Schweden: Nobelpreises für Physik geht an Astrophysiker
Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport
Schweden Physik-Nobelpreis geht an Geisterteilchen-Forscher
6. Oktober 2026, 11:58 Uhr |
Lesezeit: 2 Min.
| Kommentare
Der belgisch-amerikanische Teilchenforscher Francis Halzen forscht zu Neutrinos – auch Geisterteilchen genannt. Sie zählen zu den geheimnisvollsten Elementarteilchen. Verfolgen Sie die Bekanntgabe im Livestream.
- Anhören
- Artikel anhören
- Merken
- Teilen
- Feedback
Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an den belgisch-amerikanischen Teilchenforscher Francis Halzen für entscheidende Beiträge zum Neutrino-Observatorium „IceCube“ und zur Entdeckung hochenergetischer Neutrinos astrophysikalischen Ursprungs. Das teilte die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit.
Halzen erkannte demnach, dass sich das Eis am Südpol zur Verfolgung von Teilchen nutzen lässt, die als Neutrinos bekannt sind. Seine Vision und seine wissenschaftliche Führungsrolle seien von grundlegender Bedeutung für „IceCube“ gewesen – ein Kubikkilometer Eis, der mit Sensoren ausgestattet ist. Mit dem Observatorium können Forscher Neutrinos aus extrem energiereichen Prozessen im fernen Universum erfassen.
Neutrinos – auch Geisterteilchen genannt – zählen zu den geheimnisvollsten Elementarteilchen. Sie besitzen keine elektrische Ladung und fast keine Masse und reagieren nur sehr schwach mit normaler Materie. Daher ist der Nachweis äußerst schwierig. Ein Neutrino sei ein geisterhafter Bote aus dem Weltraum, sagte der Vorsitzende des Physik-Nobelkomitees, Mark Pearce. Im Mittel treffen in jeder Sekunde zehn Milliarden Neutrinos auf jeden Quadratzentimeter der Erdoberfläche. Wenigstens einige davon nachweisen sollen große Detektoranlagen wie „IceCube“ im antarktischen Eis.

Im vergangenen Jahr waren die Quantenforscher John Clarke (Großbritannien), Michel Devoret (Frankreich) und John Martinis (USA) mit dem Preis geehrt worden.
Die Nobelpreise gehen auf den Dynamit-Erfinder und Preisstifter Alfred Nobel (1833-1896) zurück. Er legte in seinem Testament fest, dass diejenigen mit den Preisen ausgezeichnet werden sollten, die der Menschheit im vergangenen Jahr in den einzelnen Preiskategorien den größten Nutzen erwiesen haben. Die Physik war dabei die erste Kategorie, die Nobel in seinem Testament erwähnte. Erster Physik-Nobelpreisträger ist 1901 der Deutsche Wilhelm Conrad Röntgen für seine Entdeckung der nach ihm benannten Röntgenstrahlen gewesen.

Dotiert sind die begehrten Auszeichnungen in diesem Jahr mit zwölf Millionen schwedischen Kronen – umgerechnet rund einer Million Euro – pro Preiskategorie. Überreicht werden die Nobelpreise traditionell an Nobels Todestag, dem 10. Dezember.
In dieser Woche werden außerdem die Nobelpreise für Chemie (7.10.), Literatur (8.10.), Frieden (9.10.) und am Montag kommender Woche der Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften (12.10.) bekanntgegeben. Letzterer wird erst seit 1969 verliehen und geht als einziger der Preise nicht auf Alfred Nobel zurück.
Erstmals in der Nobelpreis-Geschichte werden die Preisträger in den Kategorien Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaften in diesem Jahr von einer Frau verkündet, nämlich von der gebürtigen Belgierin Ellen Moons. Sie ist seit Jahresbeginn die Generalsekretärin der KVA und die erste Frau in diesem Amt seit der Gründung der Akademie 1739.
© SZ/dpa/danju – Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
- Teilen
- Feedback
Medizin : Es werde Licht: Medizin-Nobelpreis für zwei Deutsche und einen US-Amerikaner
Wie lassen sich Zellen gezielt mit optischen Reizen an- und ausschalten? Peter Hegemann und Georg Nagel sowie der US-Forscher Karl Deisseroth werden für ihre Entdeckungen im Bereich der Optogenetik ausgezeichnet.
Von Werner Bartens
Fonte: Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport