SC Freiburg: „Deutscher Meister wird nur der SCF“

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SC Freiburg „Deutscher Meister wird nur der SCF“

13. September 2026, 10:59 Uhr |

Lesezeit: 3 Min.

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Furiose Freiburger: Christian Günter (rechts) und Cyriaque Irie feiern die Tabellenführung.
Furiose Freiburger: Christian Günter (rechts) und Cyriaque Irie feiern die Tabellenführung. Grant Hubbs/Steinsiek.ch, Imago

Nur ein Scherz, natürlich, im bodenständigen Breisgau: Trotzdem steht der SC Freiburg mit neun Punkten und 10:1 Toren nicht ganz zufällig an der Tabellenspitze.

Von Christoph Ruf, Freiburg

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Nach dem Ende einer Partie, in der selbst hart gesottene Freiburger Fans Mitleid mit dem unzulänglichen Gegner entwickelten, packte die Freiburger Südtribüne einen Gassenhauer aus: „Deutscher Meister wird nur der SCF.“ Das war natürlich augenzwinkernd gemeint, brachte dem Anhang aber dennoch eine freundliche Korrektur durch Trainer Julian Schuster ein: „Wenn ich Fan wäre, würde ich es wahrscheinlich auch singen. An meiner Stelle ist aber genau das Gegenteil angesagt.“ Es werde auch künftig darum gehen, „Bodenständigkeit nicht nur zu predigen, sondern täglich zu leben“. In Freiburg wittern sie den Hochmut eben schon Jahre vor dem Fall.

Wobei: Wenn sie es in Freiburg ständig mit Gegnern der Kategorie Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach zu tun hätten, könnte das vielleicht sogar etwas werden mit dem Meistertitel. Bremen, das sich mittlerweile gefangen hat, war zwei Wochen zuvor schon so schwach, dass es mit einem 1:4 noch bestens bedient war. Gladbach war nun noch einmal eine Klasse schlechter; die Borussia wackelte nach ordentlichen zehn Minuten derart, dass sich auch die wenigen Konstanten dem Gesamtniveau anpassten. Der sonst so zuverlässige Torwart Moritz Nicolas etwa reihte einen Patzer an den anderen.

5:0 stand es am Ende also für Freiburg, nach Toren von Yannick Engelhardt (23./79.), Igor Matanovic (29./77.) und Maximilian Eggestein (86.). Sechs Punkte hat der SC damit gegen zwei alteingesessene Bundesligisten geholt, insgesamt stehen derer neun zu Buche. Nebst 10:1 Toren, da es der Aufsteiger aus Paderborn beim mickrigen 1:0 geradezu spannend gemacht hatte. Nimmt man die beiden Siege in der Conference-League-Qualifikation gegen den FC Motherwell (3:1/4:1) und den 5:1-Sieg bei Fortuna Düsseldorf im DFB-Pokal hinzu, hat der Sport-Club bislang alle sechs Pflichtspiele gewonnen und dabei im Schnitt mehr als dreieinhalb Tore geschossen.

Freiburg hat mittlerweile ein paar außergewöhnliche Spieler im Kader

Schuster hat mit seinem nicht unbedingt schlagzeilentauglichen Paradigma, immer wieder fleißige Detailarbeit einzufordern, einzelne Spieler in den vergangenen Jahren individuell stark verbessert. Allen voran den Mittelstürmer Matanovic. Der Rechtsfuß schoss am Samstag ein herausragendes Tor, als er einen scharfen Pass von Matthias Ginter aus 18 Metern technisch anspruchsvoll direkt ins lange Eck weiterleitete. „Das war sensationell“, freute sich Kollege Eggestein: „Unfassbar, dass er da überhaupt auf die Idee kommt zu schießen.“ Matanovic, der am Samstag erstaunliche 78 Prozent seiner Zweikämpfe gewann, ackert mittlerweile auch bei gegnerischem Ballbesitz unermüdlich. Wenig überraschend findet sein Trainer das auch mindestens so elementar wie Tore zu schießen: „Das Wichtigste ist, sich bewusst zu sein, dass das eine das andere bedingt.“

Hinzu kommt eine mannschaftstaktische Disziplin, die Freiburger Teams schon unter Schusters Vorgänger Christian Streich auszeichnete. Und eine Cleverness, wie sie beim 3:0 zu beobachten war. Bei dessen Entstehung waren die beiden Einwechsler Lucas Höler und Keisuke Goto jedenfalls heilfroh, dass die Temperaturen in Freiburg spätsommerlich waren. Schließlich mussten sie sich an der Außenlinie vier Minuten die Zeit vertreiben, ehe sie endlich eingewechselt werden konnten. Dreieinhalb, weil der SC den Ball ohne Raumgewinn zirkulieren ließ, ohne dass die paralysierten Gladbacher irgendwelche Einwände gehabt hätten. Und eine halbe, weil dann gejubelt werden konnte. Ginter auf Vincenzo Grifo, Grifo auf Jordi Makengo, Makengo auf Matanovic: Tor. Freiburg hatte mal kurz ernstgemacht.

Allmählich ist nicht mehr zu übersehen, dass diese Freiburger Mannschaft ein paar außergewöhnlich gute Bundesligaspieler in ihren Reihen hat. Matanovic dürfte in dieser Form nicht mehr lange in Freiburg spielen, der umtriebige Japaner Yuito Suzuki wäre zu nennen, die Doppelsechs um Eggestein und Engelhardt. Und natürlich die beiden Innenverteidiger Philipp Lienhart und Ginter, die es zusammen auf 22 Jahre Vereinszugehörigkeit bringen. Dass Ginter in den vergangenen Monaten durchweg Topleistungen gebracht hat, ist dann auch abgesehen von Julian Nagelsmann kaum jemandem entgangen. Der Verteidiger neutralisierte auch an diesem Wochenende seine Gegenspieler bis zur Unkenntlichkeit und bereitete zwei Tore mit präzisen Pässen vor.

Für den reisefreundlichen neuen Bundestrainer Jürgen Klopp gäbe es also auch in Freiburg einiges zu beobachten. Am kommenden Wochenende spielen die Freiburger praktischerweise bei Eintracht Frankfurt vor, am Stammsitz des DFB. Aber Klopps erstes Nationalmannschaftsaufgebot ist bis dahin schon raus. Es wird am Donnerstag veröffentlicht.

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