Verschollene Pilotin: Wenn jemand auf einer Pazifikinsel notlandet, dann wohl sie
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Verschollene Pilotin Wenn jemand auf einer Pazifikinsel notlandet, dann wohl sie
5. Oktober 2026, 11:56 Uhr |
Lesezeit: 2 Min.

Zusammenfassung
- Satellitenaufnahmen von Apple Maps zeigten 2020 eine flugzeugähnliche Kontur unter Wasser vor der Pazifikinsel Nikumaroro.
- Eine von der Purdue University finanzierte Expedition bricht nun auf, um das sogenannte „Taraia-Objekt“ zu untersuchen und Unterwassermessungen vorzunehmen.
- Um den 13. Oktober soll das 17-köpfige Team auf Nikumaroro eintreffen – es wäre die 15. Suchaktion seit Earharts Verschwinden 1937.
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Die Flugpionierin Amelia Earhart verschwand 1937 über dem Pazifischen Ozean. Hat sie damals überlebt? Nachdem Satellitenaufnahmen ihr mögliches Wrack zeigen, bricht nun eine neue Expedition zur Insel Nikumaroro auf.
Von David Pfeifer, Tokio
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W enn Menschen verschwinden, hinterlassen sie Trauer bei denen, die zurückbleiben. Ja, aber nicht nur, manchmal ist es auch Hoffnung: Leben sie vielleicht irgendwo glücklich weiter, unter Palmblättern auf einer Insel? So wie Robinson Crusoe oder Tom Hanks in „Cast Away – Verschollen“. Und wenn man es irgendjemandem zutrauen würde, aus der Tragfläche einer Lockheed Electra 10-E und einer Spule Draht eine Hütte zu basteln, dann wohl Amelia Earhart. „Das Schwierigste ist die Entscheidung zum Handeln, der Rest ist bloße Beharrlichkeit“, ist ein überliefertes Zitat der Flugpionierin.
1928 überquerte Earhart – noch als Passagierin – als erste Frau in einem Flugzeug den Atlantik. 1932 absolvierte sie den ersten Nonstop-Alleinflug einer Pilotin. 1937 verschwand sie dann bei dem Versuch, mit ihrer Electra 10-E als erste Frau in einem Flugzeug die Welt zu umrunden, spurlos über dem Pazifischen Ozean, auf etwa halber Strecke zwischen Hawaii und Australien.

14 Suchaktionen wurden seitdem bereits gestartet und ergebnislos beendet. Nun läuft die „Taraia Object“-Expedition, die unter anderem von der Purdue University finanziert wird, einer der besten Universitäten der USA, an der Earhart als Beraterin für den Fachbereich Luftfahrttechnik und für die berufliche Beratung von Frauen engagiert war.
Als „Taraia-Objekt“ werden ungewöhnliche Objekte bezeichnet, die auf Satellitenaufnahmen zu erkennen sind. In Earharts Fall haben Wissenschaftler bereits im Jahr 2020 auf Satellitenaufnahmen von Apple Maps eine längliche, flugzeugähnliche Kontur mit reflektierender Oberfläche unter Wasser vor der Insel Nikumaroro entdeckt. Sie halten sie für Earharts Wrack.
Sie wollte auf einer Insel landen, „ein unglaublich winziges Ziel“, wie sie selbst sagte
Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens befand sich Earhart mit ihrem Navigator Fred Noonan auf der schwierigsten Etappe ihrer Weltumrundung. Der Flug sollte 18 Stunden lang von Lae, einer Stadt in Papua-Neuguinea, zur Howlandinsel führen, wo die Besatzung des US-Küstenwachenkutters Itasca auf Earhart wartete. Inmitten des riesigen Ozeans war die Howlandinsel „ein unglaublich winziges Ziel“, wie Earhart selbst sagte. Die Pilotin teilte den Funkern auf der Itasca noch mit: „Wir müssen direkt bei Ihnen sein, können Sie aber nicht sehen … der Treibstoff geht zur Neige“, dann war sie verschwunden. Nikumaroro liegt etwa 650 Kilometer von der Howlandinsel entfernt.
Für die Theorie, dass Earhart und Noonan auf Nikumaroro notlanden konnten, spricht, dass aus Flugzeugteilen gefertigte Gebrauchsgegenstände dort gefunden wurden, als die Insel von 1938 bis 1963 britische Kolonie war. Auch Teile von Damenschuhen wurden gefunden, die von derselben Marke und vom selben Oxford-Typ stammten wie das von Earhart getragene Modell. Die Erzählung ist auf jeden Fall so stark, dass nun, 90 Jahre später, wieder eine Expedition unterwegs ist, um die Absturzstelle zu orten und Unterwassermessungen vorzunehmen.
Sollte sich das sogenannte „Taraia-Objekt“ tatsächlich als die Electra herausstellen, wäre die Mission damit aber noch nicht beendet. Für die Ausgrabung und Bergung wären weitere Expeditionen erforderlich. Um den 13. Oktober soll das 17-köpfige Team auf Nikumaroro eintreffen, um die Tiefen der Lagune zu sondieren. Von dann an zählt nur noch Beharrlichkeit.
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