USA: ICE nimmt mehr Menschen als je zuvor fest

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USA ICE nimmt mehr Menschen als je zuvor fest

18. September 2026, 11:29 Uhr |

Lesezeit: 2 Min.

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Ein ICE-Einsatz in der Stadt Ventura in Kalifornien.
Ein ICE-Einsatz in der Stadt Ventura in Kalifornien. Foto: Imago/Benjamin Hanson/Middle East Images

Im August waren es nach Angaben der Behörde mehr als 50 000 Festnahmen. „Wenn Sie illegal in den USA sind, gehen Sie jetzt“, fordert Heimatschutzminister Mullin.

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Die US-Einwanderungsbehörde ICE hat im August nach eigenen Angaben mehr als 50 000 Menschen festgenommen – so viele waren es demnach noch nie. Beamte hätten „50 925 illegale Ausländer“ festgenommen, mehr als im Juli (50 208) und im Juni (43 900), hieß es. „Wenn Sie illegal in den USA sind, gehen Sie jetzt“, forderte Heimatschutzminister Markwayne Mullin. „Wir werden Sie finden, verhaften und abschieben.“

Wie die Justizplattform themarshallproject.org zusammenfasste, werden Migranten mittlerweile häufig bei Behördenterminen festgenommen. ICE nutzt und bezahlt örtliche Polizeibehörden. Etwa 2000 Polizeibehörden hätten Abkommen mit der Regierung unterzeichnet, für Immigrations-Stopps zu sorgen oder inhaftierte Migranten an ICE auszuliefern. Ein Viertel der Festnahmen im Juli sei im Trump-freundlichen Texas geschehen.

US-Heimatschutzminister Markwayne Mullin sagte bei der Parteiversammlung der Republikaner in Texas vor wenigen Tagen: „Unsere Basis will Massenabschiebungen.“
US-Heimatschutzminister Markwayne Mullin sagte bei der Parteiversammlung der Republikaner in Texas vor wenigen Tagen: „Unsere Basis will Massenabschiebungen.“ Foto: Michael M. Santiago/Getty Images via AFP

Die Zahl der Migranten, die laut Gesetz abgeschoben werden können, nimmt zu. Im Juli haben geschätzt 350 000 Menschen aus Haiti ihren Schutzstatus verloren, die unter dem humanitären Programm „Temporary Protected Status“ (TPS) in den USA leben. Dieser Schutzstatus erlaubt es Menschen, bei Naturkatastrophen und anderen akuten Notlagen vorübergehend in den Vereinigten Staaten zu leben. Das Heimatschutzministerium hat den Haitianern den Schutzstatus entzogen.

Viele Haitianer leben in Springfield in Ohio. Das ist der Ort, über den die Trump-Wahlkampagne 2024 die Lüge verbreitete, Migranten würden Katzen und andere Haustiere essen. Nun haben Haitianer Angst vor ICE. Wie die Ortszeitung Springfield News-Sun berichtete, hat ICE nach Angaben von Migranten Hunderte Haitianer zum Tragen von Fußfesseln gezwungen.

Das Wall Street Journal schrieb von „verschwindenden“ Arbeitskräften in Florida. Dort lebt die Hälfte der Haitianer mit TPS-Status. Viele trauen sich nicht mehr auf die Straße. Besonders Pflegedienste, Restaurants und Hotels hätten haitianische Arbeitskräfte verloren.

Viele Menschen verlieren den Schutz vor der Abschiebung

Auch TPS-Begünstigten aus El Salvador droht in sehr naher Zukunft der Entzug des Schutzstatus. Stichtag war eigentlich der 9. September, doch das Heimatschutzministerium gab noch keinen festen Termin bekannt. Geschätzt 30 000 Begünstigte aus El Salvador leben in der US-Hauptstadt und umliegenden Orten.

Wenn der TPS-Schutzstatus endet, verlieren Betroffene sofort die Arbeitsgenehmigung und ihren Führerschein und „am wichtigsten, den Schutz vor der Abschiebung“, sagte der Leiter der Hilfsorganisation Carecen in Washington, Abel Núñez, in einem örtlichen Rundfunksender. Die Betroffenen müssten entscheiden, ob sie eine Abschiebung riskieren, oder ihre langjährige Existenz in den USA und ihre Familien hinter sich lassen.

ICE habe wohl nicht die logistischen Fähigkeiten, die Betroffenen aus Haiti und El Salvador schnell abzuschieben, sagte Núñez. Vermutlich werde die Regierung den Menschen das Leben so schwer machen, dass sie sich „selbst deportieren“. Das sei eine der Strategien der Regierung Trump.

Nach Angaben des Think-Tank „Center for Immigration Studies“ ist die Zahl der Menschen ohne Papiere in den USA seit Trumps Amtsantritt im Januar 2025 um geschätzt 2,3 Millionen auf 13,5 Millionen zurückgegangen. Das Heimatschutzministerium hat behauptet, mehr als drei Millionen hätten unter Trump die USA verlassen. Sie seien abgeschoben worden oder freiwillig gegangen.

© SZ/Reuters/dta – Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.

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Die Verfolgung von Immigranten durch die Einwanderungsbehörde ICE geht ungebremst weiter. Auch Haitianer sollen zunehmend ausgeflogen werden – obwohl ihre Heimat als gefährlich gilt.

Von Peter Burghardt

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