Oktoberfest: Wie KI eine gefährliche Überfüllung der Wiesn verhindern soll

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Oktoberfest Wie KI eine gefährliche Überfüllung der Wiesn verhindern soll

16. September 2026, 16:09 Uhr |

Lesezeit: 2 Min.

In der neu eingerichteten Sicherheitszentrale werden die Bilder der Kameras auf dem Festgelände ausgewertet.
In der neu eingerichteten Sicherheitszentrale werden die Bilder der Kameras auf dem Festgelände ausgewertet. Foto: Robert Haas

Zusammenfassung

  • München setzt auf KI-Technik, um Menschenmengen auf dem Oktoberfest zu überwachen und zu lenken.
  • Über 50 Kameras und künstliche Intelligenz erkennen Personenballungen, die Daten laufen in einem neuen Koordinierungsraum zusammen.
  • Zusätzlich wurden Reservierungen verbessert, Google Maps zeigt erstmals Zelte an und geschulte Sprecher sollen für klarere Durchsagen sorgen.

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Da es im vergangenen Jahr beinahe zu einer Katastrophe gekommen wäre, will die Stadt in diesem Jahr die Besuchermassen besser kontrollieren und lenken. In einem Raum sollen alle Informationen zusammenlaufen.

Von Linus Freymark

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Eines soll in diesem Jahr definitiv verhindert werden. Das Oktoberfest steht vor der Tür, und bei den Verantwortlichen wächst neben der Vorfreude auch die Anspannung. Das größte Volksfest der Welt ist schließlich eine riesige Herausforderung. Das Wichtigste hierbei: die Sicherheit der Gäste. Und da gibt es im Vergleich zum Vorjahr Verbesserungsbedarf – immerhin wäre es auf der Wiesn 2025 beinahe zu einer Massenpanik gekommen.

Vor einem Jahr war das Festgelände am mittleren Wiesnwochenende derart überfüllt, dass die Besucher in den Menschenmassen feststeckten. Unklare Lautsprecherdurchsagen führten zusätzlich zu Verunsicherung. Und die Verantwortlichen rund um Wirtschaftsreferent und Wiesnchef Christian Scharpf (SPD) standen in der Kritik.

Um das heuer zu verhindern, wurde beim Sicherheitskonzept nachgebessert. Dabei setzt die Stadt auf moderne Technik und hat sich neben der Universität der Bundeswehr Unterstützung von Jürgen Beyerer vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung geholt. Der Wissenschaftler und sein Team haben ein System entwickelt, das mithilfe von künstlicher Intelligenz erkennen kann, wie viele Personen sich wo auf dem Oktoberfest aufhalten. In anderen deutschen Städten wie Mannheim und Hamburg setze man die Technik bereits seit Jahren mit Erfolg ein, erklärt Beyerer, unter anderem bei Fußballspielen.

Dafür nutzt die KI die Aufnahmen der mehr als 50 Überwachungskameras, die an 35 Standorten über das gesamte Festgelände verteilt sind. Dadurch könne man frühzeitig erkennen, wo sich Menschenmengen zu ballen drohen, erklärt Beyerer. Diese Erkenntnisse laufen in einem neu eingerichteten Koordinierungsraum zusammen und sind laut Beyerer die Basis für das weitere Handeln.

Dort wird dann zum Beispiel entschieden, ob man den Haupteingang vorübergehend schließt, um eine Überfüllung bestimmter Bereiche zu vermeiden. Das System ist so programmiert, dass es zwar Personen, aber keine Gesichter erkennt – der Datenschutz sei also gewährleistet, beruhigt der Forscher. Zusätzlich zur Technik überwachen sogenannte Crowdspotter das Geschehen auf der Theresienwiese und greifen notfalls ein, wenn sich zu viele Menschen an gewissen Stellen aufhalten.

Aus den Analysen wolle man Erkenntnisse gewinnen, „mit denen wir unser Sicherheitskonzept für kommende Oktoberfeste kontinuierlich und umfassend weiterentwickeln können“, erklärt Scharpf. Die Sicherheit der Wiesngäste habe schließlich „oberste Priorität“. Bei einer Großveranstaltung wie dem Münchner Oktoberfest müsse die Stadt „state of the art“ sein. Neben dem KI-System des Fraunhofer-Instituts haben Scharpf und sein Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW) zudem bei der Organisation der Reservierungen nachgebessert, damit anders als im vergangenen Jahr bei den Reservierungswechseln kein allzu großes Gedränge entsteht.

Deswegen hat die Stadt dafür gesorgt, dass sich die Besucher besser auf dem Festgelände zurechtfinden und so zügiger ihr Ziel erreichen. So wurde etwa mit dem Tech-Konzern Google vereinbart, dass die Zelte sowie die Ein- und Ausgänge auf dem Navigationsdienst „Google Maps“ eingezeichnet werden. Ein Novum – immerhin seien dort eigentlich nur feste Orte vermerkt und keine „temporären Einrichtungen“ wie ein Wiesnzelt, erklärt Scharpf. Sollte es trotzdem mal zu Ballungen der Menschen kommen, sind auf der Theresienwiese Mitarbeiter unterwegs, die die Besucherströme lenken sollen. Das müsse behutsam geschehen, erklärt Scharpf. Polizisten, die die Festgäste zum Weitergehen animieren, würden in solchen Situationen eher verunsichern.

Auch bei den Durchsagen gibt es Nachbesserungen. Während sie im vergangenen Jahr die Verunsicherung eher vergrößerten und von ausländischen Gästen nicht zu verstehen waren, weil sie meist nur auf Deutsch erfolgten, setzt die Stadt diesmal auf geschulte Sprecher, die für klare Ansagen sorgen sollen. Die Stadt hofft, dass sich so Bilder wie aus dem vergangenen Jahr nicht mehr wiederholen.

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