Haben & Sein: Wer macht’s jetzt mit wem?

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Por Von Anne Goebel, Tanja Rest, Max Scharnigg, Silke Wichert — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

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Haben & Sein Wer macht’s jetzt mit wem?

16. Oktober 2026, 11:35 Uhr |

Lesezeit: 4 Min.

Barbour x A.P.C

Große Koalitionen:  Diese Ausgabe der Stilnews widmet sich schönen neuen Kooperationen, die zwar nicht die Welt retten, aber zumindest wirklich gut zusammenpassen.

Von Anne Goebel, Tanja Rest, Max Scharnigg, Silke Wichert

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Paris x London

Manche Paare sind so offensichtlich füreinander bestimmt, dass man sich wundert, warum sie erst jetzt zusammenfinden. Die dauerbegehrten Marken Barbour und A.P.C. kleiden beide Menschen ein, die über Mode Bescheid wissen, aber möglichst wenig danach aussehen möchten. Die britische Wachsjacke und die Pariser Jeans hängen in vielen Garderoben ohnehin längst nebeneinander. Jetzt dürfen sie ihre Beziehung endlich auch offiziell machen.

Barbour, sowieso ausgesprochen kontaktfreudig im Umgang mit anderen Labels, hat dabei einen Partner auf Augenhöhe gefunden. A.P.C. beherrscht seit jeher die feine Kunst, ein schlichtes Kleidungsstück so aussehen zu lassen, als habe sein Träger einfach den besseren Geschmack als alle anderen im Raum. Gemeinsam tauscht man jetzt schlicht-schöne Materialien, Proportionen und Details aus. Die klassische Beaufort-Jacke bekommt etwa einen Wollkragen statt des vertrauten Cords, dazu Falten vorn und eine aufgesetzte Brusttasche. Denimjacken und Accessoires ergänzen diese Liebesbeziehung über den Ärmelkanal. Klar, das ist vielleicht keine Kollektion, bei der die Nachbarn erschrocken das Besteck fallen lassen. Dafür eine, die wirklich alltagstauglich ist.

IKEA

Kunst für daheim

Dass Ikea mit wechselnden Gestaltern zusammenarbeitet, ist nicht so ungewöhnlich, aber diesmal ist es eine ganze Gruppe von Kreativen, die die Kollektion Konstrunda entworfen hat. Es sind Designer darunter und Künstler, ein Spezialist für Tischlerei aus London genauso wie eine Fachfrau für Glasarbeiten aus Småland – und allen Produkten ist gemeinsam, dass sie keine Möbel oder Dekorationsstücke im engeren Sinne sind. Eine schwarzglänzende Vase könnte auch als abstraktes Standbild durchgehen, umgekehrt sieht eine polierte Skulptur wie eine Schale aus, und den schwarz-weiß gestreiften Wollteppich kann man auch als Behang mit Memphis-Anklängen an der Wand befestigen. Die Serie umfasst 22 Teile und passt in den Herbst: Man ist, wenn sich das Leben wieder drinnen abspielt, auf der Suche nach Neuem für die Einrichtung, aber eigentlich fehlt nicht wirklich etwas. Genau der Moment für ein künstlerisch angehauchtes Designobjekt zum schwedisch vernünftigen Preis.

Tommy Hilfiger

Tommy auf Japanisch

Manchmal ist wohl eine kleine Weltreise notwendig, damit man wieder Lust auf ein simples Ringer- oder Rugbyshirt bekommt – von Amerika nach Japan und zurück zum Beispiel. Tommy Hilfiger hat sich jetzt für eine Auffrischung jedenfalls mit Hiroshi Fujiwara zusammengetan, dessen Name vielleicht nicht jedem etwas sagt, der aber trotzdem in vielen Kleiderschränken Spuren hinterlassen hat. Der japanische Designer, Musiker und DJ gilt nämlich als einer der Gründerväter der Streetwear, mit seinem Label Fragment Design hat er unter anderem Nike und Louis Vuitton neue Begehrlichkeiten beschert. Er verstand jedenfalls schon früh, wie gut sich Luxus und Straßenkultur vertragen.

Nun also Hilfiger. Das passt, weil dessen amerikanische College-Garderobe auch schon oft zweckentfremdet wurde: Vom gefegten Campus etwa ging es in den Neunzigern mitten in den Hip-Hop, wo Poloshirts und Segeljacken anders getragen wurden, als sich das die Herren vom Ruderklub vorgestellt hatten. Fujiwara, der nach seiner Begeisterung für Londoner Punk auch den New Yorker Hip-Hop entdeckte, hat diese Verwandlung offenbar aufmerksam verfolgt. Die limitierte Kollektion Tommy Hilfiger x FRGMT nimmt sich jedenfalls klassische Rugbyshirts, Button-down-Hemden, Collegejacken und Chinos vor. Fujiwaras Blitzmotive und Punkte treffen auf weichen Flanell, gewaschenes Nylon und schweren Baumwolltwill. Als verbindender Farbton der Kooperation dient Hellblau, sogar die vertraute Hilfiger-Flagge bekommt eine entsprechende Variante. Steht ihr einwandfrei. Ab 15. Oktober in ausgewählten Hilfiger-Stores und auf tommy.com.

Photography by Rosie Marks

Kreativer anmachen

Die Zusammenarbeit von Loewe x On gibt es auch schon eine Weile, aber im Gegensatz zu vielen anderen Langzeit-Koalitionen wird sie von Mal zu Mal besser. Die spanische Luxusmarke inspiriert das Design der Schweizer auf, sagen wir, wohltemperierte Art und Weise. Jetzt haben sie offensichtlich auch mit der Leidenschaft für Kunst und Handwerk – sie vergeben jedes Jahr den Loewe Craft Prize – auf On abgefärbt. Für die Kampagne zur neuen Kollektion wurden keine Models oder Sportler, sondern drei Künstler in Szene gesetzt: die aus Los Angeles stammende Martine Syms, die in ihren Werken Film, Fotografie und Installationen verbindet, der libanesische Sound-Artist Tarek Atoui sowie Joan Jonas, die legendäre Performance- und Videokünstlerin aus New York. Vor allem die Bilder der Neunzigjährigen sind so lässig inszeniert, dass man sie sich am liebsten an die eigenen Wände hängen würde (sofern die KI es schafft, vorher die Logos zu entfernen). Die Produkte werden zur Abwechslung nicht mit Karacho in die Kamera gehalten, was ihnen erst recht eine lässige Selbstverständlichkeit verleiht. Für die Art Direction bei Loewe ist übrigens das französisch-deutsche Duo Carina Frey und Stefanie Barth zuständig, die beide an der Hochschule für Gestaltung Offenbach studierten und bereits für Marken wie Hermès oder Burberry arbeiteten. Beste Ergebnisse dieser gemeinsamen Luxus-Outdoor-Collab sind kurze Windjacken mit langen Reißverschlüssen, Bootcut-Cargohosen und der neue Wanderschuh Cloudsolo Hiker. „A new tool for artistic exploration“ wie es dazu heißt. Na dann: Auf dass unsere Wochenendausflüge kreativer werden!

Miu Miu x New Balance

Laufend beste Umsätze

Nach der Pariser Show von Miu Miu für Frühjahr/Sommer 2027 konnte man diesmal zu zwei sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Das eine: Es ist alles wieder so schräg und so beschwingt – kein Wunder, dass Miu Miu so viel Geld verdient. Das andere: Es ist alles schon wieder so schräg und so beschwingt – hat Miuccia Prada nicht langsam Geld genug? Auf dem Laufsteg tatsächlich wenig Neues: Bra-Tops mit Glitzer (die Bauchfrei-Welle hat Signora Prada vor Jahren höchstselbst angeschoben und kehrt nun wieder zu ihr zurück), diverse Midiröcke (möglicherweise ein Überschuss aus ihrem Prada-Defilee in Mailand, wo sie 63 Röcke zeigte) sowie winzige Turnhöschen (die an ihre winzigen Röckchen vor ein paar Jahren erinnerten). Dazwischen, auch wie immer: Stars auf dem Runway als Hochreißer und Insta-Futter, nach Sandra Hüller war bei dieser Ausgabe Olivia Coleman vertreten.

Dazu passte, dass es auch eine Fortsetzung der bereits vielen Ausgaben einer höchst erfolgreichen Kollaboration gab: Miu Miu x New Balance. Sehr viele Sneaker also, genauer: Neuinterpretationen des gar nicht so bekannten Laufschuh-Typus RC150. Sehr hübsch, in den poppig-buntesten Farbkombinationen: Grün mit Zitronengelb, Zitronengelb mit Blau, Terrakotta mit Rot. Mit anderen Worten: ein strahlend gut gelauntes Match, wogegen ja niemals etwas einzuwenden ist. Zu kaufen gibt es das alles natürlich erst im Frühjahr. Wer so lange nicht warten mag, kann sich mit einem Modell aus der Vorgänger-Kollaboration über den Winter trösten – falls das Kleingeld vorhanden ist: Der 530 SL Ballerina aus Deco-Leder kostet 890 Euro. Über miumiu.com

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Fonte: Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

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