H. G. Adlers Studie über den Holocaust: Mit der Präzision des Überlebenden

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H. G. Adlers Studie über den Holocaust Mit der Präzision des Überlebenden

13. September 2026, 11:05 Uhr |

Lesezeit: 5 Min.

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Die Opfer im Blick, die Täter im Fokus: Erinnerung an jüdische NS-Opfer in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. 
Die Opfer im Blick, die Täter im Fokus: Erinnerung an jüdische NS-Opfer in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.  Emmanuel Dunand/AFP

H. G. Adlers klassisches Werk über die Deportation der Juden aus Deutschland liegt nun in einer staunenswerten Neuausgabe vor. Der klare Blick auf den bürokratisch-arbeitsteiligen Weg hin zur „Endlösung“ enthält auch eine Mahnung für die Gegenwart.

Rezension von Norbert Frei

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V or mehr als einem halben Jahrhundert, im Oktober 1973, vollendete Hans Günther Adler in London das Vorwort zu einer monumentalen Arbeit, die er 15 Jahre zuvor auf Anregung des Instituts für Zeitgeschichte in München begonnen hatte und deren Publikation, außerhalb der Institutsreihen, jetzt bevorstand. An die Stelle seiner beiden Vornamen setzte der Dichter und Privatgelehrte nur seine Initialen – aus demselben Grund wie schon in seinem längst berühmten, 1955 erschienenen Werk über das Konzentrationslager Theresienstadt, wohin er im Februar 1942 als Jude aus seiner von den Deutschen besetzten Heimatstadt Prag zusammen mit seiner ebenfalls jüdischen Frau und den Schwiegereltern deportiert worden war: Er wollte nichts gemein haben mit dem gleichaltrigen Leiter der „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“, SS-Obersturmführer Hans Günther, der während des Prager Aufstands gegen die Besatzer am 5. Mai 1945 schließlich ums Leben gekommen war.

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