Körperliche Aktivität: Kinder laufen täglich zwischen 1000 und 30 000 Schritte
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Körperliche Aktivität Kinder laufen täglich zwischen 1000 und 30 000 Schritte
30. September 2026, 2:00 Uhr |
Lesezeit: 2 Min.
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Zusammenfassung
- Ein internationales Forscherteam hat in 44 Ländern bei über 3500 Drei- und Vierjährigen die täglichen Schritte gemessen und einen Median von 18 500 Schritten ermittelt.
- Die Schrittzahlen variieren stark: Kinder in ärmeren Ländern liefen im Median etwa 5200 Schritte mehr als jene in reichen Staaten, Jungen mehr als Mädchen.
- Die Forscher wollen den Medianwert nicht als allgemeines Tagesziel setzen, sondern schlagen kontextabhängige Empfehlungen und eine Nutzung ähnlich wie Wachstumskurven vor.
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Wissenschaftler haben gemessen, welche Strecken Drei- und Vierjährige weltweit pro Tag zurücklegen. Was folgt daraus?
Von Berit Uhlmann
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Eltern kennen das: Genügend Motivation vorausgesetzt, können die kleinen Füße ihrer Kinder endlos in Bewegung sein. Da kommen bis zur letzten Minute vor dem Zubettgehen sehr viele Schritte zusammen. Wie viele das sein können, hat ein internationales Forscherteam nun in 44 Ländern ermittelt. Die Forscherinnen und Forscher hatten mehr als 3500 Drei- und Vierjährigen einen wissenschaftlich validierten Schrittzähler auf die Hüfte geschnallt.
Alle Tage, an denen mindestens zehn Stunden lang gemessen wurde, flossen in die Auswertung ein. Es sei ihres Wissens nach die umfangreichste Stichprobe in dieser Altersgruppe, schreibt das Team im Fachblatt Lancet Child & Adolescent Health. Sie ergab, dass die Kinder im Median 18 500 Schritte pro Tag zurücklegten. Das heißt, die Hälfte der Kinder erreichte mindestens diese Schrittzahl.
Das aber ist nur das grobe Bild. Denn wie Eltern ebenfalls oft genug erfahren, können Kinder ganz schnell erlahmen, wenn die Umstände ungünstig sind. Auf ähnliche Weise zeigte sich auch in der Studie, dass die Schrittzahl stark variieren kann. So schafften die unteren drei Prozent der Dreijährigen höchstens 1100 Schritte, während die oberen drei Prozent mehr als 29 000 Schritte zusammenbekamen.
Kinder meistern viele Arten der Bewegung: Fahrradfahren, Schwimmen oder Rudern etwa.
Dabei legten Kinder in ärmeren Ländern im Median etwa 5200 Schritte mehr zurück als jene in den reichen Staaten. In ländlichen Gebieten liefen die Jungs und Mädchen knapp 2000 Schritte mehr als ihre Altersgenossen in der Stadt. Die Differenzen spiegelten wahrscheinlich strukturelle Unterschiede in Umgebung, Lebensstil und Verkehr wider, vermuten die Autoren.
Vereinfacht ausgedrückt: Ein Kind im Sudan läuft womöglich nicht aus bloßem Entdeckerdrang so viel umher, sondern weil seine Mutter es auf die langen Fußmärsche zur nächsten Einkaufsmöglichkeit mitnehmen muss. Und ein Kind aus einer deutschen Großstadt sitzt wahrscheinlich auch deshalb so viel herum, weil seine Eltern die Umgebung vor dem Haus als zu unsicher wahrnehmen, um ihm das Spiel vor der Tür zu erlauben.
Auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern führen die Autoren zumindest in Teilen auf äußere Faktoren zurück. Vermutlich tragen soziokulturelle Einflüsse und die unterschiedliche Freizeitgestaltung dazu bei, dass Jungs im Median 1000 bis 1600 Schritte mehr zurücklegten als Mädchen.
Angesichts der enormen Unterschiede zwischen den Kindern wollen die Forscher den Wert von 18 500 Schritten nicht als allgemeines Tagesziel verstanden wissen. Sie sprechen sich vielmehr dafür aus, kontextabhängige Empfehlungen zu prüfen.
Grundsätzlich könnten sie sich jedoch vorstellen, Schrittzahlen künftig zur Beurteilung der kindlichen Aktivität heranzuziehen. Ohne praktische Details zu nennen, schlagen sie vor, dass die Zahl der Schritte „ähnlich wie die Wachstumskurven für Kinder verwendet wird, so dass die Aktivität eines einzelnen Kindes mit einem internationalen Referenzwert verglichen werden kann“. Eltern könnten dann einen Eindruck davon bekommen, ob das Kind eher im oberen oder unteren Bereich des Bewegungsspektrum zu finden ist.
Ob die von ihnen ermittelte Werte allerdings aussagekräftig genug sind, ist noch nicht sicher. Die aktuelle Studie hatte einige Schwächen, darunter die Tatsache, dass die Kinder in den Teilnehmerländern nicht vollständig repräsentativ ausgewählt wurden. Auch schränken die Autoren selbst ein, dass die Schrittzahl allein das Maß der körperlichen Aktivität nicht zuverlässig bestimmen kann. Schließlich meistern viele Kinder im Laufe der Jahre weitere Arten der Fortbewegung: Fahrradfahren, Schwimmen oder Rudern etwa.
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