Promis auf dem Oktoberfest an Tag 8: Palina, der Bohrmaschinen-Papst und Dobrindts trübes Bier

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Promis auf dem Oktoberfest an Tag 8 Palina, der Bohrmaschinen-Papst und Dobrindts trübes Bier

27. September 2026, 8:30 Uhr |

Lesezeit: 4 Min.

Palina Rojinski im Käferzelt.
Palina Rojinski im Käferzelt. Foto: Felix Hörhager/dpa

Palina Rojinski würdigt im Käferzelt endlich, was längst hätte gewürdigt werden sollen, ein „Fack ju Göhte“-Star lässt sich blicken und der Bundesinnenminister zelebriert das Italienerwochenende mit einem besonderen Gast.

Von Philipp Crone

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Joschka Fischer

Foto: Manuel Tilgner/Agency People Image

D as Oktoberfest lebt von seinem Ruf, dass hier alle gerne feiern. Oft kann man aber ja gar nicht überprüfen, ob das auch wirklich so ist. Denn diese „alle“ geben sich nicht so ohne Weiteres zu erkennen. Alle Nationalitäten, alle Altersstufen, so weit ist das noch nachzuvollziehen. Und dass der Normalo aus Poing oder Pinneberg gerne mal ins Zelt schaut, ist ebenfalls bekannt. Wenn dann aber Menschen, die erwiesenermaßen zu dem eher kleinen Teil von „alle“ gehören, der wirklich wohlhabend ist oder wirklich mal was zu sagen hatte, dann rundet so jemand das Bild des Oktoberfests immer wieder aufs Neue ab. Zum Beispiel der Besuch des früheren Turnschuh-Vizekanzlers Joschka Fischer von den Grünen. Er schaut zwar hier genau so, als ob er bei Lanz einem Kollegen von irgendeiner konkurrierenden politischen Farbe dringend mal erklären müsste, wie die weite Welt so funktioniert, aber mutmaßlich ist es eher eine Art erstaunter Gesichtsausdruck. Wie, ihr wollt mich im Bierzelt mit einem langweiligen Glas Wasser fotografieren? Vielleicht hat der Blick auch etwas Reich-Ranicki’sches, dieser sympathisch resignierte Gesichtsausdruck über so viel Unwissenheit um einen herum. Ist das am Samstag der Start für Fischers ersten Wiesn-Marathon?

Nicola Cavanis

Foto: Manuel Tilgner/Agency People Image

Das Promi-Pärchen Hummels und Cavanis ist offenbar Dauergast der diesjährigen Wiesn. Nachdem Cavanis bereits im Schützen-Zelt anzapfen durfte, was mit drei Schlägen klappte, ist auch ihr Partner Mats Hummels bereits mehrfach gesichtet worden. Wenig verwunderlich, bei Münchnern seiner Generation war und ist das Zelt die erste Party-Adresse auf der Wiesn, und ja ebenfalls so schön nah zum Käfer-Kosmos gegenüber. Wenn man vom Champagner mal seine Ruhe haben will, geht es eben auf der anderen Straßenseite zum normalen Feiervolk, die Spieler des FC Bayern, also die aktuellen, haben das am vergangenen Sonntag genauso wie im vergangenen Jahr vorgemacht.

Palina Rojinski

Foto: Felix Hörhager/dpa

Endlich nimmt sich wieder jemand den Käfer-Geranien an. Höchstwahrscheinlich hat sich Schauspielerin Palina Rojinski für dieses Outfit am Samstagabend entschieden, um farblich die berühmtesten Blumen der Wiesn zu würdigen, die mittlerweile an acht Tagen in Folge Kulisse und Hintergrund von Fotoshootings vor der Bavaria auf dem Balkon des Käferzelts sind. Dementsprechend platt sind die Pflanzen auch, es liegt der Verdacht nahe, dass die ein oder andere Handtasche oder gar Mass dort bereits abgestellt wurde. Der Insta-Account @kaeferanien ist überfällig, es könnten die ersten pflanzlichen Influencer der Welt werden. Rojinski hingegen ist keine Influencerin, das sieht man an ihrem Gesichtsausdruck. Sie wirkt doch etwas angestrengt lächelnd bei dieser Pflichtaufgabe. Sinn des Fotos ist aber auch immer, die Schleifenposition zu dokumentieren. Demnach wäre Rojinski nicht vergeben, was den aktuellen Spekulationen des Boulevards widersprechen würde, demnach sie liiert ist. Selbst wenn die Schleife korrekt gebunden ist, kann sich ja bekanntlich auf dem Oktoberfest dieser Beziehungs-Zustand innerhalb einer Geranien-Gießlänge ändern.

