Wiesn-Essen: Mmmm, Milzwurst! Womit die CSU künftig Besucher auf die Wiesn locken will

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Por Glosse von René Hofmann — Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

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Wiesn-Essen Mmmm, Milzwurst! Womit die CSU künftig Besucher auf die Wiesn locken will

6. Oktober 2026, 8:26 Uhr |

Lesezeit: 2 Min.

Auch ein politisches Thema: das Essen auf dem Oktoberfest.
Auch ein politisches Thema: das Essen auf dem Oktoberfest. Foto: Johannes Simon

Der Münchner CSU geht es auf dem Oktoberfest nicht traditionell genug zu. Sie fordert ein Comeback für Kesselfleisch, Presssack und Saures Lüngerl. Der Fraktionschef isst es schon einmal vor.

Glosse von René Hofmann

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„Früher an später denken!“ Der Spruch aus der Branche der Verkäufer von Rentenversicherungen erfreut sich immer größerer Beliebtheit, vor allem was dessen tatkräftige Umsetzung angeht. Auch in München. So verschickte die Motorworld München – das ist die Eventlocation rund ums Automobil, die im ehemaligen Ausbesserungswerk der Deutschen Bahn in Freimann entstanden ist – am 10. August dieses Jahres bereits eine erstaunliche Mitteilung. An jenem Tag war es in München 34 Grad warm, die Motorworld aber ließ wissen: Man „läute die Vorfreude auf die Winterworld 2026 ein“ – also auf den Weihnachtsmarkt. Lichterglanz, Weihnachtsmann, Glühwein, Hüttenzauber: Damit geht es zwar erst am 7. November los. Aber: Der Gedanke an die Budenwelt vor der Motorenarena löse auch „mitten im Sommer ein wohliges Gefühl von festlicher Vorfreude aus“. Und damit zur Münchner CSU.

Das ist jene Partei, deren Vorsitzender sich eine Zeitlang auch als Foodblogger hervortat. Auf Instagram ist dokumentiert, wie Markus Söder herzhaft in vieles beißt, was ihm in seinem Leben als Ministerpräsident gereicht wird, sei es auf Tellern oder manchmal auch nur auf einem Plastiktablett. Als Klassiker der Reihe darf seine Erklärung gelten, wie man einen Big Mac so zerlegen kann, dass man daraus „doppelten Genuss“ erlangen kann.

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Als die EU Insektenarten wie den Mehlwurm oder die Hausgrille für Lebensmittel freigab, kommentierte der Ministerpräsident auf Instagram: „Insekten auf dem Speiseplan? Ganz ehrlich: #söderisst das nicht…“ Später schob er bei einem öffentlichen Auftritt nach: Er bevorzuge „Braten statt Getreideschimmel-Käfer“.

Essen ist ein emotionales Thema. Es kann Erinnerungen wecken, Heimatgefühle. Aber auch: Aversionen, ja sogar Ekelgefühle. Für politische Vorstöße ist es deshalb diplomatisch heikel. Söder isst inzwischen nicht mehr Insta-öffentlich, die Münchner CSU aber lässt sich davon nicht bremsen. Manuel Pretzl, der Chef der Rathausfraktion, hat in der vergangenen Woche ein Video veröffentlicht, das ihn an einem Schaschlikstand auf dem Oktoberfest zeigt. Es ist nicht irgendein Schaschlikstand, sondern der letzte, an dem ein original Münchner Schaschlik gereicht wird, wie Pretzl erklärt, also eines mit Niere und Leber. „Ganz, ganz hervorragend“, schwärmt Pretzl, 51. Er wünscht sich wieder mehr solcher traditioneller Gerichte auf dem angeblich ja so traditionsreichen Fest: Saures Lüngerl, gefüllte Kalbsbrust, Presssack, Kesselfleisch, gebackene Milzwurst.

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Die Partei hat deshalb einen Antrag für die Wiesn 2027 gestellt. Gutes von gestern soll bei der Punktevergabe für die begehrten Standplätze in der Kategorie „Anziehungskraft“ besonders belohnt werden – so wie Bio-Qualität im Bewertungspunkt „Ökologie“. „Für mehr kulinarische Vielfalt auf der Wiesn“: So framed Pretzl den Vorstoß. Man kann es auch anders nennen: Später an früher denken.

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Essay von René Hofmann

Fonte: Top – Themen – Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Sport

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