Kolumne „Schön doof“: Rache ist schick – und teuer
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Kolumne „Schön doof“ Rache ist schick – und teuer
16. September 2026, 14:53 Uhr |
Lesezeit: 2 Min.

Prinzessin Diana trug nach ihrer Trennung von Thronfolger Charles im Juni 1994 ein sexy Kleid, das als „Revenge Dress“ berühmt wurde. Nun wird es versteigert. Was macht man mit so einem Stück?
Kolumne von Claudia Fromme
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J ahrelang hing das schulterfreie schwarze Cocktailkleid in ihrem Boudoir. Der knappe Schnitt war Diana zu gewagt, so heißt es, um sich damit öffentlich zu zeigen. Aber als ihr Mann Prinz Charles in einer TV-Doku in einem geblümten Sessel Platz nahm und der britischen Nation mit einem schiefen Grinsen erklärte, dass er seiner Frau in der Ehe untreu war, kam die Zeit für das sexy Ding. Am 29. Juni 1994, am Abend der Ausstrahlung also, ging die Prinzessin darin lächelnd an den Kameras vorbei zu einer Party in der Serpentine Gallery in London. Die Botschaft: So sieht keine gedemütigte Frau aus, sondern eine toughe Lady. Die Sun titelte entzückt: „Rache ist schick“. Das „Revenge Dress“ war geboren.
Lange her. Zwei Jahre später ließ sich das Paar scheiden, es war auch schon vor dem Interview getrennt, was die Ausplauderei intimer Ehedetails im TV aber nicht besser macht. Diana starb vor bald 30 Jahren, der Prinz heiratete Camilla und wurde Charles III. Und das Rachekleid? Ist längst Teil der Popkultur. Kein Rückblick auf Dianas Leben ohne das ikonische Kleid aus Seidenkrepp mit Chiffonschleppe der Designerin Christina Stambolian. Zwei Monate vor Dianas Tod im August 1997 ließ es die Prinzessin mit einem Schwung anderer Kleider für wohltätige Zwecke versteigern. Seither lagerte es in Schottland im Tresor. Seine Besitzerin trennt sich von ihm, und so kommt es im Dezember bei Sotheby’s in New York unter den Hammer. Das Auktionshaus erwartet einen Verkaufspreis von umgerechnet 260 000 Euro. Für die Schotten war es erschwinglicher: Nach heutigem Kurs zahlten sie 47 000 Euro.
Was macht man mit so einem Kleid? Ebenfalls in den Tresor legen als Kapitalanlage und irgendwann wieder versteigern? Anziehen, wenn der richtige Moment gekommen ist im Leben einer Frau und Rache vonnöten? Nur an wem? Und was wäre eine gute Bühne für Menschen, die weit weniger berühmt sind als Lady Di? Die Besuchertribüne im Bundestag, das Oktoberfest, die Cranger Kirmes? Und passt man in das hautenge Kleid, das gefährlich schmal wirkt? Immerhin ist es gut in Schuss, teilt Sotheby’s mit. Ein paar Ziehfäden außen, ansonsten alles fein. Wurde ja nur einmal getragen.

Vielleicht sollte man einfach warten und alle Rachegedanken fahren lassen. Vielleicht kommt ja ein anderes Kleid der Prinzessin noch einmal auf den Markt. Das „Caring Dress“ zum Beispiel. Könnte man grob mit Fürsorgekleid übersetzen. Das blaue Tageskleid mit den großen bunten Blüten von Bellville Sassoon trug Diana oft bei Besuchen in Krankenhäusern oder Terminen mit Kindern. Es ist noch vor einem Jahr für knapp 445 000 Dollar an eine Australierin versteigert worden, die allerlei Diana-Memorabilien sammelt und ein virtuelles Prinzessinnenmuseum betreibt. Falls sie sich wieder von dem Stück trennen möchte, wäre auch das eine Option. Rache mag schick sein, aber Königin der Herzen wurde Diana mit dem Blumenkleid, das sie so oft trug wie kaum ein anderes.
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