Öffentlich-Rechtliche: Björn Wilhelm muss gehen
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Öffentlich-Rechtliche Björn Wilhelm muss gehen
18. September 2026, 14:51 Uhr |
Lesezeit: 2 Min.

Im Sommer ist die Wiederwahl von Björn Wilhelm, Programmdirektor Kultur des BR, im Rundfunkrat gescheitert. Nun zieht die Intendantin Katja Wildermuth ihren Wunschkandidaten endgültig zurück.
Von Stefan Fischer
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B jörn Wilhelm, seit März 2022 Programmdirektor Kultur beim Bayerischen Rundfunk, wird diesen Posten nach nur einer Amtszeit wieder verlieren. Sein Vertrag wird Ende Februar 2027 auslaufen. Die Intendantin des BR, Katja Wildermuth, hat Wilhelm, den sie vor reichlich vier Jahren vom NDR nach München geholt hatte, im Sommer zur Wiederwahl für eine zweite fünfjährige Amtszeit vorgeschlagen. Der 51-jährige Wilhelm ist vom Rundfunkrat in dessen Sitzung im Juli jedoch nicht bestätigt worden. Und da sich in den vergangenen Wochen immer deutlicher abgezeichnet hat, dass der Rundfunkrat bei seiner Haltung bleiben und Wilhelm in einer möglichen zweiten Abstimmung in der kommenden Sitzung am 8. Oktober ebenfalls nicht wählen würde, hat Wildermuth ihren Wunschkandidaten nun zurückgezogen.
Die Geschäftsleitung hat nach der Wahlniederlage des Programmdirektors viel unternommen, um die 50 Rundfunkräte doch noch von Wilhelm zu überzeugen. „Wir haben über den Sommer zahlreiche gute Gespräche mit Mitgliedern des Rundfunkrats geführt“, sagte Katja Wildermuth gegenüber der dpa. „Dennoch konnten wir im Ergebnis leider keine belastbare Mehrheit für eine Wiederberufung des Kulturdirektors gewinnen. Ich werde daher seine Wiederberufung in der nächsten Rundfunkratssitzung nicht erneut zur Abstimmung stellen.“
Björn Wilhelm konnte das Aufsichtsgremium nicht von seinen Qualitäten als Programm-Manager überzeugen.
Formal hätte die Intendantin das Recht, Björn Wilhelm trotz der Abstimmungsniederlage erneut vorzuschlagen. Im Verlauf dieser Woche haben sowohl der Ausschuss für Grundsatzfragen und Medienpolitik als auch der Programmausschuss des Rundfunkrats getagt. Bei beiden Sitzungen, das berichten Teilnehmer, sei ersichtlich gewesen, dass voraussichtlich eine Mehrheit der Rundfunkräte bei ihrer ablehnenden Haltung Wilhelm gegenüber bleiben würde.
Björn Wilhelm selbst gab zunächst keine Stellungnahme ab. Intendantin Wildermuth sagte über die Entscheidung, zu der sie sich genötigt sieht: „Das fällt mir persönlich nicht leicht. Björn Wilhelm hat die notwendigen Transformationsprozesse des BR entschieden und erfolgreich vorangetrieben und zugleich starke programmliche Akzente gesetzt. Dafür sind ihm die Geschäftsleitung und das gesamte Haus sehr dankbar.“
Unklar ist, wen Katja Wildermuth an Wilhelms Stelle als Programmdirektor Kultur vorschlagen wird. Sehr wahrscheinlich wird am 8. Oktober in dieser Sache keine Abstimmung stattfinden, sondern erst in der folgenden Rundfunkratssitzung Mitte Dezember.
Die Gründe des Aufsichtsgremiums für eine Ablehnung Wilhelms liegen vor allem in einer mehrheitlich als missglückt angesehenen Reform des linearen Kulturradio-Programms von Bayern 2 und einem nach Dafürhalten vieler Rundfunkräte nicht stark genug wahrnehmbaren Kulturangebot im Digitalen. Überdies schätzen die Mitglieder Wilhelms kulturelle Kompetenz nicht hoch genug ein und sie stören sich an einer als unverbindlich wahrgenommenen Kommunikation.
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Von Stefan Fischer
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