Michael Hilti

Foto: Manuel Tilgner/Agency People Image

Nach einer Woche Wiesn-Kolumne und einer vermeintlichen Steilvorlage wie dieser muss man ganz besonders gut aufpassen, den Nagel auf den Kopf zu treffen und nicht auf naheliegende Gags zu hauen. Baumaschinenhersteller und Oktoberfest, Bohrmaschinen und Verkupplungs-Festspiele, die möglichen Assoziationsketten sind gefährlich platt. Michael Hilti, der am Samstag im Käferzelt von den Boulevard-Fotografen erspäht und bildlich zur Fotostrecke gebracht wurde (mit seiner Frau Caroline und rechts Moderatorin Nina Ruge), ist Sohn des Firmengründers Martin Hilti, einem Unternehmen, das mit seinen roten Boxen für Baugeräte und vor allem mit „der Hilti“, einem Synonym für Bohrmaschine, bekannt und erfolgreich geworden ist. In einem Edelzelt wie dem von Käfer kann es gut sein, dass der Aufbau über Hilti-Geräte vonstattenging und sämtliche Discount-Konkurrenz außen vor bleiben musste.

Max von der Groeben

Foto: Manuel Tilgner/Agency People Image

Max von der Groeben (links, mit Begleitung) hat gerade erst einen größeren Auftritt hinter sich. Die Premiere des Films „Das gewisse Etwas“ war Ende August und der 34-Jährige spielt die Hauptrolle unter anderem neben Mala Emde und Florian Lukas. Im Film geht es um die Fahrt einer Gruppe beeinträchtigter junger Menschen in ein Ferienlager, die aus dem Ruder läuft. Es ist die Neuverfilmung einer französischen Vorlage mit dem Namen „Was ist schon normal“. Normal für einen bei der Münchner Filmfirma Constantin entdeckt und groß gewordenem Darsteller („Fack ju Göhte“) ist auf jeden Fall, auf die Wiesn zu gehen, auch wenn man aus Köln kommt. Aber wie sagte das neulich der Sänger Johannes Oerding schon treffend: Die Wiesn sei wie Karneval, nur dass alle gleich aussehen. In einem Wort dann also: Gsuffalaaf.

Alexander Dobrindt

Foto: Felix Hörhager/dpa

So etwas nennt man Völkerverständigung. Am sogenannten Italienerwochenende sitzen Matteo Piantedosi, Innenminister von Italien, und Alexander Dobrindt, Bundesinnenminister und in manchen Wettbüros als möglicher Merz-Nachfolger gehandelt, zusammen und trinken Bier. Natürlich nicht ganz so wie die anderen, nämlich unter anderem wie im 1. Klasse-Abteil Käferzelt üblich mit Tischdecke. Nur eines passt nicht ganz ins perfekte Bild: die Trübung in Dobrindts Bier. Die reine Lehre und Tradition gibt ja eher eine normale Mass Oktoberfestbier vor und kein Weißbier. Aber zum einen ist Dobrindt Weißbier-affin und vielleicht wollte er seinen Kollegen schlicht auch einfach mal von den verschiedenen Brauspezialitäten probieren lassen.

Paul Achleitner

Foto: Manuel Tilgner/Agency People Image

Paul Achleitner gehört auch in die Kategorie Fischer. Zwischen all den Reality-Stars, Trash-Größen, Influencerinnen und Influencern, die man im ursprünglichen also lateinischen Sinne ja gar nicht prominent nennen dürfte. Sie ragen nicht durch besondere Verdienste oder Fähigkeiten heraus, sondern alle durch die gleiche Eigenschaft: hunderttausende Anhänger auf Social Media. Paul Achleitner ist im ursprünglichen Sinne prominent. Er war zehn Jahre Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank, hatte also ein für viele Menschen in diesem Land relevanten Job inne. Das ist aber jetzt auch ein paar Jahre her, aber selbst der Tarnbart schützt ihn bei Käfer nicht davor, von den Foto-Kollegen entdeckt zu werden. Wobei das nicht ganz so überraschend ist. Achleitner lebt in München und ist immer mal auf relevanten Gesellschaftseinladungen zugegen – und auf der Wiesn.

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