Dino Toppmöller bei RC Lens: Entlassungsgrund: Loyalität
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Dino Toppmöller bei RC Lens Entlassungsgrund: Loyalität
16. September 2026, 13:49 Uhr |
Lesezeit: 2 Min.
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Nach knapp drei Monaten und einem passablen Saisonstart trennt sich RC Lens von Trainer Dino Toppmöller. Er hatte sich der „Neustrukturierung“ seines Mitarbeiterstabs widersetzt.
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Immerhin: Einen Europapokalabend, an den er sich noch lange erinnern dürfte, hat Dino Toppmöller mit dem RC Lens erlebt. Zum Auftakt der Champions-League-Saison gewann sein Team mit 3:2 bei Slavia Prag, nachdem es in der 88. Minute den Treffer zum 1:2-Rückstand kassiert hatte. Es war ein Sieg, der zum lange nicht perfekten, aber annehmbaren Start für den deutschen Trainer beim Traditionsklub aus Nordfrankreich passte.
Knapp eine Woche später, nach insgesamt nicht mal drei Monaten im Job, hat der Verein die Trennung von Toppmöller „im gegenseitigen Einvernehmen“ bekanntgegeben. Dass die Gründe dafür nicht allein sportliche waren, liegt nahe und wird auch in der Mitteilung angedeutet: „Nach zahlreichen Gesprächen über das Mannschaftsgefüge sowie die Arbeitsweise und Organisation des Trainerstabs teilte der Verein seinem Trainer die Absicht mit, den Stab neu zu strukturieren“, heißt es. „Da Dino Toppmöller diese strukturellen Veränderungen nicht mittragen konnte“, habe der Verein entschieden, „seine Tätigkeit sowie die seiner beiden Assistenten zu beenden“.
Schon vor der offiziellen Bekanntgabe hatte es Medienberichte gegeben, worum es sich bei besagter Neustrukturierung des Trainerstabs handelte: Der Verein wollte Toppmöllers Assistenten Nelson Morgado entlassen. Und Toppmöller war die Loyalität zu einem langjährigen Kollegen offenbar wichtiger als sein eigener Arbeitsplatz. Der RC Lens würdigte in der Mitteilung „die aufrichtige menschliche Art und das stets stilvolle Auftreten“ Toppmöllers, der demnach bereit war, „auf einen wesentlichen Teil seiner vertraglich vereinbarten Abfindung zu verzichten“.
Morgado, 39, hatte als Analyst mit Toppmöller, 45, schon auf drei vorherigen Stationen zusammengearbeitet, beim luxemburgischen Klub F91 Düdelingen, bei RE Virton in Belgien und auch zweieinhalb Jahre bei Eintracht Frankfurt bis zur Entlassung Toppmöllers im Januar 2026. Was Morgado vorgeworfen wird, ist offiziell nicht bekannt, zu hören ist so viel: Der Portugiese gelte als fordernd und dabei gewiss auch unbequem, was bei anderen Klubmitarbeitern nicht gut angekommen sei.

Sollte das stimmen und Toppmöllers Zeit in Lens aufgrund der Arbeitskultur in seinem Stab so jäh enden, läge darin eine gewisse Ironie. Lens liegt im Nordfranzösischen Kohlerevier, der Racing Club gilt als alter Bergarbeiterverein. Bei seiner Vorstellung hatte Toppmöller auf Französisch davon gesprochen, dass er sich darauf freue, hart zu arbeiten – und dafür die in der Sprache des Bergbaus geläufige Vokabel „charbonner“ genutzt. Es gab aber offenbar auch Kritiker seiner Arbeit. In der Sportzeitung L’Équipe war am Dienstag davon die Rede, dass es Zweifel an Taktik und Qualität im Training gegeben habe.
Wie auch immer: In seiner kurzen Zeit beim Überraschungszweiten und Pokalsieger der Vorsaison gewann er von sechs Pflichtspielen die Hälfte. Mit einer jungen Mannschaft, im Sommer durch Transfers von vorherigen Stammspielern stark verändert, holte er dabei sogar einen Titel, den französischen Supercup, durch ein 1:0 gegen Paris Saint-Germain. Nachhaltig für seine Qualitäten als Trainer werben konnte er binnen weniger Wochen natürlich nicht. Aber die ungewöhnlichen Umstände der Trennung könnten zumindest dazu führen, dass sich potenzielle künftige Arbeitgeber trotzdem demnächst wieder für Toppmöller interessieren. Oder: für Toppmöller und seine Assistenten.
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