gegentoren fällt es schwer, etwas schönzureden.“ Den Spieler Neuhaus habe er in dieser Situation für den geeigneten Spieler in der Startelf gehalten, „mit ihm bin ich absolut zufrieden“. Sportchef Schröder beklagte in der Mannschaft „unfassbar einfache Fehler“. Diesbezüglich hat der Trainerwechsel noch nichts gebracht. Mit dem bald zu findenden neuen Coach erhofft sich Schröder „eine klare Richtung“.
Gegen den wegen Erfolglosigkeit entlassenen Trainer Polanski, ein Urgestein des Klubs, hegen die Fans unterdessen keinen Groll. Auf einem während des Spiels vorübergehend entrollten Transparent stand: „Einmal Borusse, immer Borusse – danke Eugen!“
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Fonte: Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport