Kolumne „Schön doof“: Die lieben Nachbarn
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Kolumne „Schön doof“ Die lieben Nachbarn
14. Oktober 2026, 10:31 Uhr |
Lesezeit: 2 Min.

Taylor Swift und ihr Mann Travis Kelce haben ein schnuckliges Haus in Ohio gekauft – im Vergleich zu anderen Milliardärsvillen ist es ziemlich bodenständig. Wenn da nur nicht die Sache mit dem Abwasserrohr wäre.
Kolumne von Christian Mayer
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E s ist eigentlich ein ganz bescheidenes Häuschen, wenn man mal die Maßstäbe ansetzt, die sonst so für Tech-Oligarchen, Finanzinvestoren und Immobilienspekulanten gelten. Das neue Domizil, das die US-Sängerin Taylor Swift und der Football-Star Travis Kelce im beschaulichen Bratenahl in Ohio gekauft haben, war mit 5,35 Millionen Dollar ein echtes Schnäppchen. Lächerliche acht Schlafzimmer und elf Badezimmer – damit würde sich ein Jeff Bezos oder ein Bill Gates niemals begnügen, und wenn, dann allenfalls beim Dritt- oder Vierthaus in den Hamptons.
Meta-Chef Mark Zuckerberg zum Beispiel hat in Crescent Park im kalifornischen Palo Alto nach einem Bericht der New York Times rund um sein Grundstück für insgesamt 110 Millionen Dollar immer weitere Häuser zugekauft und dem Erdboden gleichgemacht, um Platz zu schaffen für seine Residenz inklusive Gästehäusern, Pickleball-Anlage und Privatschule. Dass sich die Beliebtheit der Familie Zuckerberg in der Nachbarschaft eher in Grenzen hält, ist angesichts des Flächenfraßes und der allgegenwärtigen Überwachungskameras wenig verwunderlich.
Im Vergleich zu Zuckerbergs Großprojekten in Palo Alto und auf der Pazifikinsel Kauai (wo der Milliardär einen gigantischen Endzeitbunker mit explosionssicheren Türen errichten lässt, man kann ja nie wissen) wirkt Taylor Swifts neue Bleibe ziemlich bodenständig. Wobei man in Bratenahl am Südufer des Eriesees auch kaum etwas Schöneres finden wird als dieses historische Schmuckstück aus dem späten 19. Jahrhundert. Man kann sich gut vorstellen, dass sich Taylor und Travis – Anfang Juli heirateten die beiden sehr exklusiv im New Yorker Madison Square Garden – im idyllischen Bratenahl durchaus wohlfühlen könnten, falls zwischen ihren vielen aushäusigen Verpflichtungen überhaupt mal Zeit für das neue Liebesnest bleibt.
Weniger begeistert sind allerdings ihre Nachbarn: Bei einer öffentlichen Sitzung der örtlichen Baubehörde protestierten einige nun gegen den Plan der prominenten Eigentümer, mit einem zweieinhalb Meter hohen Zaun und 50 immergrünen Bäumen einen massiven Sichtschutz vor dem Grundstück zu errichten. Dadurch könnten auch die hundert Jahre alten Abwasserrohre Schaden nehmen, fürchtete eine Anwohnerin. Die Ruhe in Bratenahl ist wohl erst mal dahin.
Taylor Swift könnte es jetzt so machen wie einst Mark Zuckerberg: Der ließ Noise-Cancelling-Kopfhörer an die verärgerten Nachbarn in Palo Alto verteilen, als der Baulärm auf seinem Grundstück immer unerträglicher wurde. Vielleicht hat Taylor Swift ja noch ein paar Konzertkarten übrig. Oder, wirklich verrückte Idee: Sie lädt die Leute, die schon immer hier gewohnt haben, einfach mal zu sich nach Hause ein, um ein paar grundlegende Dinge zu klären. Ein Gespräch unter Nachbarn, ganz ohne Anwälte und PR-Leute. Der Kuchen, den Taylor Swift dann servieren würde, müsste noch nicht mal selbstgebacken sein.
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Fonte: Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport