SZ-Kolumne „Bester Dinge“: Lass das dreckige Geschirr einfach stehen
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SZ-Kolumne „Bester Dinge“ Lass das dreckige Geschirr einfach stehen
22. Oktober 2026, 14:31 Uhr |
Lesezeit: 1 Min.

Geschirrspülen und Betten abziehen? Das will Airbnb seinen Mietern nicht mehr zumuten – und eröffnet nun ungeahnte Möglichkeiten für einen entspannteren Urlaub.
Von Claudia Fromme
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D er alte Geist von Airbnb ist kurz vor mausetot. Früher buchte man gegen schmales Geld die Bleibe von Menschen, die selbst im Urlaub waren. Heute sind die Unterkünfte meist nur noch Simulationen eines Zuhauses, betrieben von Leuten, die dort nie gewohnt haben. Draußen der Schlüsseltresor, drinnen: die Mappe. Ein Strauß laminierter Seiten mit Pizzeria- und Supermarkttipps, vorgetäuscht freundliches Füllmaterial für die Hausordnung. Die wichtigsten Regeln: Betten abziehen, Geschirr abspülen, Müll entsorgen. Warum man dann noch eine Reinigungsgebühr zahlen muss, verrät die Mappe nie.
Ausgerechnet jetzt, da man innerlich fast Schluss gemacht hat mit Airbnb, die Nachricht: Die Mappen-Trias fällt. Vom 20. November an sollen Gäste nur noch „zumutbare“ Aufgaben erledigen müssen. Zumutbar: Handtücher sammeln, benutztes Geschirr ins Spülbecken stellen. Unzumutbar: Betten abziehen, Geschirr abspülen, Müll entsorgen. Gäste sollten nicht mit Dingen behelligt werden, um die sich eigentlich eine Reinigungskraft kümmern müsse, schreibt das Portal an seine Gastgeber. Sonst könne sich das negativ auf den Aufenthalt und die Bewertung auswirken.
Welch ein Gewinn an Freiheit! Nie wieder hektisches Spülen am Abreisetag, wenn um 9.45 Uhr die Putztruppe bereits vor der Tür steht. Nie wieder mit Abfall im Regen vor dem verschlossenen Müllhäuschen stehen, weil der Schlüssel längst im Briefkasten liegt, wie die Mappe das vorschreibt.
Die schlechte Laune wegen des Regens wird einem übrigens jetzt ebenfalls genommen: Zur Charmeoffensive des Portals, das in Zeiten knappen Wohnraums nicht den besten Ruf hat, gehört seit Kurzem auch ein buchbarer Wetterschutz. Regnet es anhaltend mit mindestens 1,5 Millimetern pro Stunde, gibt es bis zu 1000 Euro pro Tag zurück. Die größten Chancen auf günstigen Urlaub, bei dem man außerdem nicht viel Hausarbeit erledigen muss, hätte man in Weiler Hohenholz, einem Ortsteil von Bedburg. Dort fielen 2025 an einem Tag 134 Liter pro Quadratmeter. Nirgendwo in Deutschland regnete es mehr. Eine Airbnb-Unterkunft gibt es dort bislang allerdings nicht. Vielleicht ist auch das eine gute Nachricht.
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