Wohnungsbau: Baugenehmigungen steigen, aber die Stimmung bleibt schlecht
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Wohnungsbau Baugenehmigungen steigen, aber die Stimmung bleibt schlecht
18. September 2026, 12:16 Uhr |
Lesezeit: 2 Min.
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In Deutschland werden mehr Wohnungen genehmigt. Aber bei den fertiggestellten Wohnungen sieht es weiterhin düster aus.
Von Leopold Zaak
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In Deutschland werden mehr neue Wohnungen genehmigt. Das Statistische Bundesamt hat am Freitag Zahlen für den Monat Juli veröffentlicht. Demnach lag die Zahl der Genehmigungen bei 22 500 neuen Wohnungen, ein Plus von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders stark war das Wachstum bei Zweifamilienhäusern: Hier wurden 8900 neue Wohnungen genehmigt, ein Zuwachs um ein Viertel. Bei Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Behörden 79 700 Neubauwohnungen, gut 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Um die Genehmigungen für Wohnungen zu steigern, hatte die Koalition aus Union und SPD 2025 den „Bauturbo“ eingeführt. Damit sollen bürokratische Verfahren vereinfacht werden. Städte und Gemeinden etwa können seither Neubauten oder Aufstockungen schneller genehmigen. Die Umsetzung des „Bauturbos“ ist also abhängig davon, ob Kommunen ihn auch tatsächlich umsetzen. Auch wegen des Bauturbos waren die Genehmigungen von Januar bis Juli 2026 gestiegen. In diesem Zeitraum wurden 148 800 neue Wohnungen genehmigt – im Vergleich zu 2025 ist das ein Zuwachs von 12,9 Prozent.
Der Aufwärtstrend hält also an. Dennoch sind Ökonomen und Vertreter der Immobilienbranche skeptisch. Das liegt einerseits daran, dass zwischen den Genehmigungen und der Fertigstellung eine große Lücke klafft: Die Genehmigungen gehen zwar rauf, seit Jahren werden aber immer weniger Wohnungen gebaut. 2025 wurden 206 600 Wohnungen fertig gebaut – so wenige wie seit 2012 nicht mehr. Hinzu kommt: Die gestiegenen Zinsen, die hohen Preise für Rohstoffe, die allgemeine wirtschaftliche Lage – das alles wirkt sich negativ auf den Wohnungsbau aus.
Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, sagt, die gestiegenen Genehmigungen seien zwar eine gute Nachricht, „da üblicherweise mit Verzögerung damit auch der Wohnungsbau anziehen dürfte“. Dullien erwartet aber, dass wegen der Zinsen auf zehnjährige Immobilienkredite der Anstieg der Baugenehmigungen gedämpft werden könnte.
Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), erkennt in den neuen Zahlen zu den Baugenehmigungen „den Willen, Wohnungen zu bauen.“ Es brauche aber „mehr als Zuversicht“, um beim bezahlbaren Mietwohnungsbau voranzukommen. Er verweist auf den Gebäudetyp E, ein geplanter Gebäudestandard, der es rechtssicher möglich machen soll, Standards am Bau zu vereinfachen. Der Gesetzentwurf hängt allerdings in der Abstimmung zwischen Kanzleramt, Finanzministerium sowie den federführenden Ressorts Justiz und Bauen fest. Er könnte erst Ende des Jahres von der Koalition beschlossen werden. Diese Verzögerung löst in der Branche Verstimmungen aus. Die gestiegenen Baugenehmigungen trösten da nur bedingt.
Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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Bauen : Gebäudetyp E wie: Es ist nicht so einfach
Das Bau- und das Justizministerium haben versprochen, mit niedrigeren Standards das Bauen zu vereinfachen und günstiger zu machen. Aber der Gesetzentwurf hängt fest – und die Branche wird langsam ungeduldig.
Von Leopold Zaak
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